Nach Brandanschlag und Mega-Blackout900.000 Euro für Hotels! So teuer kommt Berlin der Stromausfall zu stehen

Raus aus den eigenen vier Wänden.
Nach dem tagelangen Stromausfall im Berliner Südwesten flüchten im Januar Tausende Menschen in Hotels und Pensionen. Der Staat verspricht, die Kosten zu übernehmen. Jetzt steht fest, wie teuer die Hilfsaktion wird: knapp 900.000 Euro!
Tausende Berliner flüchten vor Kälte ins Hotel
Der Blackout trifft den Berliner Südwesten Anfang Januar mit voller Wucht. In vielen Wohnungen geht nicht nur das Licht aus, auch die Heizungen bleiben kalt. Betroffen sind rund 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten sowie mehr als 2.000 Gewerbebetriebe.
Viele Bewohner halten es in ihren ausgekühlten Wohnungen nicht mehr aus und suchen Zuflucht in Hotels und Pensionen. Der Berliner Senat beschließt damals, die Übernachtungskosten zu übernehmen. Eine Bilanz des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf zeigt nun: Insgesamt wurden dafür bislang knapp 900.000 Euro ausgezahlt.
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Mehr als 3.000 Anträge landen beim Bezirksamt
Die Dimension der Hilfsaktion ist gewaltig: Insgesamt prüft das Bezirksamt 3.116 Anträge, die teilweise gleich mehrere Personen umfassen. In 2.933 Fällen fließt Geld. Pro Person und Nacht werden im Durchschnitt 52 bis 55 Euro erstattet. 129 Anträge lehnt der Bezirk ab – unter anderem, weil die Übernachtungen außerhalb des vorgesehenen Zeitraums liegen oder Betroffene nicht in gewerblichen Unterkünften wie Hotels oder Pensionen schlafen. Weitere 54 Antragsteller ziehen ihre Forderung zurück. Vereinzelt gehen laut Bezirksstadtrat Tim Richter sogar noch immer neue Anträge ein. „Schnelle und pragmatische Hilfe hat funktioniert”, sagt er. „Ich bin stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das ganze Verfahren mit viel Einsatz gewuppt haben.“
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Für die Behörden ist die Aktion eine enorme Herausforderung. Innerhalb kurzer Zeit muss der Bezirk ein rechtssicheres und zugleich möglichst unkompliziertes Erstattungsverfahren auf die Beine stellen. Mitarbeiter werden eigens dafür abgestellt, jeden einzelnen Antrag zu überprüfen. „Dies ist in dieser Größenordnung in Berlin erstmalig so in diesem Tempo umgesetzt worden“, meint Richter. Dabei läuft nicht alles glatt: In einigen Fällen werden eigentlich berechtigte Kosten zunächst nicht freigegeben, etwa wegen unklarer Hotelrechnungen. Außerdem kommt es zu drei doppelten Auszahlungen. Der Fehler fällt allerdings auf – das Geld wird zurückgefordert.

Brandanschlag legt Zehntausende Haushalte lahm
Auslöser des folgenschweren Blackouts ist ein mutmaßlich von Linksextremisten verübter Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am 3. Januar. Die Folgen sind massiv: Zehntausende Haushalte bleiben teilweise tagelang ohne Strom und damit vielfach auch ohne Heizung.
Erst am 7. Januar kann die Stromversorgung für alle Betroffenen wiederhergestellt werden. Vier Tage, die nicht nur Tausende Berliner aus ihrem Alltag reißen, sondern den Staat nun auch Hunderttausende Euro kosten. (nha)
Verwendete Quellen: dpa


