Mann rast in Magdeburger Weihnachtsmarkt – alle Infos im Live-Ticker Im Uniklinikum behandelte Opfer sind außer Lebensgefahr

Anschlag kurz vor Heiligabend!
Ein Mann aus Saudi-Arabien fährt mit einem Mietwagen in eine Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Über 200 Menschen erleiden teilweise schwere Verletzungen, fünf Personen verlieren ihr Leben, darunter vier Frauen und ein neunjähriger Junge. Die Bewohner zeigen ihre Anteilnahme und Trauer unermüdlich.

Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt – Alle aktuellen Entwicklungen in unserem Live-Ticker

Alexander Schölzel

Im Uniklinikum behandelte Opfer außer Lebensgefahr

Die Stadt verarbeitet weiterhin die Folgen des Anschlags, bei dem der Täter Taleb A., ein Arzt aus Saudi-Arabien, mit einem Auto gezielt über den Weihnachtsmarkt gerast war. Fünf Menschen verloren ihr Leben, bis zu 235 wurden verletzt. Von den 72 Verletzten, die in der Magdeburger Universitätsklinik behandelt wurden, sind nach Angaben des zuständigen Klinikdirektors inzwischen alle außer Lebensgefahr. Viele erlitten schwere Knochenbrüche und innere Blutungen, einige wurden auf der Intensivstation stabilisiert. Ein in die Klinik eingelieferter neunjähriger Junge und eine erwachsene Frau konnten trotz aller Bemühungen nicht gerettet werden.
Eva Johanna Onkels
Eva Johanna Onkels
Der Ticker zum Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg wird nicht weiter aktualisiert. Sollte sich die Lage ändern, werden wir euch auf RTL.de weiter informieren. 
Alexander Schölzel

Stille Weihnachten Trauer nach Anschlag in Magdeburg 

Eigentlich ist der zweite Weihnachtsfeiertag ein Tag der Freude - doch über Magdeburg liegt sechs Tage nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt weiterhin eine schwere Stille. Mehrere Hundert Menschen versammelten sich im Opernhaus, um der fünf Toten und bis zu 235 Verletzten zu gedenken. "Dieses Attentat hat eine große Wunde in unsere Stadt gerissen. Eine Wunde, die blutet", sagte die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, Simone Borris (parteilos), kurz vor Beginn des Konzerts. Es liege nun an den Magdeburgerinnen und Magdeburgern, diese Blutung zu stoppen. Die große Wunde werde jedoch eine Narbe hinterlassen, die die Stadt verändern werde. "Wir müssen versuchen, gemeinsam in der Trauer zueinanderzustehen und dann nach vorn zu schauen", betonte Borris. Anschließend erhoben sich die Gäste zu einer Schweigeminute.
Die erste Vorstellung des jährlichen Weihnachtskonzerts war kurzerhand umgewidmet worden, um ein Zeichen des Zusammenhalts und der Solidarität zu setzen. Unter den Gästen befanden sich Angehörige der Opfer, Betroffene, Rettungskräfte und Ersthelfer. 200 kostenfreie Karten wurden speziell für sie bereitgestellt.
Menschen gedenken der Opfer des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt.
Menschen gedenken der Opfer des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt. dpa
Johanna Werning

Vorwürfe gegen Veranstalter, Stadt und Polizei

Beim Weihnachtskonzert in Magdeburg stand das Gedenken an die Opfer des Anschlags im Mittelpunkt. Inmitten von Trauer und Schmerz versucht die Stadt, einen Weg nach vorn zu finden. Dabei werden jedoch auch Vorwürfe laut – und zwar in Richtung Sicherheitskonzept und Polizeiarbeit. Das berichtet unter anderem die Tagesschau.

