Als erste Frau seit 200 Jahren Mit 18 beging sie einen Eifersuchtsmord – jetzt droht Christa Pike in Tennessee die Hinrichtung

Christa Pike wurde 1996 zum Tode verurteilt, im September soll das Urteil vollstreckt werden.
Christa Pike wurde 1996 zum Tode verurteilt, im September soll das Urteil vollstreckt werden.
Death Penalty Information Center

Sie ist die einzige Frau im Todestrakt von Tennessee.
Sie war erst 18 Jahre alt, als sie eine junge Frau aus Eifersucht getötet haben soll. 30 Jahre später droht Christa Gail Pike die Hinrichtung. Sollte das Todesurteil vollstreckt werden, wäre sie die erste Frau seit mehr als 200 Jahren, die im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet wird.

Mordmotiv: Eifersucht

Der Fall von Christa Gail Pike sorgt in den USA bis heute für Entsetzen. Nicht nur wegen der Brutalität der Tat, sondern auch wegen des jungen Alters der Täterin. Als Pike im Jahr 1995 in Knoxville im Bundesstaat Tennessee die 19-jährige Colleen Slemmer tötete, war sie gerade einmal 18 Jahre alt. Fast drei Jahrzehnte später könnte ihr Todesurteil nun vollstreckt werden.

Wie das True-Crime-Instagram-Profil Extremum Zone (@extremumzone) berichtet, soll Eifersucht der Auslöser für die Tat gewesen sein. Pike habe geglaubt, dass Colleen Slemmer romantisches Interesse an ihrem Freund Tadaryl Shipp hatte.

Demnach lockten Pike, Shipp und eine dritte Person die junge Frau in ein abgelegenes Waldgebiet nahe des Campus der University of Tennessee. Dort soll es zu einem etwa 30 Minuten langen Angriff gekommen sein, dessen Brutalität später selbst erfahrene Ermittler schockiert habe. Christa Pike gestand später ihre Beteiligung an dem Verbrechen.

Christa Pike war eine der jüngsten zum Tode verurteilten Frauen

1996 sprach ein Gericht Christa Pike des Mordes ersten Grades schuldig und verhängte die Todesstrafe. Damit gehörte sie Extremum Zone zufolge den jüngsten Frauen in der US-Geschichte, gegen die ein solches Urteil ausgesprochen wurde.

In einem Video, das auf dem Instagram-Kanal hochgeladen wurde, ist die junge Christa Pike zu sehen, wie sie – vermutlich kurz nach ihrer Verurteilung – weint und darum fleht, ihre Mutter noch einmal in den Arm nehmen zu dürfen.

Ihr damaliger Freund Tadaryl Shipp erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe. Da er zum Tatzeitpunkt noch keine 18 Jahre alt war, kam für ihn die Todesstrafe nicht infrage. Die dritte beteiligte Person arbeitete laut dem Bericht mit den Ermittlern zusammen und erhielt deshalb eine deutlich mildere Strafe.

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Anwälte kämpfen seit Jahren gegen die Hinrichtung

Seit fast 30 Jahren versuchen Pikes Anwälte, das Todesurteil aufheben zu lassen. Wie sowohl Extremum Zone als auch das Death Penalty Information Center berichten, argumentieren sie, dass Pike eine von Missbrauch und Gewalt geprägte Kindheit erlebt habe und schwere Traumata ihre psychische Entwicklung maßgeblich beeinflusst hätten. Nach Ansicht ihrer Verteidigung müsse dieser Hintergrund bei der Bewertung ihrer Schuld und ihres Strafmaßes stärker berücksichtigt werden.

Todesstrafe stehe im Widerspruch zu Christa Pikes „religiösen Überzeugungen”

Kurz vor dem angesetzten Hinrichtungstermin kämpft Christa Pike auch auf einem anderen juristischen Weg gegen ihre Hinrichtung. Wie das Death Penalty Information Center berichtet, habe die einzige Frau in der Todeszelle von Tennessee Klage gegen das 2024 in Kraft getretene Hinrichtungsprotokoll des Bundesstaates eingereicht. Das Protokoll „verletze ihre verfassungsmäßigen Rechte und stehe im Widerspruch zu ihren religiösen Überzeugungen”, heißt es.

Hintergrund sei ein geändertes Verfahren zur tödlichen Injektion. Tennessee setzt demnach inzwischen ausschließlich auf das Beruhigungsmittel Pentobarbital, um einen Atem- und Herzstillstand herbeizuführen. Zuvor sei ein Medikamentencocktail aus drei verschiedenen Wirkstoffen zum Einsatz gekommen.

Zudem argumentiere Pike, dass das neue Hinrichtungs-Protokoll ihre Religionsfreiheit verletze. Sie sei Buddhistin und kritisiere unter anderem, dass ihr spiritueller Berater sie während der Hinrichtung nicht begleiten dürfe. Zudem werde ihr in den letzten zwölf Stunden vor der geplanten Hinrichtung der Kontakt zu ihrem Seelsorger und anderen Personen untersagt.

Pikes Anwälte halten diese sogenannte „Blackout-Regelung“ für verfassungswidrig. Ein weiterer Streitpunkt betrifft das Verfahren selbst: Wer das Hinrichtungsprotokoll gerichtlich anfechten will, müsse nach geltendem Recht eine alternative Hinrichtungsmethode vorschlagen. Pike lehne das jedoch aus religiösen Gründen ab. Es würde gegen ihre religiöse Überzeugung sein, „an einem Prozess teilnehmen, der zu ihrem eigenen Tod führt“.

Christa Pikes Hinrichtung ist für Ende September geplant

Wie aus den Angaben des Death Penalty Information Center hervorgeht, setzte der Oberste Gerichtshof von Tennessee die Hinrichtung im Jahr 2025 auf den 30. September 2026 fest. Das Informationszentrum führt Christa Gail Pike derzeit auch in seiner offiziellen Liste der für dieses Jahr geplanten Hinrichtungen.

Sollte das Urteil tatsächlich vollstreckt werden, wäre Pike nach Angaben des Information Centers die erste Frau seit mehr als 200 Jahren, die im Bundesstaat Tennessee hingerichtet wird.

Ob es tatsächlich dazu kommt, ist jedoch noch offen. Erfahrungsgemäß werden in Todesstrafenverfahren bis zuletzt Rechtsmittel eingelegt.

Verwendete Quelle: Instagram/extremumzone, Death Penalty Information Center