Hitze-Chaos in NRWHitzewelle fordert Opfer – Senior stirbt in überhitztem Heim!

Rettungswagen stehen vor einem Seniorenheim. Das Gebäude wird wegen der Hitze evakuiert.
Rettungswagen vor einem Altenheim in Dormagen. Das Gebäude wurde evakuiert.
picture alliance/dpa / Henning Kaiser

Die Räume eines Altenheims in Dormagen erhitzen sich auf bis zu 35 Grad. Nach dem Tod eines Bewohnerns wird ermittelt, ob er infolge der Temperaturen starb. In Krefeld erleiden in einer Pflegeeinrichtung mehrere Senioren einen Kollaps.

In Senioren-Einrichtungen in Dormagen und Krefeld in Nordrhein-Westfalen sind zahlreiche Bewohner mit Gesundheitsproblemen aus überhitzten Gebäudebereichen gebracht worden. In Dormagen starb in der Nacht ein Bewohner - ob die Hitze tatsächlich ursächlich war, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Stadt im Rhein-Neuss-Kreis. Man habe sich am Morgen zu umfassenden vorsorglichen Maßnahmen entschieden.

Seit 7 Uhr waren Kräfte in dem überhitzten Gebäude im Einsatz, in dem rund 160 Seniorinnen und Senioren leben, wie es aus dem Umfeld des Feuerwehr-Einsatzes hieß. Der Stadt-Sprecher schilderte nach einer Krisensitzung, es sei zu enormen Temperaturen bis 35 Grad gekommen. Mehrere Krankenwagen standen vor der Einrichtung bereit.

Am Freitagabend waren in einem Krefelder Altenheim fünf Senioren wegen der Hitze kollabiert. Dutzende weitere Bewohner mussten von der Feuerwehr auf andere Zimmer verlegt werden. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten mit einem Großaufgebot aus. Fünf Bewohner der im Dachgeschoss liegenden Station kamen ins Krankenhaus. Knapp 40 Senioren konnten auf andere Zimmer in kühleren Stockwerken veerteilt werden.

Bei dem Vorfall in Dormagen wurde laut dem Stadt-Sprecher noch geprüft, wer außerhalb des Gebäudes betreut werden muss. Bisher handele es sich um zehn Personen. „Wer medizinisch versorgt werden muss, den holen wir raus.“ Bei anderen Bewohnern könne es ausreichen, von oberen Etagen in die unteren, kühleren Bereiche zu wechseln. In einer Cafeteria habe man externe Klimageräte aufgebaut.

Die Stiftung Patientenschutz forderte die Politik in Bund und Ländern zu mehr Investitionen in Pflegeheimen auf. „Wieder leiden viele der 800.000 Pflegeheimbewohner unter den extremen Temperaturen“, kritisierte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. „Bestandsbauten müssen endlich den klimatischen Bedingungen angepasst werden.“ Bei Neubauten dürfe es nicht wärmer als 25 Grad in den Räumen werden, forderte er.

Zwar hätten viele Einrichtungen Hitzeschutzpläne auf den Weg gebracht. Auf Seiten von Bund und Ländern bleibe es aber bisher bei „reinen Aktionismus“. Die Bundesregierung müsse noch in diesem Jahr verbindliche Investitionen zusagen. Und auch in den Ländern fehlten überzeugende Anstrengungen. „Die Papiere und Konzepte enden dort, wo der Patientenschutz Geld und Personal kostet“, sagte Brysch.

Verwendete Quellen: chl/dpa