Straße von Hormus bald wieder offen?Trump verkündet: Iran-Mega-Deal steht kurz vor dem Abschluss!

Die Verhandlungen über ein Iran-Abkommen stehen kurz vor einem Durchbruch. Das kündigt jedenfalls US-Präsident Trump an. Demnach soll auch die Straße von Hormus wieder geöffnet werden. In trockenen Tüchern ist der Deal aber nicht: Aus dem Iran kommt prompt ein Dementi.
US-Präsident Donald Trump stellt eine baldige Einigung mit dem Iran in Aussicht. Ein Memorandum über ein Friedensabkommen sei „weitgehend ausgehandelt“, schrieb Trump auf Truth Social. „Die letzten Aspekte und Details des Abkommens werden derzeit besprochen und sollen in Kürze bekanntgegeben werden.“ Das Abkommen wird ihm zufolge auch die für den Welthandel entscheidende Straße von Hormus wieder öffnen.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars widersprach jedoch. Trumps Behauptung sei „nicht mit der Realität vereinbar“, meldete die Agentur wenig später.
Die wichtige Schifffahrtsroute ist seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran im Februar für den größten Teil der Schifffahrt geschlossen, was die Weltenergiemärkte erschütterte. Ein iranischer Militärsprecher schrieb auf X, die Passage werde „unter voller iranischer Verwaltung und Souveränität bleiben“.
Pakistan vermittelt in dem Konflikt. Dessen Armeechef Asim Munir war zu Gesprächen nach Teheran gereist und sprach danach von „ermutigenden“ Fortschritten auf dem Weg zu einer endgültigen Verständigung. Zwei mit den Verhandlungen vertraute pakistanische Insider erklärten, das Abkommen sei „umfassend genug, um den Krieg zu beenden“.
Nach Informationen von Reuters wird der vorgeschlagene Rahmen in drei Phasen umgesetzt: die formelle Beendigung des Krieges, die Lösung der Krise in der Straße von Hormus und die Aufnahme von Verhandlungen über ein umfassenderes Abkommen innerhalb von 30 Tagen.
Trump, der wegen des Konflikts seine Teilnahme an der Hochzeit seines Sohnes absagte und in Washington blieb, betonte die Dringlichkeit. Er habe ein „sehr gutes“ Gespräch zum Iran mit hochrangigen Vertretern Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars, Pakistans, der Türkei, Ägyptens, Jordaniens und Bahrains, geführt, teilte der Präsident auf Truth Social mit. Darunter waren laut Trump unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der jordanische König Abdullah II., der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Außerdem habe er auch mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu telefoniert.
Israel und die USA hatten den Iran am 28. Februar angegriffen. Seit Anfang April herrscht in dem Krieg eine Waffenruhe, die zuletzt einseitig von Trump verlängert wurde. Die Feuerpause stand immer wieder auf der Kippe. Eine Einigung knüpft die US-Regierung an harte Bedingungen. US-Außenminister Marco Rubio bekräftigte, der Iran dürfe niemals eine Atomwaffe besitzen, müsse sein angereichertes Uran aushändigen und die Straße von Hormus müsse gebührenfrei passierbar sein. Der Iran, der ein Atomwaffenprogramm bestreitet und auf sein Recht zur Urananreicherung für zivile Zwecke pocht, fordert seinerseits die Kontrolle über die Meerenge, ein Ende der US-Blockade seiner Häfen und die Aufhebung der Sanktionen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran erklärte, die Priorität liege auf der Beendigung der Gefahr neuer US-Angriffe und des andauernden Konflikts im Libanon.
Nach Berichten über eine mögliche Fortsetzung des Krieges hatte Trump dem Nachrichtenportal Axios gesagt, er werde am Sonntag über eine Wiederaufnahme der Angriffe entscheiden. „Entweder wir erzielen ein gutes Abkommen, oder ich mache ihnen die Hölle heiß“, zitierte ihn Axios. Der iranische Chefunterhändler Mohammed Baker Kalibaf äußerte nach den Gesprächen mit dem pakistanischen Vermittler tiefes Misstrauen. Man könne einer Partei, „die keinerlei Ehrlichkeit besitzt“, nicht trauen. Die iranischen Streitkräfte hätten ihre Fähigkeiten während des Waffenstillstands wieder aufgebaut. Sollten die USA „törichterweise den Krieg wieder aufnehmen“, wären die Konsequenzen „härter und bitterer“ als zu Beginn des Konflikts, sagte er.
Verwendete Quellen: ino/dpa/rts


