Hat er das Neutralitätsgebot verletzt? Brezel-Tattoo-Skandal! Darum bekommt Cem Özdemirs Bodyguard jetzt Ärger

Wahlkampfhelfer der Partei Bündnis 90/Die Grünen zeigen bei der Wahlpartie der Partei frische Tattoos von Brezel auf ihren Armen. Die Wahlhelfer hatten nach eigenen Angaben in der Wahlkampfzeit so viele Brezeln verzehrt, das sie als Erinnerung an die Wahlkampfzeit das Tattoo stechen ließen. Am 8. März fand in Baden-Württemberg die Landtagswahl statt. +++ dpa-Bildfunk +++
Wahlkampfhelfer der Partei Bündnis 90/Die Grünen zeigen bei der Wahlpartie der Partei frische Tattoos von Brezel auf ihren Armen.
picture alliance/dpa / Bernd Weißbrod

Die Aktion hat jetzt ein Nachspiel!
Gegen einen Personenschützer von Grünen-Politiker Cem Özdemir läuft ein Disziplinarverfahren, wie Polizeikreise der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart bestätigten. Der Grund: Der Polizist ließ sich am Wahlabend in Baden-Württemberg ein Brezel-Tattoo stechen. Zunächst hatten Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten über den Fall berichtet.

Grüne boten auf Wahlparty kostenlose Tattoos an

Die Grünen boten auf ihrer Wahlparty in Stuttgart kostenlose Brezel-Tattoos an. Cem Özdemir hatte im Wahlkampf in sozialen Medien immer wieder seine Liebe zur schwäbischen Brezel betont. Hintergrund ist, dass Özdemir als Spitzenkandidat bei jedem Termin Butterbrezeln angeboten bekommen habe, wie es damals aus seinem Team hieß. Die Brezel sei damit letztlich zum Wahlkampf-Symbol geworden.

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Der Personenschützer Özdemirs habe sich das Symbol stechen lassen und sei dabei von einem Kollegen beobachtet worden, berichten Kreise. Der habe das seinem Vorgesetzten gemeldet. Das Innenministerium sowie auch das Polizeipräsidium Einsatz bestätigten auf Nachfrage, dass wegen des Verdachts eines Dienstvergehens gegen eine Person eine dienst- und disziplinarrechtliche Prüfung in eigener Zuständigkeit veranlasst worden sei. Weiter könne man sich nicht äußern – „aus Personaldatenschutzgründen”

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Warum gibt es jetzt Ärger um ein Brezel-Tattoo?

Aber warum ist ein Brezel-Tattoo überhaupt problematisch? Tattoos sind bei der Polizei ja nicht grundsätzlich verboten. Das Ministerium wollte nicht kundtun, welche möglichen Vergehen dem Beamten vorgeworfen werden.

Dem Vernehmen nach dürfte aber geprüft werden, ob der Polizist sich das Tattoo in einer Dienstpause oder während seiner Dienstzeit stechen ließ. Ferner dürfen Beamte und Polizisten keine Geschenke annehmen – ein kleines Tattoo kann im Tattoostudio aber schnell 50 bis 80 Euro kosten. „Polizistinnen und Polizisten dürfen grundsätzlich keine Geschenke annehmen, außer es handelt sich hier zum Beispiel um geringwertige Aufmerksamkeiten, also um Artikel einfacher Art wie bspw. Kalender, Kugelschreiber oder Schreibblöcke”, heißt es aus dem Innenministerium.

Außerdem könnte das Neutralitätsgebot betroffen sein in dem Fall. Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sind zur politischen Neutralität verpflichtet, um das Vertrauen in eine unparteiische Amtsführung zu gewährleisten. Eine Brezel an sich ist kein Problem, als Symbol des grünen Wahlkampfs kann sie kritisch gesehen werden. (jgr, mit dpa)

Verwendete Quellen: dpa