Anwälte erheben schwere VorwürfeZwei Giftspritzen – doch sie lebt! Was bei Christa Pikes Hinrichtung schiefging

Sieben Einstiche und eine verbogene Nadel!
Zwei Dosen Pentobarbital sollten Christa Pike töten – doch die 50-Jährige überlebt ihre eigene Hinrichtung. Jetzt befindet sich die verurteilte Mörderin nach Angaben ihrer Anwälte in kritischem Zustand und erhält eine lebensrettende Behandlung. Ein Mediziner warnt zudem vor möglichen Hirnschäden. Doch was ging bei der Hinrichtung schief?
Anwälte berichten von sieben Einstichen
Professor Joel Zivot von der Emory University School of Medicine, der von Pikes Anwälten als medizinischer Experte hinzugezogen wurde, hält eine Hirnschädigung für wahrscheinlich. Gegenüber der BBC erklärte er, die Konzentration des Pentobarbitals in ihrem Blut habe möglicherweise nicht ausgereicht, um Atmung und Herzschlag zu stoppen. Durch die verzögerte Wiederbelebung könne ihr Gehirn Schaden genommen haben. Eine konkrete Diagnose zu Pikes Zustand gibt es bislang nicht.
Lese-Tipp: Kann Christa Pike jetzt erneut hingerichtet werden?
Zeugen berichteten, Pike habe während der Hinrichtung noch lange geatmet und nach Luft gerungen. Einer ihrer Anwälte erklärte, sie nach der ersten Dosis sogar noch sprechen und singen gehört zu haben.
Pikes Verteidiger hatten bereits vor der Hinrichtung vor Problemen mit ihren Venen gewarnt. Anwalt Randy Spivey zufolge dauerte es rund eine Stunde, die intravenösen Zugänge zu legen. Allein an einem Arm habe er sieben Einstiche gezählt, eine Nadel sei beim Herausziehen verbogen gewesen.
Das könnte schiefgegangen sein
Während das Medikament verabreicht wurde, soll sich Pikes Arm zunehmend violett verfärbt haben. Sie selbst habe über starke Schmerzen geklagt und gesagt, ihr Arm fühle sich an, als würde er platzen. Später seien Blasen und Verletzungen an den entsprechenden Stellen zu sehen gewesen, so ihr Anwalt.
Lese-Tipp: Hinrichtung geht schief! Christa Pike überlebt zwei Giftspritzen
Die Verteidiger vermuten, dass das Pentobarbital möglicherweise nicht vollständig in Pikes Blutbahn gelangte. Außerdem erheben sie den Vorwurf, das verwendete Medikament könne qualitativ beeinträchtigt gewesen sein. Diese Vorwürfe sind bislang nicht unabhängig bestätigt.
Video-Tipp: Hinrichtung gescheitert! Mörderin Christa Pike überlebt zwei Giftspritzen
Tennessee setzt weitere Hinrichtungen aus
Auch nach einer zweiten Dosis starb Pike nicht. Ihre Anwälte erreichten schließlich vor Gericht einen Stopp der Hinrichtung, anschließend wurde sie ins Krankenhaus gebracht. Die Gefängnisbehörde betont, alle Schritte des vorgesehenen Protokolls eingehalten zu haben. Tennessees Gouverneur Bill Lee zieht dennoch Konsequenzen: Er setzte alle weiteren Hinrichtungen für den Rest des Jahres aus und ordnete eine umfassende externe Untersuchung an.
Lese-Tipp: Der Lockenkopf aus dem Todestrakt! Christa Pike tötete als junges Mädchen
Pikes Anwälte prüfen derweil weitere rechtliche Schritte. Sie fordern, die Todesstrafe gegen ihre Mandantin aufzuheben und in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln. Christa Pike war 1996 wegen des Mordes an der 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. (lmi)
Verwendete Quellen: nypost.com, bbc.com


