Nach Kreuzfahrt-TragödieVater geht über Bord – jetzt kämpft seine Witwe für die drei Söhne

Eigentlich sollte die Kreuzfahrt ein ganz besonderer Familienurlaub werden.
Doch Thomas Gigler (56) verschwindet auf hoher See und gilt inzwischen als tot. Für seine Frau Michelle und die drei gemeinsamen Söhne beginnt nach der Tragödie der nächste schwere Kampf.
Michelle Gigler muss plötzlich alles alleine stemmen
Eine Reise zum Hochzeitstag endet für Familie Gigler in einer Katastrophe. Thomas Gigler ist mit seiner Frau Michelle und den drei Söhnen auf der „Carnival Panorama“ unterwegs, als er im September über Bord geht. Wenige Tage später hätten Thomas und Michelle ihren 15. Hochzeitstag gefeiert. Eine großangelegte Suche bleibt ohne Erfolg, der 56-Jährige gilt als tot.
Jetzt wird deutlich, was sein Verschwinden für seine Familie auch Wochen später bedeutet. Während Michelle um ihren Mann trauert und plötzlich allein für ihre drei Jungen sorgen muss, steht sie laut einem von der Familie eingerichteten GoFundMe-Spendenaufruf vor zusätzlichen finanziellen, rechtlichen und bürokratischen Problemen.
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„Michelle zieht nun drei Jungen alleine groß“, schreibt die Familie in dem Spendenaufruf. Neben der Trauer müsse die 48-Jährige unter anderem die Kosten für eine Gedenkfeier stemmen. Gleichzeitig falle Thomas’ Einkommen weg.
Besonders belastend seien demnach die Formalitäten. Bis Michelle Zugriff auf Versicherungsleistungen und Altersvorsorgegelder ihres Mannes bekommen könne, könnten Monate vergehen. „Michelle braucht jetzt Unterstützung“, appelliert die Familie deshalb an mögliche Spender.
Thomas Gigler arbeitete nach Angaben seiner Angehörigen 24 Jahre lang für das Geoinformations-Unternehmen Esri. Seine Familie beschreibt den dreifachen Vater als großzügigen Menschen, der sich nicht über Kleinigkeiten aufgeregt und andere nicht vorschnell beurteilt habe. Er sei außerdem immer für lebhafte Diskussionen zu haben gewesen und habe sich aufrichtig für die Sichtweisen anderer interessiert.
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Familie will den drei Söhnen eine Zukunft sichern
Mit der Spendenaktion möchte die Familie Michelle zunächst finanziell Luft verschaffen. Das Geld soll unter anderem die Gedenkfeier, laufende Ausgaben und eine Trauerbegleitung finanzieren. Zudem wollen die Angehörigen einen Bildungsfonds für die drei Jungen aufbauen. Ihre Ausbildung habe Thomas besonders am Herzen gelegen.
Bis Montagmorgen waren laut dem Spendenaufruf knapp 8.500 US-Dollar zusammengekommen. Das gesetzte Ziel liegt bei 35.000 Dollar.
Was geschah an Bord der „Carnival Panorama“?

Thomas Gigler verschwand während der Rückfahrt des Kreuzfahrtschiffes von Puerto Vallarta in Mexiko nach Long Beach in Kalifornien. Nachdem seine Frau ihn vermisst gemeldet hatte, suchte die Besatzung nach ihm. Aufnahmen der Überwachungskameras zeigten schließlich, dass der Familienvater über Bord gegangen war. Das Schiff drehte um und beteiligte sich an der Suche. Auch amerikanische und mexikanische Einsatzkräfte sowie weitere Schiffe suchten nach dem 56-Jährigen.
Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.
Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.
Warum Thomas über Bord ging, ist weiterhin ungeklärt. Seine Familie hatte laut New York Post bereits kurz nach seinem Verschwinden Spekulationen über Eheprobleme zurückgewiesen. Thomas und Michelle hätten sich gut verstanden. Die Angehörigen vermuten vielmehr, dass mit ihm in diesem Moment etwas nicht gestimmt habe.
In ihrem Spendenaufruf bedankt sich die Familie nun ausdrücklich bei allen Menschen, die ihr seit Thomas’ Verschwinden beistehen. Dazu gehören auch Passagiere der „Carnival Panorama“, die an Bord eine Gedenkstätte für den dreifachen Vater eingerichtet hatten.
Verwendete Quellen: New York Post, GoFundMe

