Giftmord an Philipp L. (30) aus RockenbergEr wollte in zwei Wochen heiraten! Marius W. soll Mitspieler vergiftet haben

Marius W. wird verdächtig, seinen Mannschaftskollegen vergiftet zu haben.
Marius W. wird verdächtigt, seinen Mannschaftskollegen vergiftet zu haben.
Facebook
von Luiza Scholz, Karl Wirz und Jana Kerzmann

Untersuchungshaft statt Hochzeitsfeier!
Eigentlich wollte Marius W., ein 35-jähriger Fußballer, in zwei Wochen seine Hochzeit groß feiern. Doch dazu kommt es möglicherweise nicht: Ermittler nehmen den Bräutigam wegen Mordverdachts fest – sein mutmaßliches Opfer ist ausgerechnet einer seiner Mannschaftskameraden.

Giftmord-Verdächtiger will Hochzeit feiern – doch vorher klicken die Handschellen

Während Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei bereits seit Monaten wegen eines mutmaßlichen Giftmordes gegen Marius W. ermitteln, läuten für den 35-Jährigen offenbar die Hochzeitsglocken. Nach RTL-Informationen wollte der Verdächtige in zwei Wochen heiraten – dazu sei eine Feier geplant.

Lese-Tipp: Fußballer (30) stirbt nach Mannschaftsfahrt – hat ihn ein Mitspieler vergiftet?

Doch dann nehmen Ermittler den 35-Jährigen fest. Statt vor dem Traualtar sitzt Marius W. jetzt in Untersuchungshaft – und die Vorwürfe sind ungeheuerlich.

Streaming Tipp
Anwälte der Toten - Rechtsmediziner decken auf
Jetzt auf RTL+ streamen

Staatsanwalt im RTL-Interview! Ermittler gehen von Mord aus Rache aus

Der Vorwurf könnte kaum schwerer wiegen: Der 35-Jährige soll seinem Mannschaftskameraden Philipp L. heimlich Gift verabreicht und ihn dadurch getötet haben. „Wir sprechen hier von einem Mord aus niedrigen Beweggründen”, stellt Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger im RTL-Interview klar.

Doch was könnte einen Mitspieler zu einer solchen Tat treiben? Offenbar haben die Ermittler darauf inzwischen eine Antwort. „Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Tat aus Rache handelt”, erklärt Hauburger RTL. Wofür sich der 35-Jährige an Philipp gerächt haben könnte, bleibt bislang ein Rätsel. Der Verdächtige selbst trägt bisher nichts zur Aufklärung bei. Vor dem Haftrichter macht Marius W. „keine Angaben zum Tatvorwurf”, so der Staatsanwalt.

Staatsanwalt Hauburger im RTL-Interview zum Giftmord nach Mannschaftsfahrt
Staatsanwalt Hauburger selbst hat einen solchen Fall noch nicht erlebt.
RTL

Wie ungewöhnlich der Fall ist, macht Hauburger im RTL-Interview deutlich. „Giftmorde sind sehr selten“, sagt der Leiter für Kapitaldelikte im RTL-Interview. „In meiner Funktion als Abteilungsleiter für Kapitaldelikte ist mir ein solcher Fall noch nicht untergekommen. Der Fall ist also absolut außergewöhnlich.“

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Philipp L. ist das Todesopfer des mutmaßlichen Giftmordes

Inzwischen hat das Opfer des mutmaßlichen Giftmordes auch einen Namen. Bei dem 30-jährigen Fußballer, der nach der gemeinsamen Mannschaftsfahrt plötzlich schwer erkrankte und wenig später sein Leben verlor, handelt es sich um Philipp L. aus Rockenberg. Der junge Mann starb am 16. Juni 2025 – nur wenige Tage vor seinem 31. Geburtstag.

Wie beliebt der Fußballer offenbar war, zeigen die bewegenden Worte, mit denen sein Verein wenige Tage nach seinem Tod Abschied nimmt. „Viel zu früh musstest du gehen – und hinterlässt eine Lücke, die niemand füllen kann“, schreibt der TuS Rockenberg bei Facebook. Philipp sei nicht nur ein Teamkollege gewesen, sondern „ein Freund, ein Kämpfer auf dem Platz und ein Mensch mit großem Herzen“.

