Kündigung nach Airbus-NeustartWegen 17 Minuten Verspätung gefeuert – jetzt bekommt Flugzeugingenieur 25.000 Euro

Bloßes Unwohlsein, Kreislaufbeschwerden oder Kopfschmerzen reichen rechtlich nicht aus, um bei einer überhitzten Kabine Anspruch auf Schmerzensgeld gegenüber der Airline geltend machen zu können.
Ein Neustart eines Airbus A350 sorgte für 17 Minuten Verspätung – und kostete den Flugzeugingenieur seinen Job. (Symbolbild)  
picture alliance/dpa / Sascha Thelen
von Martina Lewinski

Plötzlich ist nach rund 25 Jahren in der Luftfahrt Schluss.
Ein Flugzeugingenieur wird in Australien nach einem Zwischenfall mit einem Airbus A350 gefeuert. Doch der Mann zieht gegen seine Kündigung vor – mit Erfolg. Jetzt muss sein ehemaliger Arbeitgeber zahlen.

Airbus-Neustart sorgt für 17 Minuten Verspätung

Mohammad Israfel K. arbeitete seit rund 25 Jahren als Flugzeugwartungsingenieur in der Luftfahrt. Am 5. Dezember 2025 verlor er seinen Job beim Wartungsunternehmen Heston MRO nach einem Vorfall am Flughafen Brisbane, berichtet Focus Online unter Berufung auf News Corp Australia.

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Der Flugzeugingenieur hatte einen Airbus von Singapore Airlines neu gestartet, um wiederkehrende Fehlermeldungen zu beheben. Nach Darstellung des Ingenieurs geschah dies mit Zustimmung der Piloten. Er habe weitere Verzögerungen vermeiden und einen sicheren Flug ermöglichen wollen. Tatsächlich verzögerte sich der Abflug durch den Vorgang jedoch um 17 Minuten.

Singapore Airlines hielt den Neustart laut Bericht für unnötig und forderte, dem Ingenieur die Berechtigung für Wartungsarbeiten an ihren Flugzeugen zu entziehen.

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Interne Untersuchung stellte zunächst kein Fehlverhalten fest

Eine erste interne Untersuchung seines Arbeitgebers soll K. zunächst entlastet haben. Demnach wurden keine Verstöße festgestellt, der Vorfall wurde als Fehler ohne Schuldzuweisung eingestuft. Später bewertete Heston MRO den Fall allerdings neu. Dem Ingenieur wurde nun rücksichtsloses Verhalten vorgeworfen – schließlich folgte die Kündigung.

K. wehrte sich dagegen und zog vor die australische Fair Work Commission (FWC). Die unabhängige Behörde entscheidet unter anderem über Streitfälle rund um Kündigungen und Arbeitsbedingungen.

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„Die Kündigung war ungerecht“

Vor der Fair Work Commission konnte der Vorwurf des schweren Fehlverhaltens nach Auffassung von Kommissar Chris Simpson nicht ausreichend belegt werden. „Die Kündigung war ungerecht, weil das behauptete schwere Fehlverhalten anhand der Beweise nicht nachgewiesen wurde“, urteilte Simpson laut News Corp Australia.

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Für den ehemaligen Mitarbeiter bedeutet die Entscheidung eine hohe Entschädigung: Heston MRO muss ihm 41.203,65 australische Dollar brutto zahlen – umgerechnet rund 25.000 Euro. Zusätzlich muss das Unternehmen einen Beitrag von zwölf Prozent zur australischen betrieblichen Altersvorsorge leisten.

Seinen alten Job bekommt er trotzdem nicht zurück

An seinen früheren Arbeitsplatz wird K. trotz der Entscheidung nicht zurückkehren. Eine Wiedereinstellung lehnte die Fair Work Commission ab. Das Vertrauensverhältnis zwischen dem Ingenieur und seinem ehemaligen Arbeitgeber sei inzwischen dauerhaft beschädigt. Dabei spielte laut Bericht auch eine Rolle, dass K. eine Nebentätigkeit nicht offengelegt hatte.

Für den Flugzeugingenieur endet der Streit damit zwar nicht mit einer Rückkehr in seinen alten Job – die Entlassung wegen des Vorfalls wurde jedoch als ungerecht bewertet.

Verwendete Quelle: Focus Online, News Corp Australia