Unter anderem gehe es um ein Polizeifahrzeug, das sich nicht an einem vorgesehenen Standort befunden hat. Laut der Tagesschau ermittelt derzeit das Innenministerium. Neben einer Strafanzeige gegen die Polizeiinspektion Magdeburg und gegen die Stadt gebe es auch Ermittlungen gegen den Veranstalter im Rahmen des Sicherheitskonzepts. 
Johanna Werning

Anschlagsopfer in Uniklinik Magdeburg außer Lebensgefahr

Nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg sind in der Universitätsklinik nach Angaben des zuständigen Direktors für Intensivmedizin keine Opfer der Attacke mehr in Lebensgefahr. Von den insgesamt 72 dort behandelten Verletzten seien die allermeisten bereits nach Hause entlassen worden, sagte der Notfallmediziner Robert Werdehausen der Süddeutschen Zeitung. „Und von den 15 Schwerstverletzten, die instabil unser Haus erreicht haben, konnten wir alle stabilisieren – darunter einige Kinder.“
Uli Vonstein

Esken ruft nach Magdeburg-Attacke zu Zusammenhalt auf

Nach der Auto-Attacke auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg ruft die SPD-Vorsitzende Saskia Esken zu Zusammenhalt auf. "Neben möglichen politischen Konsequenzen, die genau geprüft und mit Sorgfalt gewählt werden müssen, darf eine Botschaft nicht außer Acht gelassen werden: Was uns als Gesellschaft verbindet, ist immer größer als das Trennende", sagte Esken. "Gerade in Zeiten der Not und der Trauer dürfen wir darauf vertrauen, dass unser "Mensch sein" und unser Zusammenhalt stärker sind als Hass und Gewalt."

Esken betonte, es sei wichtig, dass die Opfer und ihren Familien jede Hilfe erhielten, die sie benötigten. Sie forderte eine lückenlose Aufklärung der Tat «und warum die Radikalisierung des Täters und seine dokumentierte Gewaltbereitschaft ohne Konsequenzen blieb».
Gizem Schumann
Gizem Schumann

Weihnachten im Zeichen der Trauer – Magdeburg gedenkt Anschlagsopfern


Die Stadt Magdeburg bleibt in tiefer Trauer nach dem verheerenden Anschlag auf ihren Weihnachtsmarkt, bei dem fünf Menschen ihr Leben verloren und bis zu 235 verletzt wurden. Die Bewohner der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt zeigen ihre Anteilnahme und Trauer unermüdlich. Selbst an Heiligabend legen sie am zentralen Gedenkort, der Johanniskirche, Blumen nieder, viele mit Tränen in den Augen. Auch der benachbarte Alte Markt, ein Teil des nun geschlossenen Weihnachtsmarktes, ist ein Ort des Gedenkens geworden.  

Während die Stadt in Trauer verweilt, gehen die Ermittlungen gegen den Täter Taleb A. weiter. Die Behörden arbeiten unermüdlich daran, Licht in die Hintergründe und Motive des Anschlags zu bringen.
Uli Vonstein

Magdeburg in Trauer am Heiligabend 

Blumen, Kerzen, Kuscheltiere: Vier Tage nach der Attacke auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt mit fünf Toten und bis zu 235 Verletzten nehmen Trauer und Anteilnahme in der Landeshauptstadt kein Ende. Auch an Heiligabend war der zentrale Gedenkort an der Johanniskirche von Menschen umringt. Das Blumen- und Kerzenmeer wuchs weiter, viele Trauernde hatten Tränen in den Augen. 
Uli Vonstein

Magdeburg-Gedenken geht unter die Haut 

Ein Tattoo-Studio aus Magdeburg bietet nach dem verheerenden Anschlag auf den Weihnachtsmarkt ein kostenloses Gedenk-Motiv an. „Beten für Magdeburg“ heißt die Aktion, die in sozialen Medien viel Beachtung findet. „Wir wollten einen Beitrag leisten und Tattoos eignen sich gerade gut, um Dinge zu verarbeiten“, sagte einer der beiden Initiatoren der „Magdeburger Volksstimme“. 
Dem Bericht zufolge haben sich bisher schon mehr als 50 Menschen das kostenlose Tattoo stechen lassen. 

