Schreck in SydneyVollbremsung in letzter Sekunde! Beinahe-Crash zweier Flugzeuge auf dem Rollfeld

Australia Jetstar Carry On Charges
Warum sich der Jetstar-Airbus und die Qatar-Airways-Maschine so nahe kamen, ist unklar (Symbolbild)
AP Photo/Mark Baker

Das war knapp!
Mehr als 100 Passagiere sitzen in einem Jetstar-Airbus, als eine geschleppte Boeing 777 ihren Rollweg kreuzt. Die Piloten legen eine Vollbremsung hin, nur wenige Meter trennen die Jets voneinander – eine Flugbegleiterin verletzt sich.

Am Flughafen Sydney stoppen beide Flugzeuge abrupt

Am Sonntagmorgen (9. August) rollt ein Airbus A320 von Jetstar am Flughafen Sydney in Richtung Startbahn, als die Crew plötzlich eine Boeing 777 von Qatar Airways auf einem kreuzenden Rollweg entdeckt. Die Piloten reagieren sofort und treten hart auf die Bremse. Laut 9News trennen die Maschinen am Ende nur wenige Meter. Mehr als 100 Passagiere sitzen in dem Jetstar-Flug, der zur Gold Coast starten soll.

Die Vollbremsung verhindert den Zusammenstoß, bringt aber eine Flugbegleiterin zu Fall. Sie verletzt sich leicht. Kein Passagier kommt zu Schaden. Die Besatzung war laut 9News gerade mit den letzten Kontrollen vor dem Start beschäftigt. Jetstar strich den Flug und buchte die Passagiere auf spätere Verbindungen zur Gold Coast um.

In der Boeing 777 befand sich nach Angaben des australischen Senders vermutlich niemand. Ein Schlepper zog das Flugzeug von Qatar Airways über das Rollfeld. Der abrupte Stopp beschädigte zudem die Verbindung zwischen dem Bugfahrwerk und dem Schleppfahrzeug.

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Sicherheitsbehörde wertet Flugdaten und Kamerabilder aus

Jetstar erklärt, die Piloten hätten die Anweisungen der Flugsicherung befolgt. Nach Informationen von 9News sagte der Pilot den Reisenden, der Schlepper habe an der Kreuzung warten sollen, sei jedoch weitergefahren. Offiziell steht noch nicht fest, warum sich beide Flugzeuge so nahe kamen.

Die australische Verkehrssicherheitsbehörde ATSB untersucht den Vorfall. Ihre Ermittler wollen Daten beider Maschinen und der Flugsicherung sichern. Außerdem befragen sie die Flugbesatzungen, Schlepperfahrer, Fluglotsen und weitere Zeugen. Auch Aufnahmen von Überwachungskameras sollen bei der Aufklärung helfen.

Die Behörde bittet Menschen mit eigenen Videoaufnahmen, sich zu melden. Qatar Airways hatte laut Reuters zunächst keine Stellungnahme abgegeben.

Einen Tag vor der Beinahe-Kollision hatte der Flughafen Sydney bereits mit erheblichen Verspätungen zu kämpfen. Als Grund nannten die Berichte Personalengpässe bei den Fluglotsen. Airservices Australia staffelte nach dem Sicherheitsvorfall die Abflüge, um den Verkehr sicher zu steuern und weitere Verzögerungen möglichst klein zu halten.

Verwendete Quellen: Reuters, 9News