Nach Doppelmord in BremenHerzzerreißender Spenden-Aufruf für Tochter (2) des getöteten Ehepaares

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Das ist das kleine Mädchen, das auf einen Schlag seine Eltern verlor. Das Foto teilen die Organisatoren der Spendenaktion mit dem Einverständnis der Großeltern.
Gofundme/Privat
von Camilla Koziol

„Sie versteht noch nicht, was passiert ist, aber ihr Leben hat sich für immer verändert.”
Mit einem dramatischen Appell sammeln Freunde und Angehörige des getöteten Ehepaares aus Bremen Spenden für ein kleines Mädchen, das in einem einzigen Moment zur Vollwaisen wurde. Ein Nachbar (22) soll die Mutter und den Vater der Zweijährigen am Freitag (26. Juni) erschossen haben.

Nachbar (22) tötete Mama Sabrina und Papa Dennis

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Zwei große Aktionen laufen derzeit online, die sicherstellen sollen, „dass der Weg der Kleinen in ihr neues Leben so sanft und abgesichert wie möglich verläuft”, schreibt die Organisatorin der Spendenkampagne bei GoFundme. Und weiter heißt es: „Jeder gesammelte Euro fließt zu 100 % direkt an die Großeltern bzw. das kleine Mädchen und wird für folgende Zwecke eingesetzt. Soforthilfe & Alltag: Unterstützung bei den plötzlichen Kosten für die Kleinkindbetreuung, Kleidung und Alltagskosten. Und: Zukunftsvorsorge, der Aufbau eines geschützten finanziellen Polsters für den späteren Lebens- und Ausbildungsweg des Mädchens.” Bis Dienstagabend (30. Juni) kamen bereits 70.000 Euro für die Kleine zusammen.

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Zeitgleich möchte der Blumenthaler Sportverein, in dem der getötete Vater Spieler und Trainer war, der kleinen Tochter helfen. Diese Kampagne wird bei Instagram angeschoben. „Um die Familie in dieser schweren Zeit zu unterstützen, hat der Blumenthaler SV ein Spendenkonto bei der Sparkasse Bremen eingerichtet. Die Kosten für die Beerdigung sowie die künftige Versorgung des Kindes stellen die Angehörigen vor große finanzielle Herausforderungen”, schreiben die Organisatoren und nennen in dem Post die Kontonummer.

Am Freitagmittag (26. Juni) waren der 40-Jährige und seine 35 Jahre alte Ehefrau tot im nördlichen Bremer Stadtteil Vegesack entdeckt worden. Einsatzkräfte fanden den Vater mit tödlichen Stich- und Schnittverletzungen auf der Straße. Zeugen waren durch laute Schreie auf ihn aufmerksam geworden und hatten den Notruf gewählt.

Die Mutter des Mädchens wurde später im Keller des Mehrparteienhauses entdeckt, in dem sie mit ihrem Mann wohnte. In der Wohnung des Ehepaares fanden Ermittler das zwei Jahre alte Kind. Es war äußerlich unverletzt und befindet sich inzwischen bei den Großeltern väterlicherseits. Ob es die Tat miterlebte, ist bisher nicht bekannt.

Killer aus Bremen kommt in U-Haft

Das Ehepaar wurde Opfer eines Gewaltverbrechens, verdächtigt wurde schnell ein 22-Jähriger, der im selben Haus wie seine Opfer wohnte. Der Mann wurde etwa 60 Stunden nach dem Verbrechen mit lebensgefährlichen Verletzungen in einem Maisfeld gefunden und befindet sich nun in einer Klinik. Am Dienstag (30. Juni) sollte der Killer in Untersuchungshaft überstellt werden, sagte eine Sprecherin der Bremer Staatsanwaltschaft. Noch ist das Motiv für die Horrortat nicht bekannt.

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Vor dem Tatverdächtigen (22) wurde zuvor gewarnt

Die Polizei hatte vor dem 22 Jahre alten Tatverdächtigen gewarnt. Zuletzt hatten die Beamten mitgeteilt, dass er polizeibekannt gewesen sei. Den Angaben nach war der Mann im April aufgefallen, als er mit einem Druckluftgewehr um sich schoss. Er wurde damals nach kurzer Verfolgung durch Polizisten gefasst und in eine psychiatrische Klinik gebracht. Weil aber keine psychische Krankheit beziehungsweise keine Fremdgefährdung festgestellt wurde, wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

Für die kleine Tochter des Ehepaares, deren Name nicht bekannt ist, änderte sich vergangenen Freitag alles. Mama und Papa sind tot. „Ein kleines, unschuldiges Mädchen hat von einer Sekunde auf die andere das Wertvollste verloren, was es auf dieser Welt gibt: ihre geliebten Eltern Sabrina & Dennis”, heißt es auf der Spendenseite bei Gofundme.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Instagram, Gofundme, dpa