„Locker vom Hocker zum Land“Martin Vincentz (AfD) im Gespräch – RTL WEST Sommerinterview mit dem NRW-Parteivorsitzenden
Die AfD ist in Umfragen stark wie lange nicht – und NRW-Parteichef Martin Vincentz macht daraus klare Machtansprüche. Im RTL WEST Sommerinterview „Locker vom Hocker zum Land“ spricht der 40-Jährige über mögliche Koalitionen nach der Landtagswahl 2027, Migration und „Verrückte von rechts“ in seiner eigenen Partei. Auch auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt blickt Vincentz mit großen Erwartungen.
Vincentz hält absolute Mehrheit für AfD für möglich
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt peilt die AfD nach Aussage von Vincentz die absolute Mehrheit an. „Was ja auch schon eigentlich Wahnsinn ist, dass wir darüber diskutieren, wenn man zurückguckt, wo wir vor einigen Jahren noch standen“, sagt der NRW-Parteichef im Gespräch mit RTL WEST-Chef Jörg Zajonc und Landtagskorrespondentin Vanessa Nikić. Sollte die AfD die absolute Mehrheit knapp verpassen, müssten sich aus seiner Sicht die anderen Parteien positionieren. Dann werde sich zeigen, „ob CDU mit Linken zusammengeht oder wie weiter das Land regiert werden soll gegen eine AfD und gegen ja auch den expliziten Wählerwillen“.
AfD will 2027 in NRW „Verantwortung übernehmen“
Auch in Nordrhein-Westfalen formuliert Vincentz einen klaren Machtanspruch. Nach aktuellen Umfragewerten liegt seine Partei bei 17 Prozent und damit gleichauf mit der SPD. Bei der Landtagswahl 2027 wolle die AfD „Verantwortung übernehmen“. Dabei schließt Vincentz Bündnisse mit anderen Parteien nicht grundsätzlich aus: „Natürlich würden wir mit anderen Parteien koalieren.“ Entscheidend sei, politische Forderungen der AfD umsetzen zu können. Als mögliche Partner nennt Vincentz ausdrücklich CDU und FDP. Gleichzeitig räumt der NRW-Parteichef ein, dass es auch innerhalb seines Landesverbandes Menschen mit extremen Positionen gibt. Auf die Frage nach „Verrückten von rechts“ antwortet Vincentz: „Aber ganz, ganz wenige.“ Eine Einigung mit „ganz extremen Positionen“ werde es mit ihm nicht geben.
Vincentz fordert Abschiebungen von Straftätern
Deutliche Kritik übt Vincentz an der aktuellen Migrationspolitik. „Das, was hier Schwarz-Grün im Moment in Nordrhein-Westfalen macht, das, was Schwarz-Rot auf Bundesebene macht, ist das Gegenteil einer klugen Migrationspolitik“, sagt der AfD-Politiker. Besonders bei mehrfach straffällig gewordenen Menschen ohne Bleiberecht fordert er einen härteren Kurs. „Die müssen wir schlichtweg einfach abschieben“, so Vincentz. Deutschland müsse aus seiner Sicht wieder konsequenter auf „Grenzen“, „Recht und Gesetz“ setzen. Die aktuelle Politik schade nach Ansicht des AfD-Chefs auch Menschen, die legal nach Deutschland gekommen seien. Gleichzeitig wirbt Vincentz für eine Migration hochqualifizierter Fachkräfte, die etwa in der Medizin gebraucht würden. Deutschland müsse für diese Menschen attraktiver werden.































