Alle Entwicklungen im Live-Ticker„Die nächste Fahrt geht zur Staatskanzlei“ – Siegmund sieht sich schon als Ministerpräsident

Ulrich Siegmund (AfD) mit Ehefrau Julia vor seinem Wahllokal
Ulrich Siegmund (AfD) mit Ehefrau Julia vor seinem Wahllokal
AP Photo/Matthias Schrader

Wer regiert künftig in Magdeburg?
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag, der politische Kampf läuft längst auf Hochtouren. Umfragen, Wahlkampf, Reaktionen und schließlich Prognosen und Ergebnisse: In unserem Live-Ticker halten wir euch ab sofort über alle wichtigen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Wichtige Updates
Anke Jonschker

„Die nächste Fahrt geht zur Staatskanzlei“ – Siegmund sieht sich schon als Ministerpräsident 

 
Jubel bei der Ankunft, zahlreiche Journalisten und mittendrin Ulrich Siegmund (AfD) auf seiner Schwalbe. Nach seiner Stimmabgabe in Tangermünde zeigt sich der AfD-Spitzenkandidat äußerst selbstbewusst. Sein Ziel für den Wahlabend nennt der 35-Jährige klar: „Natürlich ist das Ziel 45 Prozent plus.“ 

Besonders symbolträchtig ist für Siegmund sein Moped. Die Schwalbe habe er mit 17 Jahren gekauft, um damit zu seiner Ausbildung zu fahren. Seitdem begleite sie ihn durch sein berufliches Leben und auch durch den Wahlkampf. 
Und Siegmund hat schon eine Vorstellung davon, wohin die nächste Tour gehen soll: „Die nächste Fahrt dieser Schwalbe wird vom Landtag in Sachsen-Anhalt, nämlich in die Staatskanzlei nach der Wahl zum Ministerpräsidenten.“ 

Ob es dazu kommt, entscheiden allerdings nicht allein die Prozentwerte am Wahlabend. Der Ministerpräsident wird vom neuen Landtag gewählt und benötigt dort zunächst die Mehrheit aller Abgeordneten. 
Siegmund selbst gibt sich wenige Stunden vor den ersten Zahlen dennoch siegessicher. Unabhängig vom Ergebnis habe seine Partei seiner Ansicht nach „bereits Geschichte geschrieben“. 
Ulrich Siegmund (AfD) mit Ehefrau Julia vor seinem Wahllokal.
Ulrich Siegmund (AfD) mit Ehefrau Julia vor seinem Wahllokal. AP Photo/Matthias Schrader
Anke Jonschker

„Ich habe wirklich alles gegeben“ – Sven Schulze nach seiner Stimmabgabe 

 
Jetzt heißt es warten! Nach seiner Stimmabgabe zeigt sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze erleichtert – und spricht offen darüber, wie sehr ihn die vergangenen Wochen gefordert haben. Es sei eine „körperlich und geistig wirklich anstrengende Zeit“ gewesen, sagt der CDU-Spitzenkandidat. Einen solchen Wahlkampf habe es in Sachsen-Anhalt seiner Ansicht nach bislang nicht gegeben. 

Trotzdem zieht der 47-Jährige für sich eine klare Bilanz: „Ich weiß, dass ich wirklich alles gegeben habe, was man machen kann.“ Den Rest hätten nun die Wählerinnen und Wähler in der Hand. Schulze hofft vor allem auf eine hohe Wahlbeteiligung: „Jetzt sind die Menschen hier in Sachsen-Anhalt gefordert.“ 
Bis zu den ersten Zahlen will der Ministerpräsident erst einmal etwas nachholen, das zuletzt offenbar zu kurz kam: Zeit mit seiner Familie. „Das hatte ich lange nicht. Und da freue ich mich jetzt drauf.“ 

