Cold-Case nach 15 Jahren gelöstMann belästigt junge Frau – DNA nach Sexualdelikt an ZIEGE überführt ihn

Der 41-Jährige wurden schwer verletzt. (Symbolfoto)
Die Polizei kommt dem Täter Jahre später auf die Schliche.
Klaus-Dietmar Gabbert

Unglaublich: SO können sie ihn überführen.
Eine junge Frau ist nachts auf dem Heimweg von der Arbeit, als ein Mann sie angreift und versucht, ihre Hose zu öffnen. Sie kann sich losreißen, doch der Täter kommt davon. Erst 15 Jahre später bringt eine DNA-Spur, unter anderem aus einem Fall, in dem der Verdächtige sich an einer Ziege vergangen haben soll, die Ermittler auf seine Spur.

Er reißt sie zu Boden und greift ihr in den Schritt

Es ist der 28. November 2011. Eine 21-Jährige Studentin steigt nach ihrer Spätschicht in einer Kneipe in München aus dem Nachtbus. Kurz zuvor hatte sie durch das Fenster Blickkontakt mit einem Mann, der an der vorherigen Haltestelle ausgestiegen war, so schildert es die Süddeutsche Zeitung. Plötzlich rennt der Mann von hinten auf sie zu, reißt sie zu Boden, begrapscht sie und versucht, ihren Gürtel zu öffnen. „Es kam zum Gerangel, ich fiel hin, er lag auf mir drauf“, erzählt sie laut SZ später vor Gericht. Doch die Frau wehrt sich heftig und tritt ihn schließlich in den Unterleib, bis er flieht.

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Zuhause duscht sie, geht am nächsten Tag sogar noch zur Uni. „Eine enge Freundin hat bemerkt, wie ich unruhig war, und der habe ich mich dann anvertraut“ berichtet sie laut SZ. Schließlich geht sie zur Polizei und erstattet Anzeige. Die Polizei sichert ihre Kleidung, die Spurensicherung findet vor allem im Schrittbereich „massenhaft” DNA des Täters. Diese Spur wird in der Datenbank des Landeskriminalamts gespeichert, kann dort aber zunächst keiner Person zugeordnet werden, so die SZ.

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Mann vergeht sich sexuell an Ziege

Ganze 15 Jahre später gibt es plötzlich einen Treffer in der Datenbank: Die DNA aus München passt zu Spuren aus einem Fall in Freiburg, in dem ein Mann sexuelle Handlungen an einer Ziege vorgenommen hatte, so die Süddeutsche Zeitung. 2024 muss Almiro D. nach einer Gewalttat eine Speichelprobe abgeben, das System ordnet dem heute 40-Jährigen daraufhin gleich mehrere ungeklärte Fälle zu, auch den Angriff auf die Studentin in München, berichtet die SZ.

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Da sitzt der gebürtige Portugiese bereits seit über einem Jahr in U-Haft. Vor dem Amtsgericht München schildert die Frau, laut der SZ, wie sehr der Überfall ihr Leben verändert habe: Statt nachts unbeschwert unterwegs zu sein, meide sie fortan die alte Strecke, übernachte nach dem Job bei Freunden oder fahre mit dem Taxi nach Hause. „Heute sind meine Sinne sehr scharf, wenn ich heimgehe“, sagt sie vor Gericht laut SZ. Kopfhörer trage sie nachts nicht mehr.

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Richterin fordert härtere Strafe

Vor Gericht bestreitet der 40-Jährige die Tat: „Ich habe es nicht gemacht, ich bin unschuldig“. Sein Verteidiger fordert Freispruch und verweist auf Mischspuren in der DNA. Die Staatsanwältin beantragt zwei Jahre Haft ohne Bewährung, nach Darstellung der SZ.

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Die Richterin folgt dem nicht: Wegen zahlreicher Spuren „an einer Stelle, wo seine DNA nichts zu suchen hatte“ sieht sie „körperlich wirkenden Zwang“ und damit den Tatbestand der sexuellen Nötigung als erfüllt an. Der Überfall habe fünf bis zehn Minuten gedauert, Reue oder Einsicht erkenne sie beim Täter nicht, so die SZ.

Am Ende verurteilt das Schöffengericht Almiro D. zu zwei Jahren und drei Monaten Haft. Das ist mehr, als die Staatsanwältin gefordert hatte. Er habe nicht nur das Leben des Opfers, sondern auch „das Sicherheitsgefühl anderer Frauen in dieser Stadt beeinträchtigt“, zitiert die SZ die Richterin. (vhö)

Verwendete Quellen: Süddeutsche Zeitung