„Passt auf eure Kinder auf!”Baby aus Klinik entführt! Jetzt sprechen Noels Eltern über ihren Albtraum

Der kleine Noel wurde aus den Märkischen Kliniken Lüdenscheid entführt
Der kleine Noel wurde aus den Märkischen Kliniken Lüdenscheid entführt (Archivbild)
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Es sind die schlimmsten Stunden, die Eltern durchleben können!
Nur wenige Tage nach der Geburt wird ihr Baby aus der vermeintlichen Sicherheit eines Krankenzimmers entführt. Für Djenet (23) und Roni (21) aus Plettenberg wurde dieser Albtraum zur Realität. Jetzt, nachdem ihr kleiner Sohn Noel wieder sicher in ihren Armen ist, sprechen sie erstmals über die bangen Momente, die ihr Leben für immer verändert haben.

So erlebte die Mutter die Entführung des kleinen Noel

Anfangs wirkte alles noch völlig harmlos. Der kleine Noel wurde am 20. Juni im Klinikum Lüdenscheid geboren. Er ist das erste Kind von Mama Djenet und Papa Roni, die im rund 30 Minuten entfernten Plettenberg wohnen. Am Samstagnachmittag (27. Juni) betritt eine als Klinikmitarbeiterin verkleidete Frau das Krankenzimmer der frisch gebackenen Mutter Djenet. „Sie kam herein und meinte einfach: ‘Ich muss den Kleinen mitnehmen’. Angeblich untersuchen“, schildert die 23-Jährige die Situation im Gespräch mit Come On. Sie ahnt nichts Böses, freut sich sogar über die kurze Pause: „Dann habe ich gesagt: ‘Okay, kann ich dann zu der Zeit auch kurz duschen’. Ja, klar, kann ich machen.“ Ein fataler Trugschluss.

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Als Djenet nach dem Duschen ihren Sohn Noel wieder abholen will, beginnt der Horror. Auf der Station weiß niemand von einer Untersuchung. Die schreckliche Wahrheit trifft die junge Mutter mit voller Wucht. „Eine Kollegin von euch hat den mitgenommen. Die meinte, er wird untersucht. Und da haben alle Alarmglocken angefangen. Panik geschoben. Auch die Mitarbeiter oben.“ In der Klinik bricht Hektik aus, sofort wird die Polizei alarmiert.

18-jährige Täterin gefasst: Was war ihr Motiv?

Eine Großfahndung wird eingeleitet. Für die Eltern Djenet und Roni beginnt eine Stunde des unvorstellbaren Bangens. Dann endlich die erlösende Nachricht: Der kleine Noel wurde um kurz nach 16 Uhr gefunden – unverletzt, aber nur mit einem Body bekleidet, liegt er im Treppenhaus eines Parkhauses neben einem Kassenautomaten. Von der Entführerin fehlt zunächst jede Spur. Die Erleichterung der Eltern ist riesig, doch die Angst sitzt tief. Körperlich seien Mutter und Sohn wohlauf, doch das traumatische Erlebnis müsse erst einmal verarbeitet werden. In der Nacht habe sie kein Auge zugemacht und Noel auch nicht, erzählt Djenet.

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Dank der Bilder aus Überwachungskameras gelingt der Polizei am nächsten Tag die Festnahme. Bei der Täterin handelt es sich um eine erst 18-jährige Frau aus der Region, die laut Polizei „bereits ganz erheblich in Erscheinung getreten ist“. Das Motiv für ihre schreckliche Tat ist bislang völlig unklar. Ein Richter muss nun entscheiden, ob die junge Frau in Untersuchungshaft kommt oder aufgrund eines psychischen Ausnahmezustands in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen wird

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Offen bleibt auch die Frage, wie die Entführerin trotz gesicherter Türen auf die Neugeborenenstation gelangen konnte. Die Klinik spricht von einem Vorfall, der „alle sehr betroffen gemacht“ hat, die Ermittlungen laufen. Für Noels Eltern ist das nur ein schwacher Trost. Sie wollen mit ihrer Geschichte andere warnen: „Passt auf eure Kinder auf. Und wir hoffen, dass das nicht mehr passiert.“ Während die jungen Eltern versuchen, in den Alltag zurückzufinden, lassen sie ihren kleinen Jungen keine Sekunde mehr aus den Augen.

Verwendete Quellen: WDR, Come On