Rekord-Fluten und rote Alarmstufe auf KorsikaUnwetter in Frankreich! Rettungskräfte bergen ein Todesopfer

Unwetter in Frankreich
In Südfrankreich kam ein Mensch in den Wassermassen ums Leben
picture alliance / Hans Lucas | Fabrice Jurquet

Sintflutartige Regenfälle, überflutete Straßen, Tausende Blitze!
Ein heftiges Unwetter hat den Südosten Frankreichs und die Insel Korsika in der Nacht zu Dienstag (20. Oktober) mit voller Wucht getroffen. Mindestens ein Mensch kam in den Wassermassen ums Leben.

Rote Alarmstufe und Regen-Chaos im Süden

Der Süden und Südosten Frankreichs erlebt derzeit ein außergewöhnlich starkes Unwetterereignis. Für die Bevölkerung herrscht akute Gefahr durch Starkregen und Überschwemmungen. Nun ist es im Département Bouches-du-Rhône, genauer gesagt in der Gemeinde Saint-Mitre-les-Remparts in der Nähe von Marseille, zu einem tödlichen Vorfall gekommen. Feuerwehrleute entdeckten laut bfmtv am Vormittag nach einer großangelegten Suchaktion, bei der auch ein Rettungshubschrauber vom Typ „Dragon“ im Einsatz war, eine leblose Person. Die genauen Umstände des Unglücks sind derzeit noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht jedoch: Das Unwetter hat ein erstes Menschenleben gefordert.

Die Rettungskräfte arbeiten an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Allein im Département Bouches-du-Rhône rückte die Feuerwehr seit dem Vorabend zu mehr als 200 Einsätzen aus. Besonders betroffen waren die Gemeinden Saint-Chamas, Châteauneuf-les-Martigues und Saint-Mitre-les-Remparts. Die Einsatzkräfte mussten zahlreiche Menschen aus überfluteten Autos und Häusern retten sowie unaufhörlich Keller leerpumpen. Viele Ortschaften waren zeitweise komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

25 Millimeter Regen in nur sechs Minuten auf Korsika

Besonders dramatisch spitzt sich die Lage auf der Mittelmeerinsel Korsika zu. Für das Département Haute-Corse rief der Wetterdienst die höchste Warnstufe Rot wegen extremen Starkregens und Hochwassergefahr aus.

Die nackten Zahlen der Wetterstationen sind beängstigend: Innerhalb von nur 24 Stunden stürzten in Haute-Corse bis zu 416 Millimeter Regen vom Himmel – fast die Hälfte davon (189 Millimeter) innerhalb einer einzigen Stunde zwischen 10 und 11 Uhr. Ein extremes Phänomen zeigte sich im Sektor Solenzara: Hier prasselten in nur sechs Minuten unvorstellbare 25 Millimeter Niederschlag nieder.

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Zudem entlud sich über der Region ein extremes Gewitter. Der Wetterdienst Keraunos registrierte in nur sechs Stunden über 11.000 Blitzeinschläge im Département Haute-Corse. Die Gemeinde Solaro stand dabei unter wahrem Dauerbeschuss: Allein dort schlugen mehr als 1.500 Blitze ein. Die Präfektur rief die Gemeinden dazu auf, ihre kommunalen Sicherheitspläne unverzüglich zu aktivieren.

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Über 200 Rettungseinsätze: Helfer im Dauereinsatz

Auch auf dem französischen Festland hinterlässt das Unwetter eine Spur der Verwüstung. Im Département Gard trat der Fluss Rhôny über die Ufer und flutete ganze Straßenzüge. In Clarensac meldete das Rathaus schwere Störungen im gesamten Straßennetz. Zeitweise musste sogar die wichtige Autobahn A9 komplett gesperrt werden, ehe sie im Laufe des Tages zumindest teilweise wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte.

In Salon-de-Provence (Bouches-du-Rhône) registrierten die Meteorologen mit 206,2 Millimetern Regen innerhalb von 24 Stunden einen historischen Allzeit-Rekord für diese Station.

Die Behörden rufen dazu auf, betroffene Gebiete zu meiden, sich über aktuelle Warnungen zu informieren und den Anweisungen von Polizei, Feuerwehr und Präfekturen strikt zu folgen. Wie sich das Unwetter weiter entwickelt, ist noch nicht abschließend absehbar – klar ist jedoch: Für viele Regionen im Südosten Frankreichs bleibt der Dienstag ein Tag im Zeichen von Regen, Blitz und Hochwasser.

Verwendete Quellen: bfmtv.com