Alle Entwicklungen zum tödlichen Drama Hantavirus-Ausbruch im Liveticker: „Endstadium”! Infizierte Passagierin muss mit künstlichen Lunge beatmet werden

The cruise ship MV Hondius arrives at the port of Granadilla de Abona after being affected by a hantavirus outbreak, in Tenerife, Spain, May 10, 2026. REUTERS/Hannah McKay
Noch vor Teneriffa soll ein Arzt lediglich „Angst” bei einer Patientin diagnostiziert haben
REUTERS

Es breitet sich immer weiter aus!
Auf einem Kreuzfahrtschiff ist das Hantavirus ausgebrochen. Drei Menschen sind schon tot. Mehrere weitere, die Kontakt zu den Erkrankten hatten, haben sich infiziert. Alle aktuellen Entwicklungen in unserem Liveticker.

Johanna Kroke

Mit künstlichen Lunge beatmet  – Infizierte Französin im „Endstadium der Behandlung"

Die Passagierin aus Frankreich wurde nach der Evakuierung von dem Kreuzfahrtschiff  „Hondius" positiv auf das Hantavirus getestet. Ihr Zustand hat sich inzwischen rapide verschlechtert. Wie die behandelnden Ärzte laut People Magazin mitteilen, schwebe die Frau nun in Lebensgefahr und werde künstlich beatmet. 

Die schweren Komplikationen durch das Hantavirus hätten in „der Endphase der unterstützenden Behandlung“ bei der Frau zu lebensbedrohlichen Lungen- und Herzproblemen geführt, erklärt Dr. Xavier Lescure, Spezialist für Infektionskrankheiten des Pariser Krankenhauses, in dem die Frau behandelt wird, laut Associated Press.  

Camilla Koziol

EU-Behörde: Keine Hinweise auf Mutation von Hantavirus

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" gibt es laut der EU-Gesundheitsbehörde ECDC keinen Hinweis für eine Mutation des Virus. Das Andesvirus verhalte sich nicht anders als in Gebieten, in denen dieser Hantavirusstamm bereits verbreitet sei, erklärte am Mittwoch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm. Derweil sind weiter Krankenhäuser in mehreren Ländern mit der Überwachung der früheren "Hondius"-Passagiere beschäftigt.

Die Gen-Sequenzen aller bislang erhaltenen Proben von dem Hantavirus-Ausbruch seien "praktisch identisch", erklärte der ECDC-Mikrobiologe Andreas Hoefer. Dies bedeute, "dass es wahrscheinlich nur ein einziges Ereignis einer Übertragung von einem infizierten Tier zum Menschen" gegeben habe.
Camilla Koziol

Britische Passagiere verlassen Klinik und gehen in häusliche Quarantäne

22 britische Passagiere und Besatzungsmitglieder, die sich an Bord der MV Hondius befanden, sind am Mittwoch (13. Mai) aus dem Arrowe Park Hospital in Merseyside entlassen worden. Darunter sind 20 Briten, ein deutschen Staatsbürger – der seinen Wohnsitz in Großbritannien hat – und ein japanischen Passagier.

Sie wurden zuvor 72 Stunden lang in Isolation beobachtet. Jetzt wird von ihnen erwartet, dass sie sich für weitere 42 Tage in häusliche Isolation begeben.