Monster Hornet on Instagram: "Ein von uns ins Leben gerufenes Motiv! Wir wollen uns hiermit keine traurige Erinnerung auf der Haut verewigen lassen, sondern wollen hiermit ein Statement setzen! Wir beten nicht nur dafür dass es alle verletzten schaffen, sondern auch dass unsere Stadt wieder sicherer wird und halten in diesen tragischen Zeiten zusammen. Natürlich wollen wir mit diesem Tattoo kein Geld aus diesem unfassbar traurigen Ereignis verdienen, deshalb kann sich jeder der bei der Aktion mitmachen möchte, das Motiv umsonst tätowieren lassen. Wir bitten aber jeden einzelnen unseren Beitrag zu teilen dass alle davon erfahren können! Wir sprechen den Angehörigen und Freunden der Opfer unser tiefstes Beileid aus. #magdeburg #weihnachtsmarkt #tragödie #pray #attentat #tattoo #for #free #zusammenhalt #sachsenanhalt"
866 likes, 112 comments - monsterhornetink on December 21, 2024: "Ein von uns ins Leben gerufenes Motiv! Wir wollen uns hiermit keine traurige Erinnerung auf der Haut verewigen lassen, sondern wollen hiermit ein Statement setzen! Wir beten nicht nur dafür dass es alle verletzten schaffen, sondern auch dass unsere Stadt wieder sicherer wird und halten in diesen tragischen Zeiten zusammen. Natürlich wollen wir mit diesem Tattoo kein Geld aus diesem unfassbar traurigen Ereignis verdienen, deshalb kann sich jeder der bei der Aktion mitmachen möchte, das Motiv umsonst tätowieren lassen. Wir bitten aber jeden einzelnen unseren Beitrag zu teilen dass alle davon erfahren können! Wir sprechen den Angehörigen und Freunden der Opfer unser tiefstes Beileid aus. #magdeburg #weihnachtsmarkt #tragödie #pray #attentat #tattoo #for #free #zusammenhalt #sachsenanhalt".
monsterhornetink, instagram.com
Uli Vonstein

Theater Magdeburg lädt zu Gedenkkonzert

Nach der Attacke auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt startet das Theater Magdeburg am ersten Weihnachtsfeiertag wieder den Vorstellungsbetrieb. Das sei nach Absprache mit der Oberbürgermeisterin und dem Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport entschieden worden, wie das Theater in der Landeshauptstadt mitteilte. Die erste Vorstellung des traditionsreichen Weihnachtskonzerts am Donnerstagmittag im Opernhaus wurde zu einem Gedenkkonzert umgewidmet. 200 kostenfreie Karten sollen an Betroffene, Angehörige der Opfer, Rettungskräfte und Ersthelfer ausgegeben werden, hieß es. Sie stehen an der Theaterkasse zur Abholung bereit. 
(kra)

Tausende bei Lichterkette und AfD-Demo nach Anschlag in Magdeburg

Drei Tage nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt haben in der Stadt tausende Anhänger der AfD demonstriert, während tausende Gegendemonstranten eine Lichterkette gebildet haben. Laut Polizei folgten rund 3500 Menschen am Montagnachmittag einem AfD-Aufruf zu einer Kundgebung auf dem Domplatz. Rund 4000 Menschen bildeten derweil laut Polizei unter dem Motto "Wir wollen trauern - Gebt Hass keine Chance!" eine Lichterkette.
"Wir fordern echte Aufklärung", sagte die aus Berlin angereiste AfD-Chefin Alice Weidel bei der Kundgebung auf dem Domplatz. Es gehe um "die Lehren aus dieser Wahnsinnstat und aus ähnlichen Taten der Vergangenheit".
AfD-Generalsekretär Jan Wenzel Schmidt, der ebenfalls als Redner auftrat, bezeichnete den Anschlag als "monströses politisches Versagen". Der "Massenmörder" habe seine Absichten öffentlich verkündet, dennoch sei sein Asylantrag genehmigt worden. Schuld an dem Anschlag seien nicht die Polizeibeamten, sondern deren Führung, die "ihnen die Hände fesselt und sie alleine lässt", sagte Schmidt. Während der Kundgebung waren immer wieder laute "Abschieben"-Sprechchöre zu hören.
dpa ap
dpa ap
Alexander Schölzel

