Experte nach Horror-Start der Boeing 787 in München„Das hätte einen Feuerball mit hunderten Todesopfern geben können“

Warum hob das Flugzeug erst hinter dem Bahnende ab?
Diese Bilder lassen einem nachträglich das Blut in den Adern gefrieren. Eine Boeing 787 von Vietnam Airlines hebt in München erst hinter dem Ende der Startbahn ab, das Heck schlägt auf dem Boden auf. Jetzt wird deutlich, wie knapp Flug VN34 offenbar an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist.
„Das hätte einen Feuerball mit hunderten Todesopfern geben können“
Es sind drastische Worte. „Das hätte einen Feuerball mit hunderten Todesopfern geben können, wenn die Piloten die Maschine nicht noch hochgezogen hätten“, sagt Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Seiner Einschätzung nach waren bei dem missglückten Start sogar Menschen außerhalb des Flughafengeländes in Gefahr.
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Die Boeing 787 von Vietnam Airlines war am Samstagnachmittag (15. August) auf der Südbahn des Münchner Flughafens unterwegs, schaffte es jedoch erst hinter dem eigentlichen Bahnende in die Luft. Videos zeigen mächtige Staubwolken und Erschütterungen in der Kabine. Nach Informationen der Plattform Aviation Herald sollen zudem vor dem Start mindestens die Bremsen auf der rechten Seite des Jets blockiert haben.
Wegen der geringen Startgeschwindigkeit setzte das Heck des Flugzeugs auf und wurde schwer beschädigt. Bei der späteren Rückkehr und Landung auf der Nordbahn wurden außerdem Reifen des Hauptfahrwerks zerfetzt. Die gute Nachricht nach diesen dramatischen Minuten: Nach Angaben des Flughafens blieben die Passagiere unverletzt und wurden anschließend mit Bussen ins Flughafengebäude gebracht.
Warum wurde der Start nicht abgebrochen?
Genau diese Frage beschäftigt nun die Ermittler. Großbongardt verweist darauf, dass die Münchner Startbahn mit 4.000 Metern eigentlich ausreichend Sicherheitsreserven bietet. Warum die Besatzung den Start nicht rechtzeitig abbrach und weshalb die Boeing überhaupt erst so spät abhob, muss jetzt die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung klären.
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Dabei dürften insbesondere Flugdatenschreiber und Voicerecorder eine wichtige Rolle spielen. Sie sollen helfen zu rekonstruieren, was sich während des Starts im Cockpit abgespielt hat. Bis es belastbare Antworten gibt, dürfte allerdings viel Zeit vergehen. Großbongardt rechnet damit, dass die Untersuchung Monate dauern wird.
Boeing 787 gilt weiterhin als sicheres Flugzeug
Grundsätzliche Zweifel an der Sicherheit der Boeing 787 hält Großbongardt wegen des Vorfalls nicht für angebracht. „Die 787 ist ein absolut sicheres Verkehrsflugzeug“, sagt er.
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Zuletzt hatte auch eine Boeing 787 der Lufthansa am Frankfurter Flughafen Schlagzeilen gemacht, nachdem im Stand das Bugfahrwerk eingeknickt und der Jet auf die Nase gefallen war. Ursache war dort laut dpa ein Wartungsfehler. Wie es zu dem dramatischen Start von Flug VN34 in München kommen konnte, bleibt dagegen vorerst offen.
Verwendete Quellen: dpa, Instagram, Aviation Herald


