Blackout in BerlinSeniorin (97) Opfer von Stromausfall! Anschlag trifft besonders die, die sich nicht selbst helfen können

Der rücksichtslose Anschlag trifft besonders die Schwachen und Hilflosen.
Menschen in Alten- und Pflegeeinrichtungen leiden besonders unter den Folgen des Berliner Blackouts, denn sie können nicht einfach irgendwo anders hin.
Zigtausende Berliner tagelang ohne Strom
Bilder wie diese machten nach dem großflächigen Stromausfall im Südwesten der Bundeshauptstadt in Nachrichtensendungen und sozialen Medien die Runde: Pflegeheim- und Krankenhausbetreiber evakuieren ihre Heime, Feuerwehrleute tragen Kranke und Gebrechliche aus ihren Unterkünften.
Sie müssen Treppen heruntergetragen werden, auch Aufzüge und andere elektronische Hilfsmittel haben schließlich keinen Strom.
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Eine der Betroffenen ist die hochbetagte Ingeborg (97). Sie habe die Nacht auf Sonntag auf der Pritsche einer Notunterkunft verbracht, berichten lokale Medien. „Eine Katastrophe“ für ihren Sohn, sagt dieser der Berliner Zeitung. Er beklagt, dass man ihn nicht informiert habe. Ansonsten hätte er seine Mutter zu sich geholt, um ihr die Notunterkunft zu ersparen, wie er sagt.
Durchschnittsalter in betroffenen Bezirken deutlich höher als im restlichen Berlin
Warum er nicht informiert wurde? Unklar, sagt er dem Blatt zufolge. Eine Stellungnahme seitens des Betreibers oder der Stadt gibt es bislang nicht. Immerhin gibt es in ihrer Wohnung bereits am Tag nach dem Anschlag wieder Strom, die Seniorin ist zurück in ihrer gewohnten Umgebung.
Der Südwesten Berlins und der besonders betroffene Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat eine große Dichte an Pflegeeinrichtungen. Fast an jeder größeren Straße gibt es Seniorenresidenzen und Privatkliniken. Mit seinen rund 300.000 Einwohnern hatte Steglitz-Zehlendorf Ende 2024 einen Altersschnitt von 46,5 Jahren, deutlich älter als der Rest der Hauptstadt mit 42,8 Jahren im Schnitt.

Nach einem Brandanschlag einer linksextremen Gruppe waren am Samstag insgesamt 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbeeinheiten im Südwesten Berlins von der Stromversorgung abgeschnitten. Davon sind mittlerweile offiziellen Angaben zufolge etwa 14.500 wieder am Netz. 9.000 von etwa 12.000 Fernwärmekunden können wieder versorgt werden, Wasser- und Abwasserversorgung sei über Notstromaggregate gesichert.
Verwendete Quellen: dpa, Berliner Zeitung


