Wegen Regenbogen-FächerDeutscher Fan nach Sieg gegen Elfenbeinküste zusammengeschlagen

Für Alex Alber endet ein perfekter Fußballabend mit blutigen Verletzungen.
Nach dem Deutschland-Sieg in Toronto wird der DFB-Fan mit zwei Freunden in einem Klub angegriffen. Auslöser soll ein Regenbogen-Fächer gewesen sein.
Schwere Verletzungen
„Ich war acht Stunden in der Notaufnahme. Ich hatte eine Platzwunde, die genäht werden musste.” Mit diesen Worten schildert der deutsche Fußballfan Alex Alber den Angriff, der ihm die Freude über den deutschen Sieg gegen die Elfenbeinküste genommen haben dürfte. Nach dem WM-Spiel in Toronto ist der Anhänger des Fanklubs „Deutsche Kartoffeln auf die 1” im Nachtclub „Paris Texas” angegriffen und verletzt worden.
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Streit um Regenbogen-Fächer eskaliert
Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, feiert Alex nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft in einem Club in der Nähe des Stadions. Einer seiner Freunde hat einen Regenbogen-Fächer dabei. Schon zuvor habe es deswegen abfällige Bemerkungen gegeben. Im Club seien schließlich drei Männer auf die Gruppe zugekommen und hätten sie beschimpft. „Wir haben die Situation unterschätzt“, sagt Alex rückblickend. Die Männer hätten zunächst gefordert, den Fächer herauszugeben. Kurz darauf soll die Situation eskaliert sein. Ein Angreifer habe Alex ein Glas aus der Hand geschlagen, ihn von einer erhöhten Plattform gezogen und auf ihn eingeschlagen. Zum Glück kann er sich noch aus der Situation befreien und gemeinsam mit seinen Freunden das Lokal verlassen.
Zweiter Angriff endet im Krankenhaus
Doch damit ist der Abend noch nicht vorbei. Als Alex bemerkt, dass er Fan-Schal und Mütze vergessen hat, kehrt er zurück und bittet zwei Sicherheitskräfte, ihn zu begleiten. Doch trotz der Unterstützung sollen die Männer erneut auf ihn losgegangen sein. „Sie haben angefangen, mit Fäusten auf mich einzuschlagen“, schildert der Fan. Die Sicherheitskräfte hätten nicht eingegriffen. Alex kann sich schließlich hinter die Bar retten.
Als die Polizei eintrifft, sind die mutmaßlichen Täter bereits verschwunden. Obwohl es Fotos und Videos der Verdächtigen gibt, hätten die Beamten nichts unternehmen wollen, weil Alex aus Deutschland kommt. „Die Reaktion der Polizei war: Das wird eh schwierig, es lohnt sich nicht. Das hat mich irritiert“, sagt Alex.
Der Fan muss ins Krankenhaus, um ärztlich versorgt zu werden. Acht Stunden bleibt er in der Notaufnahme, wo eine Platzwunde mit mehreren Stichen genäht werden muss.
„Man muss noch lauter sein“
Fotos des blutverschmierten Fans verbreiteten sich anschließend in den sozialen Netzwerken. Dort machte Alex den Vorfall öffentlich und erklärte, warum ihm das Thema wichtig sei. Er selbst und seine Freunde seien nicht homosexuell. Den Regenbogen-Fächer hatten sie bewusst als Zeichen für Toleranz und Freiheit dabeigehabt.
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Für Alex steht fest, dass ihn die Attacke nicht einschüchtern wird. „Ich bin nicht gebrochen“, sagt er. Seine Konsequenz aus dem Erlebnis: Man müsse sich weiterhin klar gegen Hass und Intoleranz stellen.
Auch bei den nächsten Spielen der deutschen Nationalmannschaft wollen die Freunde wieder im Stadion dabei sein. Der Regenbogen-Fächer soll dann ebenfalls wieder mitreisen.
Verwendete Quellen: abendblatt.de, rp-online.de