Vermögen sollte ans DRK gehen – Täter hinterließ Testament im Mietwagen

Taleb A. ist offenbar davon ausgegangen, den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt nicht zu überleben. Ermittler finden im Mietwagen sein Testament, schreibt der Spiegel. Demnach habe er sein gesamtes Vermögen dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) vermachen wollen. Politische Botschaften hätten sich allerdings nicht darin gefunden, so der Bericht. 
Alexander Schölzel

Polizei kontaktierte Täter einige Wochen vor Anschlag 

Die Polizei hat den Täter von Magdeburg einige Wochen vor dessen Todesfahrt kontaktiert. Im September 2023 und Oktober 2024 seien sogenannte Gefährderansprachen durchgeführt worden, sagte Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang im Ältestenrat in Magdeburg. Das Gespräch im vergangenen Jahr sei im Polizeirevier Salzlandkreis durchgeführt worden. Das Gespräch in diesem Jahr sei auf der Arbeitsstätte erfolgt, sagte die CDU-Politikerin.
Die Hintergründe zu den Gefährderansprachen blieben auch auf Nachfrage der Abgeordneten offen. Zieschang sagte, der jeweiligen Zusammenhang solle im vertraulichen Teil der Sitzung dargestellt werden. Der Täter Taleb A. war in den vergangenen Jahren an verschiedenen Stellen aufgefallen. Zieschang sagte, nach einem Post des Mannes auf der Plattform X am 1. Dezember 2023 habe die Polizei Ermittlungen aufgenommen. In diesem Zusammenhang hätten die Beamten ebenfalls versucht, eine Gefährderansprache durchzuführen. Weder am 2. Dezember noch am 4. Dezember 2023 sei der Mann angetroffen worden, sagte Zieschang. Das Verfahren wurde demnach später eingestellt. 
Ob die Gefährderansprache im Oktober 2024 in diesem oder in einem anderen Zusammenhang erfolgte, blieb zunächst offen. Am Samstag hatte bereits der Direktor der Magdeburger Polizeiinspektion, Tom-Oliver Langhans, von einer Strafanzeige und dem Versuch einer Gefährderansprache berichtet. Er nannte keine Details, das Verfahren liege bereits ein Jahr zurück. 
Alexander Schölzel

Taleb A. nach Drohungen nicht als Gefährder eingestuft 

Nach Angaben von Innenminister Christian Pegel (SPD) hatte das Amtsgericht Rostock Taleb A. wegen der Drohungen gegenüber der Ärztekammer zu einer Geldstrafe verurteilt. Die vorhergehenden Ermittlungen hätten jedoch keine Hinweise auf reelle Anschlagsvorbereitungen ergeben und auch keine islamistischen Bezüge offenbart. Nach dem Vorfall in Stralsund sei der Mann im Rahmen einer sogenannten Gefährderansprache von der Polizei auf Konsequenzen hingewiesen worden. Ihm sei gesagt worden, dass man einen sehr viel genaueren Blick auf ihn haben werde. Als Gefährder sei der Mann aber nicht eingestuft worden, sagte Pegel. 
Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, hatte im ZDF gesagt, der Mann habe eine islamfeindliche Einstellung, er habe sich auch mit rechtsextremen Plattformen beschäftigt. Es sei aber noch nicht abschließend möglich zu sagen, dass die Tat politisch motiviert gewesen sei.