Alle Entwicklungen im Live-Ticker„Wir haben die Wahl im Prinzip bereits gewonnen“ – AfD-Kandidat-Siegmund gibt sich siegessicher 

Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla (r.) beim Wahlkampfabschluss mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund
Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla (r.) beim Wahlkampfabschluss mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund.
Reuters

Wer regiert künftig in Magdeburg?
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag, der politische Kampf läuft längst auf Hochtouren. Umfragen, Wahlkampf, Reaktionen und schließlich Prognosen und Ergebnisse: In unserem Live-Ticker halten wir euch ab sofort über alle wichtigen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Wichtige Updates
Anke Jonschker

„Wir haben die Wahl im Prinzip bereits gewonnen“ – AfD-Kandidat Siegmund gibt sich siegessicher 

 
Einen Tag vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigt sich AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund äußerst selbstbewusst. „Wir haben die Wahl im Prinzip bereits gewonnen“, sagte der 35-Jährige beim Wahlkampfabschluss seiner Partei in Magdeburg. Er sprach außerdem davon, dass seine Partei bereits „Geschichte geschrieben“ habe. 

Nach Angaben der Polizei kamen rund 5.500 Menschen zu der Veranstaltung an der Elbe. Die AfD selbst hatte zwischenzeitlich von mehr als 6.000 Teilnehmern gesprochen. Auch Bundesparteichef Tino Chrupalla trat auf. In unmittelbarer Nähe demonstrierten mehrere Dutzend Menschen gegen die AfD. 

Siegmund will nach eigenen Angaben nur dann Ministerpräsident werden, wenn die AfD die absolute Mehrheit erreicht und alleine regieren kann. In den jüngsten Umfragen liegt seine Partei zwar deutlich vorne, entschieden ist aber selbstverständlich noch nichts: Gewählt wird erst am Sonntag. 

Zur Einordnung: Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt wird vom Landesverfassungsschutz seit 2023 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Der Landesverband geht juristisch gegen diese Einstufung vor; das Verfahren ist derzeit ausgesetzt. 
Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla (r.) beim Wahlkampfabschluss mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund.
Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla (r.) beim Wahlkampfabschluss mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. REUTERS
Anke Jonschker

Punkt 18 Uhr kommen morgen die ersten Zahlen – aber woher wissen die das schon?


Kaum schließen am Sonntag um 18 Uhr die Wahllokale, sind sie da: die ersten Prozentzahlen. Dabei hat die eigentliche Auszählung gerade erst begonnen. Wie kann das sein?

Die Antwort lautet: Die ersten Zahlen sind noch kein Wahlergebnis, sondern eine Prognose. Dafür befragen Meinungsforschungsinstitute den ganzen Tag über Menschen, die gerade ihr Wahllokal verlassen haben. Anhand dieser sogenannten Wahltagsbefragungen wird hochgerechnet, wie Sachsen-Anhalt gewählt haben dürfte. Die Tagesschau erklärt, dass dafür repräsentativ ausgewählte Wahllokale genutzt werden.

Erst danach kommen die Hochrechnungen. In sie fließen nach und nach tatsächlich ausgezählte Stimmen ein. Je mehr echte Ergebnisse vorliegen, desto genauer wird das Bild. Das vorläufige Ergebnis kommt deutlich später. Das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt rechnet damit in der Wahlnacht oder am frühen Montagmorgen.
Also merken: 18 Uhr Prognose, danach Hochrechnungen – und erst später steht das vorläufige Wahlergebnis fest.
Anke Jonschker

Update: Rund 6.000 Menschen ziehen für Demokratie durch Magdeburg 


 
Heute Mittag haben wir noch über die erwarteten Tausenden Teilnehmer berichtet – inzwischen gibt es erste Zahlen: Rund 6.000 Menschen haben sich nach Polizeiangaben an den Zubringerdemonstrationen zum Demokratiefestival in Magdeburg beteiligt, berichtet die dpa. 
Die Demonstrierenden zogen aus verschiedenen Richtungen zum Domplatz. Dort läuft inzwischen das große Demokratiefestival. Auf der Bühne standen beziehungsweise stehen unter anderem Sängerin Kerstin Ott, die Band Juli und Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel. Auch Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Publizistin Carolin Emcke gehören zum Programm. 
Einen Tag vor der Landtagswahl wollen die Veranstalter damit noch einmal ein großes Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt setzen. 


Tausende Fans sind zum Demokratiefestival auf den Domplatz gekommen.
Tausende Fans sind zum Demokratiefestival auf den Domplatz gekommen. REUTERS
Anke Jonschker

41 Prozent für die AfD – könnte das sogar zum Alleinregieren reichen?


41 Prozent für die AfD in der jüngsten Projektion – aber für eine Alleinregierung braucht eine Partei doch eigentlich mehr als 50 Prozent? Nicht unbedingt.
Entscheidend ist nicht die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen, sondern die Mehrheit der Sitze im neuen Landtag. Parteien, die weniger als fünf Prozent bekommen, werden bei der Sitzverteilung grundsätzlich nicht berücksichtigt. Das erklärt der Landtag Sachsen-Anhalt auf seiner Wahlseite. Dadurch können für eine absolute Mehrheit der Mandate theoretisch auch weniger als 50 Prozent der Zweitstimmen reichen.

Wie viele Prozent dafür am Sonntag tatsächlich nötig wären, lässt sich vorher nicht seriös sagen. Das hängt unter anderem davon ab, wie viele Stimmen auf Parteien entfallen, die nicht in den Landtag einziehen, und wie sich die Mandate am Ende verteilen.
Heißt: Die 41 Prozent aus der aktuellen Projektion sind noch keine automatische Alleinregierung. Am Wahlabend lohnt sich deshalb neben den Prozentwerten vor allem der Blick auf die Sitzverteilung.

Sachsen-Anhalt steuert auf eine richtungsweisende Wahl zu

Am Sonntag (6. September) entscheiden die Menschen in Sachsen-Anhalt über einen neuen Landtag. 398 Kandidatinnen und Kandidaten aus 16 Parteien treten an. Die Wahllokale öffnen am Wahlsonntag von 8 bis 18 Uhr.

Besonders im Fokus steht das Duell zwischen AfD und CDU. In der jüngsten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen liegt die AfD mit 41 Prozent deutlich vor der CDU mit 23 Prozent.

Wer kann Sachsen-Anhalt künftig regieren?

Mindestens genauso spannend wie die Frage nach der stärksten Kraft dürfte die Regierungsbildung werden. Entscheidend ist dabei auch, welche kleineren Parteien die Fünf-Prozent-Hürde schaffen und damit in den neuen Landtag einziehen.

Aktuell regiert in Magdeburg eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Welche Mehrheiten nach dem 6. September überhaupt möglich sind, wird sich im Laufe des Wahlabends zeigen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche