Übernachtungschaos im FliegerLufthansa kündigt Entschädigungen an – damit können die Betroffenen rechnen

Gewerkschaft lässt Lufthansa-Piloten über Streik abstimmen. (Archivbild)
Die Lufthansa und der Flughafen München wurden zur nächtlichen Falle für Passagiere. Beide haben inzwischen auf die Schlagzeilen reagiert. (Symbolbild)
Sven Hoppe/dpa
von Ralf Benkö und Sebastian Fuhrmann

Erst war von 123 Betroffenen die Rede, dann von 500 – nun ist klar, dass es sogar 600 waren!
Viel mehr Passagiere als zunächst angenommen mussten vergangene Woche am Münchner Flughafen unfreiwillig eine Nacht im Flieger verbringen. Inzwischen haben sich sowohl der Flughafen als auch die betroffene Airline zu dem Desaster geäußert. Die Lufthansa kündigte Entschädigungszahlungen für die Betroffenen an. RTL weiß, womit sie rechnen können.

Lufthansa: Passagiere sollen entschädigt werden

Airport und Lufthansa Group haben sich ausdrücklich entschuldigt. Ein Sprecher der Fluggesellschaft teilte darüber hinaus mit, dass man „noch am Freitag mit den betroffenen Passagieren Kontakt aufgenommen” habe. Und weiter: „Die Gäste erhalten entsprechende Entschädigungszahlungen.”

Nach RTL-Informationen sollen sich die Zahlungen grob an den Entschädigungshöhen der EU-Fluggastrechte-Verordnung orientieren – das würde grob bedeuten, dass Betroffene mit 250 bis 600 Euro rechnen können, wobei die jeweilige Flugstrecke ausschlaggebend für die Höhe der zu erwartenden Zahlung wäre. Unterscheiden wird bei den Sätzen zwischen Kurz-, Mittel- oder Langstrecke.

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Die Lufthansa setze gemeinsam mit dem Flughafen München alles daran, dass sich solche Fehler nicht wiederholten. Beim Flughafen hieß es, es sei für die Passagiere eine schwierige und kaum nachvollziehbare Situation gewesen. „Wir arbeiten derzeit mit unseren Partnern daran, die Sachlage vollständig aufzuklären und unmittelbar Prozessverbesserungen umzusetzen”, erklärte ein Flughafensprecher.

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Flüge konnten nicht starten, aber Busse zum Transport der Passagiere fehlten

Insgesamt waren laut Flughafen in der Nacht zum Freitag sechs Flüge mit rund 600 Passagieren betroffen, die bereits an Bord waren und eigentlich starten sollten. Als die Flugzeuge dann aber wegen des starken Schneefalls wider Erwarten doch nicht abheben durften, fehlten Busse, um die Fluggäste ins Flughafengebäude zurückzubringen.

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Nach Angaben der Lufthansa traf es neben drei Lufthansa-Flügen nach Singapur, Kopenhagen und Danzig auch zwei Air-Dolomiti-Flüge nach Graz und Venedig. Außerdem betroffen war ein Flug einer anderen Airline.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa