Drama vor der Insel Poel geht weiterIn die richtige Richtung gedreht! Macht sich Wal Timmy startklar für die Abfahrt?

Der Wal liegt in einer freigespülten Kuhle vor der Insel Poel.
Der Wal liegt in einer freigespülten Kuhle vor der Insel Poel.
Philip Dulian/dpa, Philip Dulian

Der WALsinn geht weiter!
Seit über 50 Tagen steckt der Buckelwal in der Ostsee fest. Jetzt gibt es ein neues Hoffnungssignal. Doch ausgerechnet unter Wasser bleibt ein großes Risiko.

Unter Wasser wird der Tracker zum Risiko

„Interessant ist, dass er sich um 90 Grad gedreht hat – und zwar in die richtige Richtung. Er bereitet sich seelisch und moralisch scheinbar auf die Abfahrt vor“, freut sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus nach einer neuen Begutachtung des Wals am Morgen. Der Buckelwal in der Ostsee ist seit Wochen geschwächt. Doch diese Bewegung könnte genau zum richtigen Zeitpunkt kommen.

Trotz des Hoffnungsschimmers bleibt ein entscheidendes Problem. Ein am Tier befestigter Tracker soll seine Position übermitteln. Doch das klappt nur eingeschränkt. Backhaus macht klar: Das Gerät funktioniert nicht unter Wasser. Taucht der Wal ab, gibt es keine Daten mehr. Für die Rettungsteams ein heikler Punkt. Denn verschwindet das Tier unter der Oberfläche, lässt sich seine Position kaum noch bestimmen. An einer technischen Lösung wird bereits gearbeitet.

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Rettungsaktion mit riesigem Transportkahn

Parallel läuft der große Plan. Ein spezieller Lastkahn soll den Wal aufnehmen und Richtung Nordsee bringen. Über 400 Kilometer Strecke liegen vor dem geschwächten Tier, vorbei an Fehmarn bis in die Gewässer bei Skagen. Dort wollen Experten prüfen, ob er die Reise übersteht.

Das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern duldet den Plan. Die Verantwortung bleibt jedoch bei der privaten Initiative. Tierärzte gehen aktuell davon aus, dass der Wal transportfähig ist.

Noch ist der Kahn nicht vor Ort. Zuletzt befand er sich bei Hamburg und soll am Sonntag bei Poel eintreffen. Dort wird er für den Einsatz umgebaut. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die Rettungsaktion bereits am Dienstag oder Mittwoch starten. Dann entscheidet sich, ob der Wal tatsächlich auf den Kahn gelotst werden kann.

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So läuft die heikle Verladung ab

Damit der Transport gelingt, wurde bereits eine lange Rinne im Flachwasser ausgebaggert. Durch sie soll der mehrere Tonnen schwere Wal auf den absenkbaren Kahn geführt werden.

Zusätzlich sichern Helfer die Umgebung mit großen Sandsäcken. Sie sollen verhindern, dass sich das Tier weiter in flache Bereiche verirrt. Steigende Wasserstände könnten dem Wal dabei sogar helfen, sich zu bewegen.

Warum der Wal nicht wegfindet

Der junge Buckelwal wurde Anfang März erstmals gesichtet, unter anderem im Hafen von Wismar. Seitdem hält er sich immer wieder in flachen Zonen auf. Fachleute vermuten, dass er krank ist und gezielt ruhige Bereiche aufsucht.

Über die Hälfte der Zeit lag das Tier bereits auf Grund. Für Experten ein deutliches Warnsignal. Jetzt entscheidet sich, ob der riskante Transport dem Buckelwal in der Ostsee doch noch eine Chance gibt. (jve, dpa)

Verwendete Quellen: dpa