Was haltet ihr von höheren Steuern für Raucher?Bis zu 10 Euro pro Packung! So heftig soll der Preis für Zigaretten steigen

Zigaretten Schockbilder Gesellschaft, Gesundheit, Rauchen: Die Initiative Pro Rauchfrei hat Klage gegen den Zigarettenau
Rauchen könnte bald ein teures Vergnügen sein (Symbolbild)
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Rauchen wird teuer.
Die Bundesregierung plant eine saftige Steuererhöhung für Tabak – doch Studien zeigen: Teurer heißt nicht automatisch weniger Raucher. Was wirklich hinter den Plänen steckt.

Tabaksteuer in Deutschland: Preise steigen deutlich

Wer weiter rauchen möchte, muss vermutlich bald deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Bundesregierung arbeitet an einer neuen Tabaksteuer – und die hat es in sich. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll der Preis schon im Herbst spürbar steigen. Eine Packung könnte dann im Schnitt fast neun Euro kosten. Und das ist erst der Anfang. Ab 2027 droht der nächste Aufschlag. Laut Bild sind sogar Packungs-Preise von bis zu 10,80 Euro möglich.

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Der Plan aus dem Finanzministerium sieht eine Erhöhung um rund 13 Prozent vor. Zwei Stufen sind im Gespräch, die den Preis Schritt für Schritt nach oben treiben sollen. Ziel ist nicht nur mehr Geld für den Staat – rund 2,8 Milliarden Euro zusätzlich stehen im Raum. Auch der Konsum soll sinken. Doch genau hier wird es spannend. Denn die Wissenschaft zeigt ein gemischtes Bild.

Höhere Preise senken Konsum – aber nur begrenzt

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums haben herausgefunden: Steigen die Preise um zehn Prozent, rauchen Erwachsene etwa fünf Prozent weniger. Bei Jugendlichen ist der Effekt stärker. Auch eine Studie aus Wien kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Schon kleine Preissteigerungen drücken den Konsum leicht nach unten. Die Weltgesundheitsorganisation sieht höhere Steuern sogar als schnellste Maßnahme gegen das Rauchen.

Aber es gibt ein Problem: Viele weichen einfach aus. In den Niederlanden kaufen inzwischen rund 60 Prozent der Raucher ihre Zigaretten im Ausland, weil es dort günstiger ist.

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Diese Wege gehen Frankreich und Schweden

Ein Blick nach Frankreich zeigt, dass hohe Preise allein nicht reichen. Dort kostet eine Packung bis zu 13 Euro – trotzdem raucht mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Gleichzeitig boomt der Schwarzmarkt. Millionen illegaler Zigaretten sind im Umlauf. Das Ergebnis: Der Staat verliert Einnahmen, der Konsum bleibt hoch.

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Während viele Länder auf immer höhere Preise setzen, macht Schweden etwas völlig anderes. Dort sind Zigaretten vergleichsweise günstiger – und trotzdem rauchen nur rund fünf Prozent der Menschen. Der Grund: Alternativen wie Snus oder E-Zigaretten sind erlaubt und werden gezielt gefördert. Viele steigen um, statt komplett aufzuhören.

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Genau zwischen diesen Modellen bewegt sich jetzt die Debatte in Deutschland. Höhere Preise könnten helfen – aber sie sind kein Allheilmittel. Klar ist nur: Für Raucher wird es wohl bald deutlich teurer. Und die Frage bleibt, ob sie wirklich weniger rauchen – oder einfach nur woanders kaufen. (ajo)

Verwendete Quellen: FAZ, Bild,