Johanna Grewer

Kontaktperson wird von Düsseldorf nach München gebracht 

Die in der Uniklinik Düsseldorf betreute Kontaktperson vom Kreuzfahrtschiff  „Hondius" wird unter Schutzmaßnahmen in ein heimatnahes Krankenhaus zurück nach Bayern gebracht. Ziel ist eine Klinik in München, teilten das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und die München Klinik mit. 
Die Person sollte im Laufe des Tages eintreffen. Zuvor hatte die Uniklinik Düsseldorf mitgeteilt, dass die betreute Kontaktperson in ein heimatnahes Krankenhaus verlegt werde. Angaben zum Zielkrankenhaus oder Zielregion machte sie aber nicht. 
Die Uniklinik Düsseldorf machte von Anfang an auch keinerlei Angaben zu der Kontaktperson wie Alter und Wohnort. Nach Angaben des niederländischen Außenministeriums soll es sich um eine 65-Jährige handeln, die in engem Kontakt mit der deutschen Frau stand, die an Bord des Schiffes gestorben war. 
Die Person befindet sich nach früheren Angaben der Uniklinik Düsseldorf in Quarantäne, zeigt aber nach wie vor keine klinischen Anzeichen einer Infektion. Auch umfangreiche virologische Untersuchungen deuteten bisher nicht auf eine Infektion hin, hieß es in der jüngsten Mitteilung der Uniklinik. Der Erreger konnte demnach in den Laboruntersuchungen nicht nachgewiesen werden. 
 
tma

Hantavirus-Kontaktperson landete am Wiener Flughafen 


Ein Österreicher war kurz mit einer mit dem Hantavirus infizierten Frau in einem Flugzeug. Darüber informierte das österreichische Gesundheitsministerium am Mittwoch (13. Mai).
Der betreffende Flug von Johannesburg nach Amsterdam mit einer KLM-Maschine fand bereits am 25. April statt. Die Frau war zuvor vom Kreuzfahrtschiff „Hondius” evakuiert worden. Zu dem Zeitpunkt war die Niederländerin so schwer erkrankt, dass die Crew entschied, dass sie nicht mitfliegen durfte. Sie starb wenig später in Johannesburg.
Nach aktuellem Wissensstand sei eine tatsächliche Ansteckung des Österreichers „äußerst unwahrscheinlich”, heißt es aus dem Ministerium. Der Mann hat aktuell keine Symptome. Er habe im Flugzeug innerhalb von zwei Reihen um den Sitzplatz der erkrankten Frau gesessen. Laut Behörden gelte der Österreicher deshalb nur als Niedrigrisiko-Kontaktperson.

Er wurde angewiesen, sich bei Symptomen sofort zu melden und Großveranstaltungen sowie medizinische Einrichtungen zu meiden. Der Mann wurde außerdem aufgefordert, die Gesundheitsbehörde über einen Wechsel des Aufenthaltsorts zu informieren. 
 
Johanna Kroke

Was das Hantavirus von der Corona-Pandemie unterscheidet

Vor allem in sozialen Netzwerken wird das Hantavirus mit dem Covid-19-Erreger verglichen. Fachleute betonen jedoch, dass sich beide Situationen deutlich unterscheiden – insbesondere bei der Übertragbarkeit und dem Risiko für die Allgemeinbevölkerung. 
In sozialen Netzwerken wird behauptet, das Hantavirus „könnte eine Pandemie auslösen, die viel tödlicher ist als Covid". Fachleute teilen diese Sorge nicht. Das Virus sei nicht mit dem Covid-Erreger Sars-CoV-2 oder mit Influenza vergleichbar, erklärt Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.
Zwar gelten bestimmte Hantavirus-Erkrankungen als vergleichsweise schwer und potenziell lebensbedrohlich, doch eine hohe Sterblichkeit allein führt nicht zu einer Pandemie. Entscheidend ist, wie leicht sich ein Erreger verbreitet und die Übertragbarkeit ist hier wesentlich geringer als bei Sars-CoV-2. 

Josef Holnburger findet die Vergleiche mit der Corona-Pandemie nicht überraschend. Der Geschäftsführer des Centers für Monitoring, Analyse und Strategie (Cemas), das Radikalisierung und Verschwörungserzählungen im Internet untersucht, verweist auf die Sorge von Menschen, dass so etwas erneut passieren könnte.
Camilla Koziol

WHO: Hantavirus-Geschehen unter kontrollierter Beobachtung

Alle Hantavirus-Verdachts- und bestätigten Fälle sind nach WHO-Angaben inzwischen isoliert und stehen unter medizinischer Beobachtung. Damit sei das Risiko weiterer Übertragungen auf ein Minimum reduziert, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Madrid. Derzeit sind demnach elf Fälle im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" erfasst. Darunter sind drei Todesfälle, die ganz am Anfang infizierte Menschen betrafen. Für neun der Fälle gibt es Labornachweise. 

