Urlaubs-Horror in ItalienWolf greift deutsche Touristin (50) und ihre Tochter (12) in Ferienanlage an

Ein Wolf in seiner natürlichen Waldumgebung
Noch ist nicht sicher, ob es wirklich ein Wolf war, der die drei Touristen angegriffen hat
picture alliance / imageBROKER / Ronald Wittek
von Philipp Petersdorff

Hilfeschreie lassen Domenico Capriello sofort reagieren.
In einer Ferienanlage im italienischen Gallipoli geht ein Tier, das aussieht wie ein Wolf, auf eine deutsche Mutter und ihre zwölfjährige Tochter los. Der 47-Jährige eilt dazwischen – und wird selbst mehrfach gebissen.

Retter selbst angegriffen

Er ist rund 30 Meter entfernt, als Domenico Capriello die Schreie hört. Der italienische Unternehmer zögert keine Sekunde und läuft los. Im Pinienhain einer Ferienanlage bei Punta Pizzo in Gallipoli sind eine deutsche Urlauberin und ihre zwölfjährige Tochter in Not. Ein Tier hat sie angegriffen. Capriello versucht, es von den beiden wegzubringen. Damit gerät er selbst ins Visier.

Im Video: Ein Wolf greift in Hamburg eine Frau in einer belebten Einkaufsstraße an

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Deutsche Urlauberinnen in Gallipoli von Tier attackiert

Die Attacke ereignete sich am Donnerstagabend, 20. August. Der Corriere Salentino berichtet, dass das Tier zunächst die Zwölfjährige angreift. Das Mädchen war mit seinem kleinen Hund unterwegs. Möglicherweise hat es das Tier ursprünglich auf den Hund abgesehen. Als die Mutter die Schreie ihrer Tochter hört, eilt sie zu Hilfe und wird ebenfalls verletzt.

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Dann greift Capriello ein. „Ich habe die Hilferufe gehört, war 30 Meter entfernt und habe nicht zweimal darüber nachgedacht“, erzählt der 47-Jährige später dem italienischen Fernsehsender Rai. Er versucht nach eigener Schilderung zunächst mit den Fäusten, das Tier von Mutter und Tochter fernzuhalten. „Dann hat es mich angegriffen.“

Video zeigt den Kampf des Retters mit dem Tier

Schließlich entdeckt der 47-Jährige einen Stuhl. Damit schlägt er nach eigener Aussage nach dem Tier und schafft es, den Angreifer zu vertreiben. Capriello trägt Verletzungen davon. Gegenüber Rai berichtet er von mehreren Bissen, Nähten und zwei gebrochenen Fingern. Alle drei Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden.

War der Angreifer wirklich ein Wolf?

Capriello selbst ist überzeugt, dass er einem Wolf gegenüberstand. Nachdem ihm Fotos gezeigt worden seien, habe er den Typ des Tieres wiedererkannt, erzählt er Rai. Auch andere Augenzeugen bezeichneten den Angreifer laut Corriere Salentino als Wolf.

Behördlich bestätigt ist das allerdings bisher nicht. Die Carabinieri versuchen gemeinsam mit Veterinären der örtlichen Gesundheitsbehörde, das Tier zu finden und zweifelsfrei zu bestimmen. Nach einer weiteren Sichtung in der Nähe einer anderen touristischen Unterkunft laufen laut Rai verstärkte Kontrollen. Zudem wurden Fotofallen an der Grenze zwischen Waldgebieten und bebauten Flächen aufgestellt.

Verwendete Quellen: Corriere Salentino, Rai, Ansa