Auf Volksfest in BayernMann gibt sich als Sanitäter aus und will Patient intubieren

Blaulicht und Krankenwagen (Symbolbild)
Ein 24-Jähriger soll sich auf der Landshuter Dult als Notfallsanitäter ausgegeben und einen bewusstlosen 22-Jährigen behandelt haben, der dabei leicht verletzt wurde. (Symbolbild)
picture alliance / dpa / Matthias Balk
von Martina Lewinski

Erst einem echten Sanitäter kam alles merkwürdig vor!
Auf der Landshuter Dult, einem Volksfest in Bayern, soll sich ein 24-Jähriger als Notfallsanitäter ausgegeben und bei der Behandlung eines bewusstlosen Mannes mitgeholfen haben. Dabei ging er offenbar so weit, dass er versuchte, den Patienten zu intubieren. Der 22-Jährige wurde dabei leicht verletzt. Über den Vorfall berichtet der Bayerische Rundfunk.

Plötzlich steht ein vermeintlicher Kollege vor den Rettern

Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend gegen 23.50 Uhr. Wie BR24 unter Berufung auf die Polizei berichtet, bekam ein 22-Jähriger auf der Landshuter Dult Kreislaufprobleme und verlor zeitweise das Bewusstsein. Seine Freunde alarmierten daraufhin den Rettungsdienst.

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Weitere Details zum Ablauf teilte das BRK Landshut am Montag mit. Demnach hielt sich der 24-Jährige zum Zeitpunkt des Notrufs vor der Sanitätswache auf. Als der ehrenamtliche Sanitätswachdienst zu dem Patienten ausrückte, gab sich der Mann gegenüber den Helfern als ausgebildeter Notfallsanitäter aus und begleitete sie.

Die Einsatzkräfte gingen zunächst davon aus, tatsächlich einen entsprechend qualifizierten Kollegen vor sich zu haben. Deshalb durfte sich der 24-Jährige an der Versorgung des bewusstlosen Patienten beteiligen.

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Der Einsatz nimmt eine gefährliche Wendung

Dann wurde es gefährlich: Nach Angaben der Polizei versuchte der 24-Jährige, dem Patienten einen Tubus – also einen Schlauch – in die Luftröhre einzuführen. Für einen solchen medizinischen Eingriff ist eine entsprechende Qualifikation erforderlich.

Bei dem Intubationsversuch wurde der 22-Jährige leicht verletzt. Anschließend brachten die Helfer den Patienten in die Sanitätswache. Dort wurde er an den regulären Rettungsdienst übergeben und weiter medizinisch versorgt.

Ein echter Sanitäter schöpft Verdacht

Während des Einsatzes kamen einem echten Sanitäter Zweifel an dem vermeintlichen Kollegen. Florian Sommerer, Kreisbereitschaftsleiter des BRK Landshut, erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, der 24-Jährige habe medizinische Fachbegriffe verwechselt und „nicht wie ein Profi gearbeitet“.

Daraufhin wurde die Polizei verständigt. Die Beamten stellten die Identität des Mannes fest. Nach Angaben der Polizei war der 24-Jährige zudem leicht alkoholisiert. Ob und welche medizinischen Vorkenntnisse der Mann tatsächlich besitzt, ist bislang nicht abschließend geklärt. Genau das ist nun Teil der Ermittlungen.

„Arztkoffer“ entpuppt sich als Laptoptasche

Bei dem 24-Jährigen fanden die Beamten außerdem eine Tasche mit Medikamenten. Auch hierzu machte Sommerer gegenüber dem BR weitere Angaben: Bei dem vermeintlichen „Arztkoffer“ habe es sich tatsächlich um eine Laptoptasche mit verschreibungspflichtigen Medikamenten gehandelt. Die Polizei beschlagnahmte die Tasche und erteilte dem Mann einen Platzverweis.

Gegen den 24-Jährigen läuft nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Die Ermittler wollen unter anderem klären, welche medizinischen Vorkenntnisse er besitzt und ob er überhaupt zu dem vorgenommenen Eingriff berechtigt war.

BRK warnt vor Vertrauensverlust

Für das BRK Landshut geht der Vorfall über den konkreten Fall hinaus. Kreisbereitschaftsleiter Sommerer bedauerte gegenüber dem BR, dass durch solche Ereignisse Vertrauen verloren gehe. Künftig müsse man in vergleichbaren Situationen noch skeptischer sein.

Das BRK Landshut betont zugleich, dass die Sanitätswache auf der Dult personell und fachlich so aufgestellt sei, dass die Einsatzkräfte Patienten selbstständig versorgen könnten. Unterstützung von Außenstehenden sei nur in seltenen Ausnahmefällen erforderlich und müsse eng mit den verantwortlichen Einsatzkräften abgestimmt werden.

Verwendete Quelle: BR24 unter Berufung auf Polizei und BRK Landshut