„Wir warten auf niemanden mehr unter den Trümmern“Das Erdbeben in Kolumbien nimmt Ana María (23) alles! Eltern und beide Drillingsschwestern sterben in Trümmern

Dass sie überlebt hat, gleicht einem Wunder!
Ein schweres Erdbeben trifft den Westen Kolumbiens und erschüttert auch die Millionenstadt Cali. Hunderte Menschen sterben, Tausende werden verletzt. Unter den Trümmern eines eingestürzten Wohnhauses beginnt gleichzeitig die verzweifelte Suche nach sechs Mitgliedern einer Familie – von der nur Ana María (23) überlebt.
Familie befindet sich zum Zeitpunkt des Bebens in einer Wohnung
Am 10. August erschüttert ein Erdbeben der Stärke 7,4 den Westen Kolumbiens. Das Epizentrum liegt nach Angaben der Nachrichtenagentur AP bei San José del Palmar im Departamento Chocó. Auch die Millionenstadt Cali wird schwer getroffen.
Bis Samstag (15. August) steigt die Zahl der Todesopfer nach Angaben von CNN unter Berufung auf die kolumbianische Katastrophenschutzbehörde auf mindestens 294. Weitere 3.935 Menschen seien verletzt worden, 320 galten zu diesem Zeitpunkt noch als vermisst. Die Rettungsarbeiten laufen weiter.
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Hinter diesen Zahlen steht das Schicksal der Familie Saavedra. Wie Angehörige auf GoFundMe schildern, befinden sich Vicky und Jairo Saavedra gemeinsam mit ihren 23-jährigen Drillings-Töchtern Isabella, Sofía und Ana María sowie dem Bruder der Mutter, Diego, in einer Wohnung, als das Gebäude einstürzt.
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Ana María wird schwer verletzt gerettet

Von den sechs Familienmitgliedern in der Wohnung kann nur Ana María lebend gerettet werden. Das bestätigt die Familie auf GoFundMe. Die 23-Jährige erleidet demnach Verletzungen an den Armen und einen Beckenbruch.
Wie Ana María die Katastrophe genau überlebt hat, wird in verschiedenen Medien unterschiedlich geschildert. CNN berichtet unter Berufung auf ihren Onkel Carlos Saavedra, eine Tür habe die junge Frau vor herabstürzenden Trümmern geschützt. Andere Berichte sprechen von einem Tisch.
Während Ana María bereits medizinisch versorgt wird, suchen die Rettungskräfte weiter nach ihren Angehörigen.
Ana Marías Eltern wurden sich umarmend geborgen
Zunächst wird ihre Schwester Sofía tot gefunden. Auch Onkel Diego überlebt den Einsturz nicht, berichtet die Familie Saavedra auf GoFundMe. Dann werden die Eltern Vicky und Jairo unter den Trümmern entdeckt. Sie seien tot und einander umarmend gefunden worden, schreiben die Angehörigen. Nur bei Isabella besteht zu diesem Zeitpunkt noch Hoffnung.
Doch am Donnerstag (13. August) endet auch diese Suche. Die Familie teilt in einem GoFundMe-Update mit, dass Isabella tot geborgen worden sei. „Wir warten auf niemanden mehr unter den Trümmern“, heißt es dort.
Ana María ist damit die einzige Überlebende der sechs Familienmitglieder, die sich beim Einsturz gemeinsam in der Wohnung befanden.
Die drei Schwestern studierten und arbeiteten gemeinsam
Wie eng das Leben der drei Drillingsschwestern miteinander verbunden war, beschreiben ihre Angehörigen auf der Spendenseite. Isabella, Sofía und Ana María seien zusammen aufgewachsen, hätten gemeinsam ihren Universitätsabschluss gemacht und später auch zusammen gearbeitet. Sie hätten Pläne und Träume für ihre Zukunft gehabt, schreibt die Familie.
Für Ana María bedeutet das Erdbeben damit neben ihren schweren Verletzungen den Verlust ihre engsten Familienmitglieder.
Angehörige sammeln für Ana Marías Neuanfang
Ihre verbliebenen Angehörigen wollen der 23-Jährigen nun zumindest die finanziellen Sorgen nehmen. Unter dem Titel „Helft Ana María, ihr Leben neu aufzubauen“ sammelt die Familie auf GoFundMe Spenden. Das Geld soll nach Angaben der Organisatoren unter anderem für ihre weitere medizinische Versorgung und ihren zukünftigen Lebensunterhalt eingesetzt werden.
Die Familie wolle Ana María eine Grundlage geben, auf der sie sich körperlich und emotional erholen könne. Wenn sie dazu bereit sei, solle sie ihr Leben neu aufbauen können, ohne gleichzeitig die gesamte finanzielle Belastung tragen zu müssen, heißt es.
Auch in Social-Media-Posts aus dem Umfeld der Familie wird um Unterstützung für Ana María gebeten. Gesammelt werden dort unter anderem Kleidung und weitere Dinge für den Alltag.
Vor Ana María liegt noch ein langer Weg
Zunächst muss die 23-Jährige ihre schweren körperlichen Verletzungen überstehen. Nach ihrer Operation wartet laut ihrer Familie eine längere Genesung auf sie.
Was danach kommt, lässt sich jedoch kaum planen. Während Ana Marías körperliche Verletzungen mit der Zeit heilen werden, dürften die seelischen Wunden nach dem Verlust ihrer Eltern und ihrer beiden Drillingsschwestern noch sehr viel länger bleiben.


