Liveticker zum Grenz-DramaMerz: Spanien muss „Situation in Ceuta schnellstmöglich wieder in Griff bekommen”

von Camilla Koziol

Größter Ansturm seit 2021!
Etwa 49.000 Migranten haben Polizeiangaben zufolge binnen weniger Tage die Grenze von Marokko zur spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika gestürmt. Die Ankunft von Migranten aus Marokko ging auch in der Nacht und am Morgen weiter, wie es am Freitag (31. Juli) aus Polizeikreisen in Ceuta hieß. Bisher seien 18 Migranten beim Versuch, die EU zu erreichen, ums Leben gekommen. In unserem Liveticker informieren wir euch stets über die neuesten Entwicklungen.

Andrang löst eine schwere Krise aus

Camilla Koziol

Merz: Spanien muss "Situation in Ceuta schnellstmöglich wieder in Griff bekommen"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Regierung in Madrid zu entschlossenem Handeln aufgefordert. Spanien müsse "die Situation in Ceuta schnellstmöglich wieder in den Griff bekommen", erklärte Merz am Freitag. 

"Ich begrüße daher die spanische Absicht, die illegalen Migranten nicht auf den europäischen Kontinent zu lassen." Zugleich betonte Merz: "Von Marokko erwarten wir, dass sie die illegalen Migranten unverzüglich wieder zurücknehmen."

"Der Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union ist entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration", betonte Merz. "Ich habe die klare Erwartung an alle EU-Mitgliedstaaten, dass sie dieser Pflicht nachkommen." Deutschland stehe in Kontakt mit der spanischen Regierung.

Merz begrüßte, dass die EU-Kommission und EU-Innenkommissar Magnus Brunner Unterstützung zugesagt hätten, dass die Geflüchteten wieder von Marokko zurückgenommen werden. Die im Juni verabschiedete Rückkehrverordnung müsse "nun unverzüglich und umfassend umgesetzt werden", forderte der Kanzler. Mit dieser waren die Abschieberegelungen in der EU vereinheitlicht und verschärft worden.
Kanzler Friedrich Merz.
Kanzler Friedrich Merz. IMAGO SP
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25.000 Menschen sind nach Marokko zurückgekehrt

Das spanische Innenministerium teilte der Nachrichtenagentur AFP zudem mit, dass 25.000 Migranten von Freitagmorgen bis Freitagmittag bereits wieder nach Marokko zurückgekehrt seien. Das seien "150 Menschen pro Minute", fügte das Ministerium hinzu.
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Sánchez: Migrantenandrang in Ceuta ist "Angriff" auf Spanien 

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den Andrang Zehntausender Migranten auf die Nordafrika-Exklave Ceuta als "Angriff" und "Verletzung der territorialen Integrität Spaniens" bezeichnet. Bei einem Besuch im Gebiet an der Meerenge von Gibraltar sagte er zudem den knapp 85.000 Einwohnern Ceutas die Unterstützung des ganzen Landes zu: "Ganz Spanien steht an eurer Seite. Wir übernehmen die Verantwortung für diese Situation."

Nach Angaben der Regierung, über die der staatliche Rundfunksender Radio Nacional berichtete, gelangten in den vergangenen Tagen fast 50.000 Migranten von Marokko aus irregulär in die Exklave. Die meisten von ihnen trafen laut Medien zwischen Mittwoch und Donnerstag überwiegend schwimmend ein. Viele seien aber auch über die Grenzzäune geklettert. Unter den Ankömmlingen sind viele Frauen, Minderjährige und Kinder. Mindestens 28 Menschen kamen nach jüngsten amtlichen Angaben im Meer ums Leben.

Der beispiellose Andrang hatte am Donnerstag eine schwere Krise ausgelöst. Die spanische Regierung setzt in Ceuta erstmals seit dem Massenzustrom von Mai 2021 wieder das Militär zur Unterstützung der Grenzsicherung ein. Beim Besuch der Exklave kündigte Sánchez am Freitag weitere Maßnahmen zur Sicherung der Grenze an.

Sánchez kündigt konkrete Maßnahmen an

So sollen am Grenzdamm zwischen der Küste Marokkos und dem Strand von Tarajal in Ceuta Schwimmbojen installiert werden, um eine "physische Sperre" zu schaffen. Zudem sollen Verfahren beschleunigt werden, um die Rückführung irregulär eingereister Migranten zu erleichtern. "Die Ausreise vieler Migranten findet bereits statt", sagte der Regierungschef, und hob zugleich die Zusammenarbeit mit Marokko hervor.
Zwar kamen bis Freitagmorgen weitere Menschen über die Grenze, zugleich kehrten aber viele nach Marokko zurück. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders RTVE entspannte sich die Lage dadurch etwas.
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60.000 Ankömmlinge

Rund 60.000 Migranten sind den örtlichen Behörden zufolge in den vergangenen Tagen aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika gekommen. Diese Anzahl entspreche etwa 70 Prozent der Bevölkerung der Exklave, erklärte der Präsident von Ceuta, Juan Jesús Vivas, am Freitag vor Reportern. "Diese Zahl zeigt, dass es unmöglich ist, einen solchen Druck aufzufangen", fügte er hinzu.

Bei dem Versuch, Ceuta zu erreichen, seien mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen, teilte Vivas zudem mit. Zuvor war von 18 Todesopfern die Rede gewesen.
Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez verurteilte derweil den Ansturm der Migranten als "Angriff" auf das spanische Staatsgebiet. Er würde "das, was geschehen ist, als einen Angriff, eine Verletzung der territorialen Integrität Spaniens bezeichnen", sagte Sánchez bei einem Besuch der spanischen Exklave.

Im Mai 2021 kamen innerhalb von 36 Stunden mehr als 8.000 Menschen

Mindestens 19 Menschen kamen dabei bisher ums Leben. Es ist die größte Zahl von nach Ceuta gekommenen Migranten seit 2021. In der Nacht und auch am Freitagmorgen kamen demnach weiter Hunderte Menschen über die Grenze, aber viele kehrten auch zurück. Die Lage habe sich etwas entspannt, hieß es.

Verwendete Quellen: dpa, AFP