Mit Glühaugen und lautem GeheulFiese Monster-Wölfe aus Japan: Diese Roboter stoppen jetzt Bären!

In Japan verdoppelt sich die Zahl der Bärensichtungen binnen zwei Jahren. Im vergangenen Steuerjahr sterben insgesamt 13 Menschen bei Attacken der Tiere. Ein Unternehmen bietet seit einiger Zeit einen Roboter in „Wolfsoptik“ an, um sie zu verjagen. Es kann die Nachfrage kaum befriedigen.

Glühende Augen, ein angsteinflößendes Gebiss und ein zotteliges Fell - bei dieser Kreatur handelt es sich nicht um ein Raubtier, sondern um einen als Wolf verkleideten Roboter, der die sich in Japan ausbreitenden Bären abschrecken soll. Der „Monster-Wolf“ des japanischen Unternehmens Ohta Seiki wirkt nicht nur durch seine Optik abschreckend, er heult und jault auch. Die Zahl der Bestellungen ist nach Unternehmensangaben auf einen neuen Rekordstand gestiegen.

Wie das in Hokkaido ansässige Unternehmen mitteilte, wurden seit Jahresbeginn schon etwa 50 Exemplare des Wolfsroboters geordert - so viele wie bislang in einem gesamten Jahr. „Wir fertigen sie per Hand. Wir können sie jetzt nicht schnell genug herstellen“, schilderte Unternehmenschef Yuji Ohta. Die Kunden müssten bis zur Auslieferung daher zwei bis drei Monate warten.

Im Preis von umgerechnet rund 3400 Euro sind die Batterien, Solarzellen, Sensoren und Lautsprecher mit inbegriffen. Der Roboter kann mehr als 50 unterschiedliche Töne ausstoßen, darunter menschliche Stimmen und elektronische Geräusche, die noch bis in einem Kilometer Entfernung zu hören sind. Die Augen sind mit roten LED-Lampen versehen, der Schwanz mit blauen.

Die meisten Bestellungen kommen von Landwirten, den Betreibern von Golfplätzen und Menschen, die in ländlichen Gebieten draußen arbeiten. Im Steuerjahr 2025/2026 war in Japan die Zahl der durch Bären getöteten Menschen auf 13 gestiegen - das Zweifache des bisherigen Rekordwerts. Auch die Zahl der landesweiten Bär-Sichtungen erreichte nach offiziellen Angaben mit mehr als 50.000 einen neuen Höchststand. Beim bisherigen Rekord vor zwei Jahren waren es nicht einmal halb so viele gewesen.

Die umherstreifenden Bären dringen immer weiter in menschliche Siedlungen vor. Sie sorgten bereits in Supermärkten oder in der Nähe von Schulen oder bei den bei Touristen beliebten heißen Quellen für Aufregung. Die Zahl der gefangenen und danach getöteten Bären verdreifachte sich daher zuletzt auf 14.601 in einem Jahr.

Ohta hatte seinen Robotor-Wolf 2016 vorgestellt. Nachdem das Gerät zuerst oftmals als Spielerei angesehen wurde, hat es sich mittlerweile einen Markt erkämpft. Das Unternehmen arbeitet nun an einer Version auf Rollen, um Tiere zu jagen oder auf vorgegebenen Routen zu patrouillieren.

Verwendete Quellen: als/AFP