Kommt die Spritpreisbremse doch? Bundesregierung überprüft irren Preisanstieg an der Tanke

Berlin, Deutschland: Preistafel an einer Tankstelle von Shell in Berlin
Alle Preise lagen heute Morgen über zwei Euro pro Liter.
picture alliance / dts-Agentur

„Es darf keine Abzocke geben.”
Das sagt Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs schießen die Spritpreise nach oben – heute Morgen flächendeckend über zwei Euro pro Liter! Jetzt prüft die Bundesregierung das Vorgehen der Tankstellen. Ein wichtiger Schritt für alle Autofahrer.

Preise schocken Verbraucher

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat eine kartellrechtliche Prüfung angekündigt! Ziel: Verhindern, dass die Situation des Iran-Kriegs ausgenutzt wird. Denn in den letzten Tagen sind die Benzin- und Dieselpreise enorm gestiegen. Das merken Pendler und Verbraucher extrem im Geldbeutel!

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Mineralölkonzerne wollen Kasse machen

Doch was steckt dahinter? Der Schiffsverkehr vor den Küsten des Iran ist unterbrochen. Viele Frachtschiffe können wegen der angespannten Lage nicht durch die Straße von Hormus fahren. Eine wichtige Handelsroute. Allein ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs wird durch diese Meerenge transportiert. Doch Experten wie Herbert Rabl vom Tankstellen-Interessenverband argumentieren: „Der jetzige Preis ist ein reiner Marketingpreis, damit die Mineralölkonzerne Kasse machen. Der Ölpreis an sich, wie er jetzt gestiegen ist – und der ist ja sehr stark gestiegen –, der kommt aber durch die Lieferkette erst in ein paar Tagen, etwa in anderthalb Wochen, bei uns an.” Genau deshalb will jetzt auch die Bundesregierung prüfen!

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Spritpreisbremse könnte Autofahrer entlasten

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil droht Mineralölkonzernen mit Konsequenzen, wenn diese versuchen sollten, aus der aktuellen Lage Kapital zu schlagen. Deshalb werde jetzt geprüft, was die Bundesregierung in solchen Fällen tun könne. Eine Spritpreisbremse könnte hier helfen. Damit würde der Staat die steigenden Kraftstoffpreise (Benzin und Diesel) an den Tankstellen begrenzen, um Verbraucher und Wirtschaft zu entlasten. Und es wäre nicht das erste Mal: 2022, nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, führte die Bundesregierung einen dreimonatigen Tankrabatt durch eine Steuersenkung ein. Ob auch jetzt ein solches Konzept der Bundesregierung zur Entlastung der Autofahrer kommt: Unklar!

Bundesregierung will Spritpreise analysieren

Um die jetzigen gestiegenen Preise genau untersuchen zu können, soll eine Arbeitsgruppe im Bundestag im engen Austausch mit der Regierung die Entwicklung der Preise analysieren und Handlungsmöglichkeiten prüfen. Für die Verbraucher heißt es jetzt also erst einmal abwarten!

Verwendete Quellen: dpa, eigene RTL-Recherche