Alle Infos in unserem Live-TickerFeuer im Hohen Venn nur noch 25 Kilometer von deutscher Grenze entfernt

Dichter Rauch eines Brandes in der Hochmoor- und Sumpflandschaft Hohe Venn liegt über dem See Lac de Robertville. Hier pumpen Landwirte mit ihren Traktoren das Wasser aus dem See in ihre Tanks und fahren zu den Brandstellen. Wegen der Ausbreitung eines großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland ist die Lage angespannt.
Dichter Rauch eines Brandes in der Hochmoor- und Sumpflandschaft Hohe Venn liegt über dem See Lac de Robertville. Hier pumpen Landwirte mit ihren Traktoren das Wasser aus dem See in ihre Tanks und fahren zu den Brandstellen. Wegen der Ausbreitung eines großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland ist die Lage angespannt.
picture alliance/dpa / Christoph Reichwein

Bilder von verheerenden Bränden sind bisher weit weg gewesen.
Große Feuer wüteten in den vergangenen Monaten etwa in Spanien und Frankreich. Doch plötzlich bangen auch in der Eifel in Nordrhein-Westfalen Tausende Menschen um ihr Zuhause, um ihre Heimat. Die Bedrohung ist quasi vor der Haustür angekommen. Alle aktuellen Entwicklungen zum Waldbrand in NRW lest ihr hier im Live-Ticker auf RTL.de.

Alles zur aktuellen Lage im Hitze-Ticker auf RTL.de

Wichtige Updates
Camilla Koziol

Feuer im Hohen Venn in Belgien nur noch 25 Kilometer von deutscher Grenze entfernt

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der Grenze zu Deutschland kämpfen Feuerwehrleute, Löschflugzeuge und Landwirte weiter gegen den größten Waldbrand in der jüngeren Geschichte Belgiens. "Wenn wir das Feuer nicht eingrenzen können, könnte es Deutschland erreichen, wir sind nur noch 25 Kilometer von der Grenze entfernt", sagte der örtliche Feuerwehrchef Luc Burette am Sonntagnachmittag.
"Wir halten durch, weil jeder will, dass es aufhört", sagte der Feuerwehrmann Grégory Mélotte, der am Sonntag seine dritte Schicht im Einsatz gegen die Flammen absolvierte. Bislang sei das Feuer, das seit Freitag fast 3000 Hektar Vegetation vernichtet hat, nicht unter Kontrolle. Am Sonntagnachmittag waren laut Feuerwehr weiterhin mehrere Brandherde aktiv. Auffrischender Wind erschwere die Lage, sagte Feuerwehrchef Burette: "Wir haben noch einmal einen kompletten Löschzug Verstärkung angefordert."
Im nahe der Grenze zu Belgien gelegenen Monschau in Nordrhein-Westfalen sei kaum noch Rauch aus dem belgischen Brandgebiet zu bemerken, erklärte die dortige Stadtverwaltung am frühen Sonntagabend. Bewohnern grenznaher Gebiete wurde jedoch geraten, diese Bereiche zu verlassen. Feuerwehren aus Aachen und Umgebung sollten gemeinsam die Löschtrupps im benachbarten Belgien unterstützen.
Die Landschaft erschwert den Löscheinsatz im Hohen Venn: Das Naturschutzgebiet besteht neben Wald vor allem aus Torfflächen und Heideland, in denen schweres Gerät schnell einsinkt. Die Einsatzkräfte können deshalb nicht nahe an die Brandherde vordringen. Löschhubschrauber aus Belgien und den Niederlanden sind im Einsatz, zwei Löschflugzeuge aus Schweden trafen am Sonntagnachmittag ein.
Zahlreiche Landwirte unterstützten die Löscharbeiten im Hohen Venn und brachten mit ihren Traktoren Wassertanks an die Einsatzorte. "Im Moment stehen hier 15 Trecker Schlange, um nachzufüllen", sagte Jean-Pierre Robert, der ein Hotel an einem nahegelegenen See betreibt. "Wir haben alle Zäune geöffnet, um den Zugang zum See freizumachen."
Camilla Koziol

Drei Tote bei Waldbränden auf griechischer Insel Salamis und in Spanien

Bei Waldbränden in Griechenland und Spanien sind am Wochenende drei Menschen ums Leben gekommen. Auf der griechischen Insel Salamis nahe Athen wurden in der Nähe des Strands zwei Leichen geborgen, wie ein Feuerwehrsprecher am Sonntag sagte. Hunderte Menschen wurden in Sicherheit gebracht. In der nordostspanischen Region Aragón starb ein Soldat bei der Bekämpfung eines Waldbrands.

