Sicherheitsalarm am Flughafen Leipzig/Halle Wollte jemand mit einer Sprengstoffdrohne ein Flugzeug in die Luft jagen?

von Stephanie Schmidt und Anja Blanuscha

Mysteriöser Zwischenfall!
Eine abgestellte Drohne mit einem verdächtigen Paket sorgt in der Nacht am Flughafen Leipzig/Halle für einen Großeinsatz. Der Flugbetrieb wird gestoppt. Kurz darauf kollidiert ein gestarteter Frachtflieger offenbar mit einem unbekannten Gegenstand. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen vom Morgen sollen an der Drohne Sprengstoff und ein Zünder befestigt gewesen sein.

Drohne mit verdächtigem Paket entdeckt

Ein nächtlicher Sicherheitsalarm hat den Flughafen Leipzig/Halle zeitweise lahmgelegt. Gegen 23.40 Uhr entdecken Beteiligte ein unbekanntes Flugobjekt sowie einen weiteren verdächtigen Gegenstand auf dem Flughafengelände. Der Flugverkehr wird sofort eingestellt, Spezialkräfte rücken an. Wie die Sächsische Landespolizei mitteilt, fanden Einsatzkräfte auf dem Vorfeld eine abgestellte Drohne. An ihr befand sich ein Päckchen mit einem Zünder. Der Gegenstand lag in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine vom Typ Antonov AN-124 und wurde von den Ermittlern als möglicher Sprengsatz eingestuft. Dass es sich um ein ukranisches Flugzeug gehandelt hat, bestätigt auch ein Nato-Sprecher.

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sollen an der Drohne Sprengstoff und ein Zünder befestigt gewesen sein, zuvor berichtete Bild über den Vorfall. Die Polizei habe das Fluggerät gesichert, hieß laut Sicherheitskreisen. Die Drohne sei inzwischen mit einem Röntgengerät untersucht worden.

Die Bundespolizei untersuchte den Fundort auf der Südpiste des Airports mit einem Sprengstoffroboter. Parallel nahmen Landes- und Bundespolizei die Ermittlungen auf. Auf RTL-Anfrage bestätigte die Polizei den Fund eines unbekannten Flugobjekts sowie eines weiteren Gegenstands. Beide seien nach bisherigen Erkenntnissen von einem Piloten entdeckt worden. Zu den laufenden Ermittlungen äußern sich die Behörden derzeit nicht näher.

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Frachtmaschine kollidiert nahe Flughafen mit unbekanntem Objekt

Während der Flughafen wegen des Einsatzes gesperrt war, mussten mehrere Maschinen auf andere Flughäfen ausweichen. Wie Bild zuerst berichtet hat, soll außerdem ein Frachtflieger wenige Kilometer nach dem Abheben in rund 400 Metern Höhe mit einem bislang unbekannten Gegenstand kollidiert sein. Das Flugzeug konnte wegen des Funds einer Drohne am Flughafen Leipzig/Halle nicht dort landen und startete durch, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin vor Journalisten sagte. Dann sei es „anscheinend mit etwas kollidiert” und habe anschließend in Hannover landen können.

Bei dem Frachter handelt es sich offenbar um eine DHL-Maschine. „Es gab in der letzten Nacht einen Zwischenfall in Leipzig”, bestätigt der Chef des Logistikriesen DHL, Tobias Meyer, am Mittwoch in einem Medien-Gespräch auf eine Frage nach einer möglichen Drohne. „Das hatte betriebliche Auswirkungen”, fügte er hinzu, die „durchaus spürbar” seien. Bereits im Juli 2023 kam es zu einem gefährlichen Zwischenfall am Flughafen Leipzig. Ein DHL-Container fing Feuer, ausgelöst von einem versteckten Brandsatz in einem Paket Richtung London. Drei Tage später brannte ein weiteres Paket auf einem DHL-Gelände in Birmingham.

Der Nordbereich des Flughafens Leipzig/Halle ist seit den frühen Morgenstunden wieder in Betrieb. Die Südpiste ist für die Ermittlungen derzeit noch gesperrt. Nach Angaben der Polizei habe keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Die Ermittlungen dauern an.

Verwendete Quellen: Bild, afp, dpa, reuters