Erneut Brand in GohrischheideFlammen-Inferno in Sachsen! Wald brennt – Lage „nicht stabil“

Feuerwehrkräfte stehen in der Gohrischheide. Dort ist am Samstagnachmittag ein Waldbrand ausgebrochen.
Die Feuerwehr kann sich nur auf munitionsfreien Wegen bewegen.
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Erst vor einem Jahr stand die Gohrischheide in Sachsen in Flammen, erst nach zwei Wochen war der Brand gelöscht. Jetzt muss die Feuerwehr erneut ausrücken. Altmunition im Boden erschwert den Einsatzkräften die Arbeit.

Fast genau ein Jahr nach einem verheerenden Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen zu Brandenburg ist dort erneut ein Feuer ausgebrochen. Der Brand breitete sich sehr schnell aus, sagte Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer. Die Feuerwehr schätzte die Lage am Abend als „ruhig, aber nicht stabil“ ein.

Das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert. Ortschaften seien aktuell nicht bedroht. In Sachsen herrscht derzeit große Hitze und Trockenheit. Die Feuerwehr will nach eigenen Angaben versuchen, den Brand über Nacht weitergehend unter Kontrolle zu bringen. Für den Sonntag werde in der Region stark böiger Wind vorhergesagt. Das sei gefährlich, weil Funkenflug weitere Bereiche entzünden könnte. Dem wollen die Einsatzkräfte zuvorkommen.

Die betroffene Fläche sei von zunächst drei auf inzwischen knapp 40 Hektar angewachsen, sagte Pollmer in der Nacht. Am Abend waren rund 170 Einsatzkräfte aus Sachsen und Brandenburg vor Ort. Nach einer Lagebesprechung am späten Abend wurden sie aber nach und nach abgelöst und für die Nacht nicht ersetzt. Am Morgen soll es eine Lagebesprechung zur Neubewertung geben.

Für die Feuerwehrleute ist die Altmunition im Boden eine Gefahr. Die Einsatzkräfte können sich nur auf Wegen bewegen, die offiziell als munitionsfrei eingestuft sind. Ein Löschhubschrauber half aus der Luft bei der Brandbekämpfung. Außerdem ist ein gepanzertes Löschfahrzeug auf dem Weg in die Gohrischheide. Das Spezialfahrzeug ist gegen Splitter geschützt, falls Munition explodiert. Das Fahrzeug einer privaten Firma aus Sachsen-Anhalt habe bereits bei dem verheerenden Brand im vorigen Jahr gute Dienste geleistet, sagte der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Zeithain, Marco Bretschneider.

Der Brand war gegen 15.00 Uhr auf der belasteten Fläche im Bereich des ehemaligen Flugfeldes und nördlich der früheren Bunkeranlage ausgebrochen. Dort hatte es bereits 2022 einen größeren Brand gegeben. Das Feuer breitete sich schnell aus. Auf der Fläche gebe es wegen des vorherigen Brandes viel Totholz, sagte Pollmer. Zudem sei dort hüfthohes Gras gewachsen, das sehr trocken sei. Die Brandlast sei hoch.

Erst vor einem Jahr hatte sich in der Gohrischheide ein verheerender Waldbrand entwickelt. Er war am 1. Juli 2025 ausgebrochen. Erst knapp zwei Wochen später gab die Feuerwehr Entwarnung. Die Forstverwaltung stufte das Feuer als größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Sachsen ein. Rund 2.400 Hektar und damit mehr als drei Viertel des Naturschutzgebietes waren betroffen. Ermittlungen ergaben, dass das Feuer durch Selbstentzündung von Munition im Boden entstanden war.

Zeithains Bürgermeister Pollmer sagte, die Situation der wiederholten Waldbrände in der Gohrischheide sei „sehr unbefriedigend“. Wie in den Vorjahren könne die Feuerwehr nicht aktiv an das Feuer ran, „weil wir keine geschützte Technik haben“. Die Gemeinde will nach Auskunft der Feuerwehr versuchen, ein Spezialfahrzeug zu beschaffen. Das sei allerdings sei teuer.

Nach dem Großfeuer im vorigen Jahr war erneut politisch diskutiert worden, ob das Gebiet von der Munition befreit werden kann. Eine vollständige Räumung sei aus Kostengründen unmöglich, hieß es. Die Räumung eines Hektars kostet demnach etwa eine Million Euro.

Verwendete Quellen: ino/dpa