Auf Salamis waren nahezu zeitgleich zwei Waldbrände in der Nähe beliebter Badestellen im Süden und Osten der Insel ausgebrochen. Bis zum Abend wurden mehr als 570 Menschen mit Patrouilleschiffen der Küstenwache und anderen Booten evakuiert, wie eine Sprecherin der Küstenwache sagte. Für zwei Menschen, Berichten zufolge ein älteres Paar, sei die Hilfe allerdings zu spät gekommen, sagte Feuerwehr-Kommunikationschef Vassilis Vathrakogiannis mit Blick auf die Todesopfer.

Das griechische Zivilschutzministerium hatte in kurzer Folge insgesamt vier Evakuierungsanordnungen für Salamis veröffentlicht, weil an den beliebten Stränden Peristeria im Süden und Selinia im Osten der Insel "fast gleichzeitig" Brände ausgebrochen waren, wie Behördensprecher Giannis Artopios dem Fernsehsender ERT sagte. "Es ist ein schwieriges Feuer... in bewohntem Gebiet", fügte er hinzu.

Wegen heftigen Winds hatten sich die Feuer binnen Minuten ausgebreitet. Griechische Fernsehsender zeigten Bilder von völlig ausgebrannten Häusern. Laut der griechischen Nachrichtenagentur ANA wurden neun Menschen wegen Verbrennungen behandelt.
Camilla Koziol

Soldat stirbt im Kampf gegen Waldbrand in Nordspanien

Im Nordosten Spaniens ist ein Soldat bei der Bekämpfung eines Waldbrands ums Leben gekommen. Regionalpräsident Jorge Azcón erklärte am Sonntag im Onlinedienst X seine "aufrichtige Anteilnahme" angesichts des Todes des Soldaten, der im Kampf gegen den Brand in der Region Aragón im Einsatz war. Örtlichen Medien zufolge hatte sich sein Fahrzeug überschlagen. An den Löscharbeiten sind hunderte Einsatzkräfte beteiligt.

Der seit Tagen wütende Waldbrand in Aragonien bedroht ein mittelalterliches Kloster. Von dort wurden am Donnerstag die Gebeine der ersten Könige des mittelalterlichen Königreichs Aragón in Sicherheit gebracht. Auch Kunstwerke und ein Kelch wurden in Sicherheit gebracht, während auf den umliegenden Hügeln die Flammen loderten. Zudem mussten hunderte Menschen aus umliegenden Orten ihre Häuser verlassen.

In Spanien haben in diesem Sommer schon mehrere verheerende Waldbrände gewütet. Tausende Menschen mussten vor den Feuern in Sicherheit gebracht werden, vor allem im Zentrum des Landes. Im Juli wütete ein riesiges Feuer in der Provinz Ávila nahe der Hauptstadt Madrid. Bei einem weiteren folgenschweren Waldbrand in der andalusischen Provinz Almería kamen mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben.

Wissenschaftlern zufolge erhöhen die durch den menschengemachten Klimawandel häufigeren und intensiveren Hitzewellen das Risiko von Waldbränden. Dürre und mehrere aufeinanderfolgende Hitzewellen haben die Vegetation in weiten Teilen Südeuropas stark ausgetrocknet.
Camilla Koziol

400 Einsatzkräfte kämpfen gegen Waldbrand im Saarland

Rund 400 Einsatzkräfte kämpfen aktuell im saarländischen Landkreis Neunkirchen gegen einen sich ausbreitenden Waldbrand. "Nach aktuellen Vermessungen mit einer Drohne sind rund sechs Hektar Waldfläche betroffen", teilte das saarländische Innenministerium mit. Innenminister Reinhold Jost habe sich vor Ort ein Bild von der Lage und den laufenden Löscharbeiten gemacht. Konkret betroffen ist ein Bereich beim Ortsteil Hirzweiler der Gemeinde Illingen. 

"Die Brandbekämpfung gestaltet sich insbesondere aufgrund des schwierigen Geländes und der aufwendigen Löschwasserversorgung anspruchsvoll", hieß es. Unterstützung bekämen die Einsatzkräfte am Boden von einem Löschhubschrauber. 

Nach Angaben der Feuerwehr hatte sich der Brand in Richtung eines Hofs ausgebreitet. Aufgrund der aktuellen Lage seien dort vorsorglich alle Pferde evakuiert worden. Aus dem Landesinnenministerium hieß es, Einsatzkräfte sicherten den Hof gegen ein Übergreifen des Feuers. 

"Wir bitten die Bevölkerung, das Gebiet zu meiden und die Zufahrten für anrückende Rettungskräfte freizuhalten", so die Feuerwehr. Die Rauchwolke des Brandes sei weithin sichtbar, hieß es. Der Wald sei gesperrt.

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Seit Donnerstagnachmittag stehen in der Gemeinde Hürtgenwald im nordrhein-westfälischen Kreis Düren inzwischen etwa 30 Hektar Wald in Flammen. Die Lage hat sich in der Nacht zum Freitag (14. August) deutlich verschärft: Das Feuer rückte auf wenige hundert Meter an den Ortsteil Gey heran. Gut 1.800 Menschen mussten deshalb bereits ihre Häuser verlassen.