Camilla Koziol

Vier deutsche Schiffspassagiere in Heimatregionen angekommen

Die vier Passagiere aus Deutschland, die während des Ausbruchs des tödlichen Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" waren, sind in ihren Heimatregionen angekommen. Die Menschen aus Baden-Württemberg, Berlin und Sachsen wurden in häusliche Quarantäne gebracht, wie die jeweiligen Behörden am Dienstag mitteilten. Der Patient oder die Patientin aus Bayern wurde den Angaben zufolge zunächst in eine Münchner Klinik eingeliefert. Alle vier waren demnach symptomfrei.
Camilla Koziol

WHO-Chef: Unsere Arbeit ist noch nicht vorbei

Nach der Evakuierung der letzten Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Hondius" wegen eines Hantavirus-Ausbruchs kann laut WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus noch keine Entwarnung gegeben werden. "Unsere Arbeit ist noch nicht vorbei", sagte Tedros am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez in Madrid.

Zwar gebe es kein Anzeichen für den Beginn eines größeren Ausbruchs, betonte der WHO-Chef. "Aber natürlich kann sich die Lage ändern, und angesichts der langen Inkubationszeit des Virus ist es möglich, dass in den kommenden Wochen weitere Fälle auftreten."
Tedros mahnte alle beteiligten Länder, die Empfehlungen seiner Organisation zur Eindämmung des potenziell tödlichen Virus ernst zu nehmen. "Wir können die Länder nicht verpflichten, unsere Protokolle anzuwenden", sagte er. "Wir können nur dazu raten und Empfehlungen aussprechen."
Camilla Koziol

Positiv getesteter Spanier leidet unter Symptomen

Nach der Evakuierung des Kreuzfahrtschiffs "Hondius" wegen eines Hantavirus-Ausbruchs hat einer der von Bord gebrachten spanischen Passagiere Symptome entwickelt. Der Betroffene leide unter leichtem Fieber und Atemwegsbeschwerden, sein Zustand sei aber stabil, teilte das Gesundheitsministeriums in Madrid am Dienstag mit. Der Patient, dessen Alter nicht mitgeteilt wurde, wird in einem Militärkrankenhaus in Madrid behandelt.

Er und 13 weitere "Hondius"-Passagiere werden in der Klinik isoliert, um eine Ausbreitung des potenziell tödlichen Virus zu verhindern. Alle wurden einem PCR-Test unterzogen, nur der nun erkrankte Mann wurde positiv getestet.
Johanna Kroke

Symptome als Angstzustände abgetan! Passagierin jetzt in „sehr kritischem“ Zustand

Eine französische Passagierin der „Hondius" befindet sich nach dem Ausbruch des Hantavirus nun in einem kritischen Zustand. Vor ihrem Rückflug von Teneriffa nach Paris wurde die Frau von Ärzten des spanischen Auslandsgesundheitsdienstes untersucht. Dabei stellten die Mediziner Symptome fest, die nicht „mit dem Hantavirus vereinbar" seien, so Gesundheitsminister Javier Padilla Bernáldez laut The Guardian. Die Ärzte gingen davon aus, „dass es sich bei dem, was sie in diesem Moment hatte, um eine Art Stress, Angst oder Nervosität handelte“, erklärt der Gesundheitsminister.

Erst nach der Evakuierung wird die Französin positiv auf das Virus getestet. Im Flugzeug auf dem Weg nach Paris habe sich die Frau zum ersten Mal krank gefühlt, sagt Bernáldez weiter. Wie die WHO mitteilt, befinde sich die Frau inzwischen ine einem „sehr kritischen“ Zustand. Sie befindet sich derzeit in Paris in Isolation, und 22 Kontaktpersonen wurden zurückverfolgt, sagte die französische Gesundheitsministerin Stéphanie Rist laut BBC.

