ZDF-Moderatorin gefragt wie nieLili Engels will keine Schlagzeilen – und steht plötzlich bei der WM im Mittelpunkt

Lili Engels bei der WM: „Ich bin da einfach so reingestolpert“
Lili Engels berichtet für das ZDF direkt aus dem deutschen WM-Quartier.
Credit: IMAGO/Nordphoto

SIE sorgt für Aufsehen!
Mitten im WM-Geschehen ist sie für das ZDF ganz nah dran an der deutschen Nationalmannschaft: Lili Engels berichtet direkt aus dem deutschen Quartier, liefert Eindrücke von Trainingseinheiten, besucht Pressekonferenzen und führt Interviews mit den Protagonisten des Turniers. Für viele Zuschauer ist sie derzeit eines der Gesichter der WM-Berichterstattung – und das mit gerade einmal 29 Jahren.

Das ist ZDF-Moderatorin Lili Engels

Dabei war dieser Karriereweg nie bis ins Detail geplant. Kein jahrelanges, verbissenes Hinarbeiten auf genau diesen Moment. Stattdessen beschreibt sie ihren Werdegang wie eine Reihe von Zufällen: „Ich bin da so reingestolpert.“ Von ersten Schritten bei Sport1 über die Kamera bis hin zum Volontariat – eine Gelegenheit führte zur Nächsten. Und plötzlich steht sie heute dort, wo sonst etablierte Namen wie Katrin Müller-Hohenstein oder Sven Voss standen.

Erst in ruhigen Momenten wird ihr bewusst, wie außergewöhnlich dieser Weg ist. Einer dieser Augenblicke traf sie in Kiel. Dort, wo sie einst studierte, stieg sie wieder in denselben Zug – diesmal nicht zur Uni, sondern zu einem DFB-Pokalspiel, das sie moderieren sollte. Ein „Full Circle Moment“, wie sie sagt. Sechs Jahre liegen zwischen damals und heute. Und doch fühlt es sich manchmal an, als hätte sich alles im Schnelldurchlauf entwickelt.

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„Kann mich mal jemand kneifen?“

Ein Detail, das viele überrascht: Lili Engels arbeitet – wie ein Großteil der On-Air-Gesichter im Sportjournalismus – als freie Mitarbeiterin. Festanstellungen sind in diesem Bereich eher die Ausnahme als die Regel. Für sie ist das längst Normalität, auch wenn es für Außenstehende oft anders wirkt. Trotzdem wirkt sie geerdet. Sie reflektiert, staunt – aber verliert sich nicht darin. „Kann mich mal jemand kneifen?“, denkt sie manchmal. Doch gleichzeitig bleibt sie bei ihrer Haltung: dankbar sein, weitermachen.

Auch hinter den Kulissen beschreibt sie die Arbeit bei Live-Übertragungen weniger als Konkurrenzkampf, sondern eher als „Klassenreise“. Reporterinnen und Reporter treffen sich immer wieder, schreiben sich Nachrichten aus verschiedenen Städten, verabreden sich auf einen Kaffee zwischen Schalten und Terminen. Ein Netzwerk, das trägt – und den Job besonders macht.

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Der Glamour? Die Schlagzeilen? Spielen für sie eine überraschend kleine Rolle. Während viele von Aufmerksamkeit leben, sieht sie ihre Aufgabe anders: Geschichten erzählen – aber nicht über sich selbst. „Die Protagonisten sollten im Vordergrund stehen“, sagt sie. Öffentlichkeit gehört dazu, ja. Aber sie ist kein Selbstzweck. Daher sagt die gebürtige Hamburgerin zu RTL: „Ich würde gerne vor der Kamera arbeiten, aber ich brauche keine Schlagzeilen. Meine Interviewpartner können gerne die bekannte Rolle für den Zuschauer haben.“

Mitten im WM-Alltag bleibt genau dieser Eindruck hängen: eine Reporterin, die ihre Arbeit liebt, die Chancen ergreift und die trotz ihres rasanten Aufstiegs erstaunlich bodenständig geblieben ist.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche