Humanitärer NotstandZehntausende Migranten erreichen Ceuta

The uncontrolled influx of people into Ceuta from Morocco continues into the night. Dozens of migrants celebrate having crossed the border between Ceuta and Morocco on July 31, 2026, in Madrid, Spain. Numerous people continued to enter Ceuta from Morocco unchecked as night fell on Thursday, July 30. From early in the morning, thousands of migrants had entered the autonomous city by swimming and also on foot, skirting the breakwater that separates the autonomous city from Morocco. Border control units in Ceuta have recovered the bodies of 16 people from the water in the last 24 hours, bringing the total to 47 foreigners found dead in Ceutas waters while attempting to swim across from Morocco so far this year. JULY 31, 2026 Madrid, Spain PUBLICATIONxNOTxINxESP Copyright: xMarcosxMorenox 7696196
Migranten nach ihrer Ankunft in Ceuta.
IMAGO/Europa Press / IMAGO/Marcos Moreno

Es ist der größte Zustrom von Migranten nach Ceuta seit 2021. In den vergangenen Stunden gelangen Zehntausende Menschen von Marokko in die spanische Exklave. Der Regionalpräsident spricht von einem humanitären Notstand.

Zehntausende haben nach spanischen Angaben in der vergangenen Nacht die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika überquert. Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska schätzte deren Anzahl auf etwa 49.000. Insgesamt 18 Migranten seien beim Versuch, Ceuta zu erreichen, ums Leben gekommen, hieß es in Polizeikreisen.

„Die ganze Nacht über gab es einen stetigen Zustrom von Menschen“, hieß es aus Polizeikreisen. Obwohl die Zahl der Ankommenden geringer gewesen sei als tagsüber, seien Migranten „auch über Nacht weiter angekommen“. Auch am Morgen kämen weiter Migranten in der spanischen Exklave an.

Bereits zuvor waren binnen weniger Tage mehr als 1500 Migranten in Ceuta eingetroffen, die Polizei und die Guardia Civil schienen kaum einzuschreiten. Spanien entsandte angesichts der Lage Truppen in die Exklave. Regierungschef Pedro Sánchez will gemeinsam mit Innenminister Gramnde-Marlaska den Grenzübergang Tarajal besuchen, wie die Regierung mitteilte. Es handelt sich um die größte Zahl der nach Ceuta gekommenen Migranten seit 2021. Damals stürmten mehr als 10.000 Menschen die Grenze zu der Exklave.

Die europäische Grenzschutzagentur (Frontex) ist nach eigenen Angaben in Ceuta präsent und unterstützt die spanischen Behörden bei Kontrollen im Seehafen. „Frontex-Beamte waren nicht direkt an den Vorfällen mit Migranten beteiligt, da sich diese an der Grenze abspielten, außerhalb des Tätigkeitsbereichs von Frontex“, teilte ein Sprecher mit. „Die spanischen Behörden haben bislang keine zusätzliche Unterstützung angefragt.“ Man beobachte die Lage weiterhin.

„Wir befinden uns in einer Situation des totalen humanitären und sozialen Notstands“, sagte Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas im Fernsehen. Schon in den vergangenen Tagen seien mehr als 1500 Menschen - überwiegend Männer und Jugendliche - angekommen, hatte Vivas am Mittwoch gesagt. Im Schnitt seien pro Tag 200 Menschen angekommen. Die Aufnahmezentren seien nicht mehr aufnahmefähig. Ceuta hat ebenso wie die spanische Exklave Melilla die einzige Landgrenze der EU mit Afrika. Die Gebiete sind deshalb regelmäßig Ziel von Menschen, die sich ein besseres Leben in Europa erhoffen.

Verwendete Quellen: jpe/AFP