Alle Entwicklungen im LivetickerTödliche Schüsse in Stade: Warum war keine Polizei beim Hilfegespräch dabei?
Eine Stadt steht unter Schock.
Bei Schüssen in einem Mutter-Kind-Heim im niedersächsischen Stade sind sechs Erwachsene getötet worden. Immer mehr Details zum mutmaßlichen Täter und zum Tatablauf werden bekannt. In unserem Live-Ticker informieren wir über alle Entwicklungen und Hintergründe.
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Warum war keine Polizei beim Gespräch dabei?
Das Ministerium kündigte an, nun mögliche Konsequenzen zu prüfen. Ob künftig zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für solche Gespräche nötig seien, werde nun zu diskutieren sein. Zum jetzigen Zeitpunkt sei aber noch offen, welche Maßnahmen daraus folgen könnten. (dpa)
Kaufte der Tatverdächtige die Waffe eine Woche vor der Tat?
Olaf Lies: „Mit welcher Grausamkeit der Täter vorgegangen ist, ist erschreckend“
Lies schilderte auch seine Eindrücke von der Gedenkandacht am Dienstagabend. Die große Anteilnahme habe gezeigt, wie sehr die Tat die Menschen bewege. „Die Menschen waren auch da, weil sie gemeinsam trauern wollten." Für ihn sei deshalb sofort klar gewesen, an der Andacht teilzunehmen: "Wir stehen an der Seite der Menschen, die dort leben, aber auch an der Seite der Hinterbliebenen, der Familien, der Freunde.“
Mit Blick auf die Folgen der Tat fordert der Ministerpräsident eine lückenlose Aufklärung. Zugleich müsse darüber gesprochen werden, wie Beschäftigte in der Jugendhilfe künftig noch besser geschützt werden können. "Wir können dankbar sein für die Menschen, die dort tätig sind“, betont Lies im Gespräch mit RTL.
Staatsanwaltschaft: Ermittlungen gegen beide Frauen dauern an
Pressesprecherin Julia Pirk erklärt im Gespräch mit RTL: „Die beiden ebenfalls in Gewahrsam befindlichen Frauen wurden im Laufe des Nachmittags freigelassen. Gegen sie ist kein Haftbefehl beantragt worden. Im Übrigen dauern die Ermittlungen auch hinsichtlich der Tatbeteiligung der beiden Frauen an. Insoweit konnte zum jetzigen Zeitpunkt kein dringender Tatverdacht fest angenommen werden.“
Beschwerde gegen Sorgerechtsentscheidung im Fall Stade
Das Amtsgericht hatte angeordnet, dass Mutter und Kind gemeinsam in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht werden. Zudem bleibt den Eltern vorerst die Gesundheitssorge für ihre Tochter entzogen. Nach der Schließung der betroffenen Einrichtung in Stade sind die 34-Jährige und das Baby inzwischen an einem anderen Ort untergebracht worden. (dpa)
Blumenmeer am Tatort wächst weiter
Vor Ort kehrt derweil langsam wieder etwas Ruhe ein. Die Straßensperrungen sind aufgehoben, auch die Polizei ist nicht mehr am Tatort im Einsatz.
Heute Gedenk-Andacht für die Opfer in Hannover
Die Andacht soll Raum für Trauer, Erinnerung und gemeinsames Innehalten bieten. Eingeladen sind Angehörige, Freunde, Wegbegleiter sowie alle Bürgerinnen und Bürger. Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes gestaltet die Andacht. Zudem liegt ein Kondolenzbuch aus, Besucher können in der Gebetsecke eine Kerze für die Opfer anzünden.
Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes
Trauerfeier nach tödlichen Schüssen
Viele Menschen liegen sich bei der Gedenkveranstaltung in den Armen, weinen leise und trauern gemeinsam um die Opfer der tödlichen Schüsse.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) zeigt sich tief erschüttert. In seiner Rede sagt er: „Die Menschen dort haben einfach ihre Arbeit gemacht und dann wurden sie unvermittelt getötet. Nichts ist mehr so, wie es gestern Morgen war. Dieser Gedanke lässt mich nicht mehr los.“
Lies spricht von „sinnloser Gewalt“ und betont, dass ausgerechnet Menschen, die anderen Hilfe angeboten hätten, „gewaltsam aus ihrem Leben gerissen“ worden seien. Es werde viel Zeit brauchen, bis die Wunden heilen könnten. Zugleich fordert der Ministerpräsident eine umfassende Aufarbeitung und Aufklärung der Tat. Abschließend dankt er allen Einsatzkräften, die „schnell und professionell gearbeitet haben“ und das Geschehene nun selbst verarbeiten müssten.
Auch die stellvertretende Bürgermeisterin von Stade kämpft zu Beginn ihrer Rede mit den Tränen. Sichtlich bewegt sagt sie: „Diese Stadt ist auch meine Stadt.“ Es sei „schrecklich, was passiert ist“. An die Trauergäste gerichtet, betont sie: „Wir tragen diesen Schmerz gemeinsam.“
Mordkommission übernimmt Ermittlungen
Kommt der Verdächtige in U-Haft?
Berichte, nach denen der 45-Jährige Mitglied eines Clans sein soll, bestätigten die Ermittler nicht. "Wir haben derzeit keine Hinweise dafür, dass eine Clanzugehörigkeit besteht", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft der dpa auf Anfrage.
Unter den Todesopfern sind auch zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung
Immer wieder legen Menschen Blumen ab oder stellen Kerzen auf
Die Tat sorgt für große Bestürzung. Immer wieder kommen Menschen und legen in der Nähe des Tatortes Blumen ab oder stellen im Gedenken an die Opfer Kerzen auf. Die Straße soll voraussichtlich den gesamten Dienstag gesperrt bleiben.



