Als Lösung für teure VolkskrankheitenKassen-Chef fordert: Bier und Zigaretten müssen teurer werden!

Oliver Blatt, Chef des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen, spricht bei einem dpa-Interview im Büro von dem GKV-Spitzenverband. (zu dpa: «Krankenkassen: Beitragsanstieg jetzt verhindern») +++ dpa-Bildfunk +++
Oliver Blatt, Chef des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen, spricht sich unter anderem für eine Besteuerung von Alkohol aus (Archivbild).
picture alliance/dpa / Britta Pedersen

Um Volkskrankheiten zu verringern!
Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, hat in der Debatte um Gesundheitsreformen die Einführung einer Zuckersteuer und eine Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer gefordert.

Auch eine neue Steuer auf zuckerhaltige Getränke fände Blatt gut

„Wir müssen als Gesellschaft dahin kommen, dass nicht mehr so viele Menschen an sogenannten Volkskrankheiten leiden”, sagt Oliver Blatt der Rheinischen Post. „Lieber etwas teureres Bier und Zigaretten, als die milliardenteuren Folgeerkrankungen vom Trinken und Rauchen.” Mit Blick auf den Katalog der Expertenkommission zu den GKV-Finanzen sagte Blatt: „Die Kommission macht gute Vorschläge für eine höhere Alkohol- und Tabaksteuer und auch die Einführung einer Zuckersteuer wurde ins Spiel gebracht.”

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Im Video: Krebsforscher fordern höhere Tabaksteuer

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Ziel ist eine Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge

Blatt bezog sich dabei auf Vorschläge der Expertenkommission für eine Reform des Gesundheitswesens. Ihre 66 Empfehlungen haben insgesamt ein Volumen von 42 Milliarden Euro. Was davon umgesetzt wird, will Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nun prüfen. Schon für 2027 wird eine Finanzlücke von rund 15 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung erwartet.

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Auch weitere Vorschläge wurden diskutiert

Auch weitere Reformvorschläge begrüßte der GKV-Chef: „Eine Pflicht zur Zweitmeinung würde ich sehr begrüßen, wenn es etwa um Operationen an Knien, Hüften und anderen besonders häufigen derartigen Eingriffen geht.” Die Zahlen würden ja für sich sprechen, so der GKV-Vorstandschef: „Wenn eine Zweitmeinung eingeholt wurde, sehen rund drei Viertel der Patientinnen und Patienten von einer Operation ab und setzen lieber auf Physiotherapie oder eine andere Behandlung”, sagte Blatt. (anr)

Verwendete Quellen: dpa, AFP