Alle Infos in unserem Live-TickerRTL-Meteorologe erklärt: So gefährlich könnte der Wind jetzt werden

Waldbrand in Belgien
Eine große Rauchwand ist von Deutschland in Richtung des großen Waldbrands in Belgien im Gebiet Hohes Venn zu sehen.
dpa, Christoph Reichwein/dpa, Christoph Reichwein

Hunderte Helfer kämpfen weiter gegen die Feuerwalze im Hürtgenwald!
Rund 300 Hektar sind von dem Großbrand in der Eifel betroffen, die Bewohner von Gey können weiterhin nicht in ihre Häuser zurück. Tag und Nacht kämpfen die Helfer gegen die Flammen – und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Die Löscharbeiten werden voraussichtlich mindestens bis Montag dauern. Alle aktuellen Entwicklungen zum Waldbrand in NRW lest ihr hier im Live-Ticker auf RTL.de.

Alles zur aktuellen Lage im Hitze-Ticker auf RTL.de

Wichtige Updates
Svenja Hoffmann

Wind soll sich in Richtung Deutschland drehen

Der große Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn ist noch etwa anderthalb Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. 1,8 Kilometer sind es von der Feuerfront bis zu den ersten Häusern auf deutscher Seite, wie die grenznahe Stadt Monschau in Nordrhein-Westfalen am späten Sonntagvormittag mitteilte. Sie geht nach aktuellem Stand zwar nicht davon aus, „dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird“, dennoch bleibt die Lage „kompliziert“, weil der Wind in der Nacht mehrfach gedreht habe.

Und der Wind könnte die Löscharbeiten auch weiterhin erschweren, erklärt RTL-Metrorologe Paul Heger: „Tatsächlich steht zu befürchten, dass sich die Windsituation verschlechtert. Der Wind dreht heute im Laufe des Tages langsam von Nordost auf Nordwest und damit leicht in deutsche Richtung. Morgen und in den kommenden Tagen gibt es häufig sogar Westwind und der lebt gleichzeitig Auf.“ Und das wiederum, so erklärt er, könne „nicht nur die Brände im Hohen Venn anfachen, es könnte sie auch nach Deutschland treiben."

Eine andere Entwicklung in Sachen Wetter mache laut Heger hingegen Hoffnung: „Etwas Hoffnung macht, dass es ab morgen früh immer wieder mal etwas regnen kann. Dieser Regen ist wahrscheinlich nicht stark genug, um die Brände zu löschen – schon gar nicht Moorbrände – aber sie könnten bei den Löscharbeiten helfen.“
Svenja Hoffmann