Einen konkreten Plan B für den Fall einer Niederlage nennt Schulze nicht. „Nach 18 Uhr stehe ich wahrscheinlich vor vielen Kameras und wir schauen mal, wie es ist“, sagt er. Für ihn sei klar: „Es ist eine demokratische Entscheidung. Ich erwarte ein bestmögliches Ergebnis.“ 
Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) kommt mit Ehefrau Kati zur Wahl
Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) kommt mit Ehefrau Kati zur Wahl. IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Anke Jonschker

Wahlbeteiligung schießt nach oben – deutlich mehr Menschen wählen als 2021 

 
Da ist richtig Bewegung drin! Bis 12 Uhr haben in Sachsen-Anhalt bereits 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Zum gleichen Zeitpunkt bei der Landtagswahl 2021 waren es lediglich 22,4 Prozent. Das teilt die Landeswahlleiterin mit. 

Damit liegt die Beteiligung am Mittag mehr als zwölf Prozentpunkte über dem Wert von vor fünf Jahren. Der Wahlvormittag verlief nach Angaben der Landeswahlleitung reibungslos, unverhältnismäßig lange Wartezeiten gab es demnach nicht. 

Noch bis 18 Uhr können die Menschen in den rund 2.130 Urnenwahllokalen ihre Stimme abgeben. Wer seine Wahlbenachrichtigung verlegt oder verloren hat, kann ebenfalls wählen, sofern er im Wählerverzeichnis eingetragen ist. Ein amtliches Ausweisdokument sollte dafür bereitgehalten werden. 


Anke Jonschker

Söder bringt plötzlich Linken-Tolerierung für Schulze ins Spiel 

 
Noch während in Sachsen-Anhalt gewählt wird, läuft bereits das große Rechnen für die Zeit danach. CSU-Chef Markus Söder hält es offenbar für denkbar, dass Ministerpräsident Sven Schulze auch ohne eine klassische Koalitionsmehrheit weiterregieren könnte. 
Sollte es keine andere Möglichkeit für eine stabile Regierung geben, könne diese von Parteien toleriert werden, „bei denen sich uns normalerweise alle Haare sträuben würden“, sagte Söder der Rheinischen Post. Auf die Frage, ob damit auch die Linke gemeint sei, verwies der CSU-Chef darauf, dass in den Bundesländern andere Situationen entstehen könnten als im Bund. 

Brisant ist das vor allem deshalb, weil die CDU eine Koalition sowohl mit der AfD als auch mit der Linken ausschließt. Eine Tolerierung wäre allerdings keine Koalition: Die Linke könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung bei entscheidenden Abstimmungen unterstützen, ohne selbst Teil der Regierung zu werden. 
Ob ein solches Modell überhaupt nötig wird, hängt vom heutigen Wahlergebnis und der Sitzverteilung im neuen Landtag ab. 
CSU-Chef Söder bringt eine neue Idee ins Spiel.
CSU-Chef Söder bringt eine neue Idee ins Spiel. IMAGO/Sven Simon

Sachsen-Anhalt steuert auf eine richtungsweisende Wahl zu

Am Sonntag (6. September) entscheiden die Menschen in Sachsen-Anhalt über einen neuen Landtag. 398 Kandidatinnen und Kandidaten aus 16 Parteien treten an. Die Wahllokale öffnen am Wahlsonntag von 8 bis 18 Uhr.

Besonders im Fokus steht das Duell zwischen AfD und CDU. In der jüngsten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen liegt die AfD mit 41 Prozent deutlich vor der CDU mit 23 Prozent.

Wer kann Sachsen-Anhalt künftig regieren?

Mindestens genauso spannend wie die Frage nach der stärksten Kraft dürfte die Regierungsbildung werden. Entscheidend ist dabei auch, welche kleineren Parteien die Fünf-Prozent-Hürde schaffen und damit in den neuen Landtag einziehen.

Aktuell regiert in Magdeburg eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Welche Mehrheiten nach dem 6. September überhaupt möglich sind, wird sich im Laufe des Wahlabends zeigen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche