Eine der letzten Überlebenden erzähltHolocaust-Gedenktag – die Geschichte von Zeitzeugin Eva Weyl (90)

von Stefan Efferth

Am Dienstag (27.02.) wurde das Projekt „Holo-Voices – begegnen - fragen - weitergeben“ eröffnet. Es ist der 81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Die Rote Armee befreite das Lager 1945. Die Vereinten Nationen riefen diesen Gedenktag aus. Er mahnt an NS-Opfer und warnt vor Antisemitismus und Völkermord.

Was ist „Holo-Voices“?

„Holo-Voices“ ist ein Erinnerungsforum im Essener Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Besucher sprechen mit Hologrammen von Holocaust-Überlebenden. Diese Gespräche wirken dialogartig. Ein „Holografie-Theater“ nutzt KI, die Aufgenommenen reagieren auf Fragen. Das Angebot richtet sich an Schulklassen aber auch andere Gruppen und Einzelbesucher. Das Projekt ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Prominente Eröffnungsgäste

NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft Ina Brandes (CDU) hat das Projekt initiiert. Experten der Technischen Universität Dortmund setzten es technisch um. Weitere Träger sind mehrere Stiftungen und der Verein „Zweitzeugen“ e.V. Der NRW-Ministerpräsident musste zwar absagen, weil er zeitgleich den plötzlichen Rücktritt der NRW-Integrationsministerin Josefine Paul zu kommentieren. Vertreter aus Politik und Wirtschaft nahmen aber teil. Unter ihnen der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer und mehrere Holocaust-Überlebende.

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Eva Weyls Überlebensgeschichte

Eines der Hologramme zeigt Eva Weyl. Die Niederländerin wurde 1935 geboren. Ihre Eltern waren deutsche Juden aus Kleve. Die Familie floh aus Deutschland in die Niederlande. Dort lebte sie unbeschwert. Doch 1942 begann auch im Nachbarland die Deportation in die Vernichtungslager. Als Sechsjährige kam sie mit ihren Eltern ins Durchgangslager Westerbork. Dort täuschte ein Düsseldorfer Lagerkommandant Normalität vor. Es gab Schule und Kultur, doch wöchentlich fuhren Transporte ab. Mehr als 80.000 Menschen starben. Weyls Name stand mehrmals auf den Todeslisten. Zufälle retteten sie vor Auschwitz, ihre Mutter schützte sie mit Tricks. Gerüchte über Vernichtungslager wurden ignoriert. Wie Eva Weyl diese Geschichte Schülern erzählt und wie sie zu einem Teil von Holo-Voices wurde, seht ihr im Video!