Darum gibt’s bald weniger ChipsWeniger Kartoffeln als gedacht – Droht jetzt der Pommes-Mangel?

Kartoffelroden von Elodie Früh-Kartoffeln im Rhein-Pfalz-Kreis *** Potato Harvest by Elodie Früh in the Rhine-Palatinate District,detected_source_language Copyright: xUdoxHerrmannx
Kartoffelrodung in Rheinland-Pfalz.
IMAGO/Herrmann Agenturfotografie / IMAGO/Udo Herrmann

Im vergangenen Jahr fiel die Kartoffelernte in Deutschland besonders gut aus. Mancherorts fanden sich sogar keine Abnehmer mehr für die Massen an Knollen. In diesem Sommer ist die Situation eine andere. Schuld ist das Wetter.

Nach dem Rekordjahr 2025 wird die Kartoffelernte in diesem Jahr nach Einschätzung der Industrie deutlich schlechter ausfallen. Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie erklärte, Gründe seien die anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen und die Verringerung der Anbauflächen in Deutschland und in Europa. Die Industrie verarbeitet Kartoffeln etwa zu Pommes frites oder Chips.

Kartoffeln als flachwurzelnde Pflanze seien auf regelmäßige und ausreichende Niederschläge angewiesen, erklärte der Verband. Unter der aktuellen Trockenheit litten die Bestände daher deutlich und seien teilweise auch schon „irreparabel geschädigt“. Die mittelfristigen Wetterprognosen wiesen aktuell keine Besserung der Niederschlagssituation aus. Dies führe auch zu einer deutlichen Verknappung von größeren Kartoffelknollen, die gerade für die Pommes-frites-Produktion erforderlich wären.

Die Kartoffelanbaufläche in Deutschland ging laut Verband um sieben Prozent im Vorjahresvergleich zurück, in Teilen Europas war der Rückgang sogar zweistellig. Das rückläufige Angebot zeige sich bereits an den Preisnotierungen am Kartoffelmarkt.

2025 hatten die Landwirte in Deutschland laut Bundeslandwirtschaftsministerium 13,9 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet, demnach war es die beste Ernte seit 25 Jahren. Entsprechend waren die Preise für die Erzeuger und in der Folge auch für Verbraucher gesunken.

Verwendete Quellen: rog/AFP