Sicherheitsalarm am Flughafen Leipzig/Halle Wollte jemand mit einer Sprengstoffdrohne ein Flugzeug in die Luft jagen?

von Stephanie Schmidt und Anja Blanuscha

Mysteriöser Zwischenfall!
Nach dem nächtlichen Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle haben Spezialisten der Bundespolizei eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entschärft. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) wurde der Zünder einer noch unbekannten Sprengvorrichtung entfernt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt unterbricht wegen des Vorfalls seinen Urlaub.

Drohne mit verdächtigem Paket entdeckt

Der CSU-Politiker reise zu einer Lagebesprechung mit dem sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU) und den Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern am Flughafen an, teilte sein Ministerium in Berlin mit.

Ein nächtlicher Sicherheitsalarm hat den Flughafen Leipzig/Halle zeitweise lahmgelegt. Gegen 23.40 Uhr entdecken Beteiligte ein unbekanntes Flugobjekt sowie einen weiteren verdächtigen Gegenstand auf dem Flughafengelände. Der Flugverkehr wird sofort eingestellt, Spezialkräfte rücken an. Wie die Sächsische Landespolizei mitteilt, fanden Einsatzkräfte auf dem Vorfeld eine abgestellte Drohne. An ihr befand sich ein Päckchen mit einem Zünder. Der Gegenstand lag in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine vom Typ Antonov AN-124 und wurde von den Ermittlern als möglicher Sprengsatz eingestuft. Dass es sich um ein ukrainisches Flugzeug gehandelt hat, bestätigt auch ein Nato-Sprecher.

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sollen an der Drohne Sprengstoff und ein Zünder befestigt gewesen sein, zuvor berichtete Bild über den Vorfall. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) wurde der Zünder einer noch unbekannten Sprengvorrichtung entfernt.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und das im LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ), haben die Ermittlungen übernommen. Sie schließen eine politische Motivation nicht aus. Deshalb ist auch das PTAZ im Einsatz, hieß es. Der Flughafen gehöre zum Bereich der kritischen Infrastruktur. Nach Angaben des LKA wurde die Drohne mit der Sprengvorrichtung auf der Start- und Landebahn „Südpiste” von einem Mitarbeiter des Flughafens gefunden.

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Frachtmaschine kollidiert nahe Flughafen mit unbekanntem Objekt

Während der Flughafen wegen des Einsatzes gesperrt war, mussten mehrere Maschinen auf andere Flughäfen ausweichen. Wie Bild zuerst berichtet hat, soll außerdem ein Frachtflieger wenige Kilometer nach dem Abheben in rund 400 Metern Höhe mit einem bislang unbekannten Gegenstand kollidiert sein. Das Flugzeug konnte wegen des Drohnenfunds nicht am Flughafen Leipzig/Halle landen und startete durch, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin vor Journalisten sagte. Dann sei es „anscheinend mit etwas kollidiert” und habe anschließend in Hannover landen können.

Bei dem Frachter handelt es sich offenbar um eine DHL-Maschine. „Es gab in der letzten Nacht einen Zwischenfall in Leipzig”, bestätigt der Chef des Logistikriesen DHL, Tobias Meyer, am Mittwoch in einem Medien-Gespräch auf eine Frage nach einer möglichen Drohne. „Das hatte betriebliche Auswirkungen”, fügte er hinzu, die „durchaus spürbar” seien. Bereits im Juli 2023 kam es zu einem gefährlichen Zwischenfall am Flughafen Leipzig. Ein DHL-Container fing Feuer, ausgelöst von einem versteckten Brandsatz in einem Paket Richtung London. Drei Tage später brannte ein weiteres Paket auf einem DHL-Gelände in Birmingham.

Der Flugbetrieb wurde nach Feststellung der Drohne in der Nacht zunächst komplett eingestellt. Nach einer umfangreichen Kontrolle des Flughafens konnte die Start-/Landebahn „Nordpiste” noch in der Nacht wieder freigegeben werden. Die Start-/Landebahn „Südpiste” sollte aus Wartungsgründen am Mittwoch nicht genutzt werden. „Es besteht keine Gefahr für Leib oder Leben von Passagieren oder Mitarbeitern des Flughafens. Der Flugverkehr für Passagiere ist nicht beeinträchtigt”, stellten die Ermittler klar.

Verwendete Quellen: Bild, afp, dpa, reuters