Wo es in Deutschland überall gebrannt hat –  ein Überblick 

Flammen, dichte Rauchwolken und kräftezehrende Löscheinsätze: Nicht nur im Westen Nordrhein-Westfalens rund um den Hürtgenwald ist die Feuerwehr pausenlos im Einsatz gewesen. Auch in anderen Regionen Deutschlands hat es in den vergangenen Tagen gebrannt. Ein Überblick über ausgewählte Brandherde in verschiedenen Bundesländern:
Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg hatte die Feuerwehr am Wochenende mit kleineren Bränden zu tun. Nahe Heilbronn löschten mehr als 100 Einsatzkräfte am Samstag einen Flächenbrand, der sich auch in ein Waldstück ausgebreitet hatte. Nach Feuerwehrangaben waren zeitweilig knapp 10.000 Quadratmeter in Brand. Bei Baden-Baden brannten nach Angaben der Feuerwehr am Samstag rund 600 Quadratmeter Wald im Stadtgebiet. Eine Ausbreitung des Feuers verhinderten die Einsatzkräfte.
Bayern
Einsatzkräfte sind auch in Unterfranken alarmiert worden. In Waldaschaff brannte es laut Feuerwehr auf etwa 29 Hektar. Es handele sich um einen Flächenbrand, der in den angrenzenden Wald gezogen sei, sagte Markus Fischer, Kreisbrandmeister im Landkreis Aschaffenburg. Drei Polizeihubschrauber warfen bei dem Einsatz am Samstag Löschwasser ab. 600 Einsatzkräfte waren vor Ort.
Auch bei Rechtenbach in Unterfranken rückten Einsatzkräfte aus. Laut Feuerwehr erstreckte sich die betroffene Fläche auf rund 7.000 Quadratmeter. Auch Technisches Hilfswerk (THW), Rotes Kreuz und Polizei waren an dem Einsatz beteiligt. 
Sachsen
Rund um die sächsische Stadt Plauen ist die Feuerwehr tagelang im Einsatz gewesen. Am Sonntag teilte die Stadt mit, die Lage habe sich „maßgeblich entspannt“. Mit Drohnenunterstützung löschten die Einsatzkräfte demnach in der Nacht noch einzelne Glutnester ab. Der Waldbesitzer setzte am Samstag die Aufräumarbeiten mit schweren Forstmaschinen fort.
Im Landkreis Nordsachsen ist eine Waldfläche von rund 4.000 Quadratmetern beschädigt worden. Die Ursache des Feuers Doberschütz sei noch unklar, teilte die Polizei mit. Es gebe aber Hinweise, dass der Brand durch Menschen verursacht worden sein könnte. Deswegen werde nun ermittelt. 
Rheinland-Pfalz
Zu einem großen Wald- und Wiesenbrand kam es bei Langscheid westlich von Koblenz in Rheinland-Pfalz. Der Brand war am Sonntag unter Kontrolle. Am Freitag war eine Fläche von rund 50 Hektar in Brand geraten. Hunderte Feuerwehrleute und zwei Hubschrauber hatten stundenlang gegen die Flammen gekämpft. Einsatzkräfte sollen aber weiter vor Ort sein, um die Lage zu überwachen und bei Bedarf weiter zu löschen.
Thüringen
Im Norden Thüringens im Landkreis Eichsfeld brannte ein Wald bei Wahlhausen. „Das Feuer entzündete sich am Wegrand, breitete sich durch den Wind aus und erfasste letztendlich ca. 2.500 Quadratmeter Waldfläche“, teilte die Polizei mit. Die Feuerwehr verhinderte, dass sich das Feuer weiter ausbreitet.
 
Svenja Hoffmann

Feuerwehr in Monschau: Fahren Einsatz zurück


Die Lage in Monschau an der belgischen Grenze hat sich laut Feuerwehr entspannt. Man halte zunächst nur noch 20 Kräfte vorsorglich vor Ort.

Die Gefahrenlage in Monschau an der belgischen Grenze hat sich nach Einschätzung der dortigen Feuerwehr entspannt. „Wir fahren zurück“, sagte Einsatzleiter Philipp Krüger der Nachrichtenagentur dpa am Morgen. Schon in der Nacht habe man einen Großteil der rund 90 Einsatzkräfte abgezogen. „Aktuell sind wir noch mit 20 Personen auf Reserve vor Ort.“.

Die Feuerfront im belgischen Hohen Venn ist nahe an die deutsche Grenze herangekommen, die Stadt Monschau hatte rund 5.000 Bewohnerinnen und Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich am Samstag vorsorglich gebeten, sich auf eine Evakuierung einzustellen. Monschau liegt rund zwei Kilometer von der Grenze entfernt. Nun sagte aber der Feuerwehrsprecher, diese Warnung werde die Stadt voraussichtlich in Kürze zurücknehmen.

Man beobachte die Brand-Entwicklung weiter ganz genau und werde im Notfall angemessen reagieren und die Kräfte bei Bedarf wieder verstärken.

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Seit Donnerstagnachmittag stehen in der Gemeinde Hürtgenwald im nordrhein-westfälischen Kreis Düren inzwischen etwa 30 Hektar Wald in Flammen. Die Lage hat sich in der Nacht zum Freitag (14. August) deutlich verschärft: Das Feuer rückte auf wenige hundert Meter an den Ortsteil Gey heran. Gut 1.800 Menschen mussten deshalb bereits ihre Häuser verlassen.