Johanna Kroke

Spanischer Passagier in Quarantäne positiv auf Hantavirus getestet

Einer der 14 spanischen Passagiere von dem Kreuzfahrtschiff „Hondius" ist in der Quarantäne in Madrid positiv auf das Hantavirus getestet worden. „Die Person ist isoliert, ohne Symptome und wohlauf", schrieb Gesundheitsministerin Mónica García auf der Plattform X. Die PCR-Tests der anderen 13 Spanier im Militärkrankenhaus Gómez Ulla in Madrid hätten ein negatives Ergebnis gezeigt. 

Der staatliche spanische TV-Sender RTVE berichtete, es würden weitere Test vorgenommen, um die Ergebnisse zu bestätigen. Spanien hat für die 14 Personen eine Isolation von bis zu 42 Tagen gerechnet ab dem 6. Mai angeordnet. 
Camilla Koziol

Kontaktperson zurück in Bayern – Quarantäne in Schwabinger Klinik

Nach dem Hantavirus-Ausbruch ist eine Kontaktperson zurück nach Bayern gebracht worden. Die Person sei am Nachmittag in der München Klinik im Stadtteil Schwabing angekommen und bleibe dort vorerst in einem isolierten Zimmer in Quarantäne, teilten das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und das Krankenhaus mit. Die Person sei in einer "stabilen klinischen Verfassung" und werde in der Klinik bleiben, bis die Inkubationszeit vorbei sei.

Dieser Zeitraum zwischen Ansteckung und ersten Symptomen beträgt beim Hantavirus laut Experten in der Regel zwei Wochen. Er kann aber zwischen sieben Tagen und sechs Wochen schwanken. Die bisherigen Untersuchungen hätten ergeben, dass die Person aktuell keine Hantavirus-Symptome aufweist, hatte ein LGL-Sprecher vor Ankunft der Person in Bayern mitgeteilt. Weitere Details zu der Person aus Bayern nannte die Behörde unter Verweis auf den Persönlichkeitsschutz nicht.
Camilla Koziol

US-Patienten landen in ihrer Heimat 

US-Patienten landen am Montag (11. Mai) auf dem Eppley Airfield in Omaha (US-Bundesstaat Nebraska).
US-Patienten landen am Montag (11. Mai) auf dem Eppley Airfield in Omaha (US-Bundesstaat Nebraska). REUTERS/Hayden Smith

Drei Menschen sterben an Hanta-Infektion

Kurz nach der Ankunft des von einem Ausbruch des Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes auf Teneriffa haben sich Ärzte an Bord der „Hondius” begeben. Das medizinische Personal werde nun auf dem Schiff die epidemiologische Untersuchung durchführen, teilte das spanische Gesundheitsministerium in Madrid mit.

Erst nachdem die Menschen an Bord auf akute Krankheitssymptome untersucht wurden, sollen alle Passagiere und zahlreiche der Crewmitglieder nach und nach ausgeschifft und anschließend auf dem Luftwege in ihre jeweiligen Heimatländer gebracht werden.

Klar ist nun auch, wie es mit den verbliebenen deutschen Passagieren vor Ort weitergeht: Gesundheitsministerin Mónica García sagte vor Journalisten, man werde zunächst die 14 Spanier an Bord ausschiffen und nach Madrid bringen. „Der nächste Staat, der die Evakuierung übernehmen wird, sind die Niederlande. Sie werden ebenfalls Staatsbürger aus Deutschland, Belgien und Griechenland sowie einen Teil der Besatzung mitnehmen“, erklärte sie.

Auf dem Kreuzfahrtschiff sind Reisegäste und Besatzungsmitglieder aus 23 Ländern. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist darunter eine mittlere einstellige Zahl von deutschen Staatsangehörigen. Nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide sind sechs Deutsche an Bord.

Nach den jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei dieser acht Personen sind gestorben. Bei ihnen handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte. (mit AFP, dpa)

Verwendete Quellen: AFP, dpa, ENEX, Reuters, eigene RTL-Recherchen