Philipp ist das Todesopfer eines mutmaßlichen Racheaktes mit Gift.
Philipp ist das Todesopfer eines mutmaßlichen Racheaktes mit Gift.
Facebook/TuS Rockenberg 1912 e.V.

Auch seine Familie erinnert in der Traueranzeige an einen lebensfrohen Menschen: „Du warst das laute Lachen, die stillen Gesten und das große Herz.“ Zur Beisetzung am 1. Juli bittet sie sogar darum, auf klassische Trauerkleidung zu verzichten. Die berührende Begründung: „Er lebte das Leben bunt.“

Was Familie und Freunde zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Philipps plötzlicher Tod wird später zum mutmaßlichen Mordfall.

Video-Tipp: Spricht die Verdächtige im Mordfall Fabian aus Güstrow jetzt über seinen Tod?

Philipp (30) kommt von Teamfahrt zurück – dann kämpft er um sein Leben

Alles beginnt im Juni 2025 mit einer gemeinsamen Mannschaftsfahrt des TuS Rockenberg nach Dresden. Philipp ist dabei – ebenso Marius W., der heute 35 Jahre alte Tatverdächtige. Doch nach der Rückkehr passiert etwas, mit dem niemand rechnet: Philipps Gesundheitszustand verschlechtert sich plötzlich dramatisch.

Der Rettungsdienst wird alarmiert, Sanitäter kämpfen um sein Leben und versuchen, den 30-Jährigen zu reanimieren. Philipp kommt noch ins Krankenhaus – doch jede Hilfe kommt zu spät. Am 16. Juni 2025 stirbt er.

Im Ort scheint damals zunächst niemand an ein Verbrechen zu denken. Nach RTL-Informationen gehen Menschen aus Philipps Umfeld davon aus, dass sich der Fußballer während der Mannschaftsfahrt eine Fischvergiftung zugezogen haben könnte. Das Team hatte auf der Abschlussfahrt schließlich Fisch gegessen – für viele scheint das zunächst eine mögliche Erklärung für seinen plötzlichen Tod zu sein.

Lese-Tipp: Kriminelle erschießen Indie-Musiker und fast seine ganze Familie – nur Sohn (6) überlebt Massaker

Doch die Staatsanwaltschaft lässt Philipps Leichnam obduzieren und ordnet aufwendige toxikologische Untersuchungen an. Dann machen die Rechtsmediziner die Entdeckung, die aus seinem Tod einen Kriminalfall macht: Philipp wurde vergiftet – und ausgerechnet Mannschaftskamerad Marius W. gerät später in den Fokus der Ermittlungen.

TuS Rockenberg 1912 e.V. Fußballplatz
Sowohl Opfer als auch mutmaßlicher Täter waren beim TuS Rockenberg 1912 e.V. aktiv.
RTL

„Lebenslange Freiheitsstrafe” bei Verurteilung – so steht es aktuell um die Ermittlungen

Der 35-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Doch mit seiner Festnahme ist die Arbeit der Ermittler längst nicht vorbei. Bei den Durchsuchungen stellen sie „zahlreiche Beweismittel, insbesondere Datenträger“ sicher. Jetzt beginnt die Auswertung. Auch weitere Zeugen sollen befragt werden, um „die Tathintergründe weiter aufzuhellen“, erklärt Hauburger.

Und für Marius W. könnte es am Ende um seine Freiheit für den Rest seines Lebens gehen. Noch stehe man „ganz am Anfang eines Ermittlungsverfahrens“, betont der Oberstaatsanwalt. Sollte es aber tatsächlich zu einer Mordanklage und anschließend zu einer Verurteilung kommen, macht Hauburger die mögliche Konsequenz deutlich: „Dann droht ihm lebenslange Freiheitsstrafe.“ Bis zu einem Urteil gilt für den Verdächtigen jedoch die Unschuldsvermutung.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Polizeipräsidium Mittelhessen, Facebook/Tus Rockenberg 1912 e.V.