Erhebliche Sicherheitsmängel?Spektakulärer Millionen-Raub von Gelsenkirchen – Erste Kunden verklagen Sparkasse!

Die Indizien sprechen für sich!
Rund einen Monat nach dem Einbruch mit Millionen-Beute in Gelsenkirchen (NRW) verklagen drei Kunden die Sparkasse: Sie haben viel Geld verloren und werfen der Bank erhebliche Sicherheitsmängel vor. Worum geht es genau? Wir geben einen Überblick!
„Die Bank hat auf das Geld nicht richtig aufgepasst”
„Die Bank hat auf das Geld nicht richtig aufgepasst. Sie hat übliche Sicherheitsstandards nicht richtig eingehalten“, sagt der Anwalt mehrerer Opfer, Daniel Kuhlmann, in einem Interview mit dem Magazin stern (gehört zu RTL). „Dafür sprechen jedenfalls alle Indizien.“
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Der Geschädigten-Anwalt übt scharfe Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen. Ein renommierter Sachverständiger für Sicherungssysteme in Banken komme zu dem Schluss, dass der Einbruch mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit” hätte verhindert werden können, wenn die Bank Schutzvorkehrungen auf dem Stand der Technik gehabt hätte, sagte Kuhlmann.

Dazu gehörten Bewegungsmelder für den Tresorraum und ein Wandschutz, eine netzartige Innenauskleidung des Tresorraums, die beim Durchbohren sofort Alarm schlage. Alternativ oder zusätzlich seien auch stündliche Patrouillengänge rund um den Tresorraum möglich, so Kuhlmann.
Sparkasse äußert sich nicht zu neuen Vorwürfen
Die Sparkasse hatte bisher Kritik zurückgewiesen. Die Filiale mit dem Schließfachraum sei „nach dem anerkannten Stand der
Technik gesichert”, hatte sie betont. Zu den konkreten Vorwürfen nahm die Bank zunächst keine Stellung. Die Bank äußere sich „grundsätzlich zu anwaltlichen Äußerungen nicht”, antwortete die Sparkasse laut stern auf eine ähnliche Nachfrage.
Kläger verlieren bis zu 400.000 Euro bei Raub
An diesem Mittwoch (28. Januar) hat Kuhlmann nach eigenen Angaben drei Musterklagen beim Landgericht Essen gegen die Sparkasse eingereicht. Er fordert die volle Haftung für die entstandenen Schäden. Hintergrund: Über die Sparkasse ist der Inhalt jedes Schließfachs nur bis zu einem Wert von 10.300 Euro versichert, falls die Kunden nicht privat zusätzliche Versicherungen abgeschlossen haben.
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Im Fall eines Klägers gehe es jedoch um fast 400.000 Euro, die aus dem Verkauf einer Eigentumswohnung stammten und die einzige Altersabsicherung der betroffenen Person seien. Die beiden anderen Kläger hätten im zweiten Fall Bargeld, eine Rolex-Uhr und Schmuck im Wert von insgesamt rund 120.000 Euro, im dritten Fall Gold für knapp 50.000 Euro angegeben. Alle drei Fälle seien bestens belegt mit Quittungen und teils mit Augenzeugen für die Einlagerung.
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Polizei hat aktuell keine heiße Spur
Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten die Täter mehrere Sicherheitssysteme überwunden und sich direkt in den Tresorraum der Sparkassen-Filiale gebohrt. Dort räumten sie rund 3.100 Kundenschließfächer aus. Die Polizei schätzte den Gesamtschaden kurz nach dem Einbruch auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag – er könnte aber auch noch wesentlich höher liegen.
Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren. Die Polizei geht etwa 600 Hinweisen nach, es gibt aber aktuell keine heiße Spur. (nlu/dpa)
Verwendete Quellen: Stern, DPA


