Todesdrama in KerzersSechs Menschen sterben bei Busbrand – das ist über den Täter bekannt
Die Frage nach dem Warum bleibt!
Im schweizerischen Kerzers bricht in einem Linienbus ein Inferno aus. Meterhohe Flammen, Rauch bis in den Himmel: Sechs Menschen kommen ums Leben, fünf weitere werden verletzt. In einer Pressekonferenz nennt die Polizei neue Details zur Tragödie und zum mutmaßlichen Täter.
Busbrand in der Schweiz – sechs Menschen sterben in Kerzers
In der Pressekonferenz am Mittwochmittag zieht die Polizei eine Bilanz zur aktuellen Lage und nennt neue Details zum Tatablauf. Laut ersten Ermittlungen geriet der Linienbus des Unternehmens Postauto am Dienstabend auf der Strecke zwischen der Ortschaft Düdingen und Kerzers kurz vor der Endstation in Kerzers in Brand. Gleich mehrere Notrufe seien gegen 18.25 Uhr bei der Polizei eingegangen, heißt es in der Pressekonferenz am Mittwoch. Bereits wenige Minuten später sind erste Einsatzkräfte vor Ort.
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Doch nicht alle Opfer können gerettet werden: In dem Inferno kamen sechs Menschen ums Leben. Fünf wurden verletzt. Die Opfer des verheerenden Busbrandes in der Schweiz stammen alle aus der Region und sollen zwischen 1961 und 2009 geboren sein, sagte der Kommandant der Kantonspolizei, Philippe Alla. Wie die Polizei weiter berichtete, werde die genaue Identität der sechs Toten voraussichtlich im Laufe des Nachmittags mitgeteilt, sobald die Angehörigen informiert worden seien. Man sei aktuell in den letzten Zügen. Von den fünf Verletzten seien noch zwei im Krankenhaus.
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Busbrand in der Schweiz: Das ist über den Täter bekannt
Zudem wurde ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Mordes, erklärt der Generalstaatsanwalt am Mittwoch. Aktuell laufen die Auswertungen von Zeugenaussagen, Spuren und Überwachungsbildern. Der Verdacht: Ein Schweizer ist mit einer Tasche gegen 17.45 Uhr in Düdingen in den Bus eingestiegen und hat sich dann gegen 18.25 Uhr mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und angezündet. Er soll unter den Toten sein.
Details zum Tatverdächtigen nennt die Polizei derzeit nicht. Er soll zwischen 60 und 70 Jahren alt sein. Seine Familie habe den Mann aus dem Kanton Bern im Vorfeld als vermisst gemeldet, heißt es lediglich. Der Mann habe offenbar psychische Probleme und lebe am Rande der Gesellschaft, so der Generalstaatsanwalt weiter. „Was das Motiv angeht, gibt es absolut keine Anhaltspunkte, die auf einen terroristischen Hintergrund hindeuten“, erklärte Raphaël Bourquin, Generalstaatsanwalt des Kantons Freiburg.
„Eine vorsätzliche Tat könnte die Ursache für dieses Drama sein“, teilte die Polizei bereits am späten Dienstagabend mit. Die Kantonspolizei Freiburg schließt einen expliziten Terrorakt aus, eine Gewalttat aber nicht. „Bisher gibt es keine Anzeichen für einen terroristischen Hintergrund“, sagte ein Sprecher am Mittwochmorgen gegenüber RTS.
Die Polizei sucht nach Zeugen. „Wir bitten alle Personen, die nützliche Hinweise für die Ermittlungen geben können – insbesondere diejenigen, die sich gegen 17:45 Uhr an der Bushaltestelle in Düdingen befanden, auf der Strecke Düdingen – Kerzers unterwegs waren oder Videos vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte haben –, sich unter der Telefonnummer 026 347 01 17 mit der Kantonspolizei in Verbindung zu setzen.“

Trauerfeier nach Busbrand in Kerzers
Für Mittwoch sind eine Gedenkminute und eine Gedenkfeier für die Opfer des Brandbusses geplant. Die Gebets- und Andachtsfeier findet um 19 Uhr in der reformierten Kirche Kerzers statt. Zudem soll sowohl für die Familien der Opfer als auch für die Gemeinde weiterhin psychologische Unterstützung angeboten werden.
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In sozialen Medien kursierten dramatische Bilder und Videos von dem brennenden Bus. Darauf sind meterhohe Flammen zu sehen. Eine riesige Rauchsäule steigt in den Himmel. Die Feuerwehr löschte die Flammen, aber der Bus brannte völlig aus. Auf den Bildern sind zahlreiche Menschen zu sehen, die den brennenden Bus mit Handykameras filmen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa und Blick


