Welpen werden privat abgegen„Ausgemustert”: Auch Hunde fallen durch die Polizeiprüfung!

Der dreijährige Schäferhund war am frühen Morgen entlaufen. (Symbolbild)
Polizeihunde müssen auch in kritischen Situationen nervenstark und gehorsam sein.
Oliver Berg/dpa

Nicht jeder Welpe ist für den Polizeijob gemacht.
Die Anforderungen an Polizeihunde sind hoch. Wer sich als Diensthund eignet und welcher Welpe dafür nicht in Frage kommt, testen die Ausbilder über mehrere Wochen. Die Tiere, die vom Wesen ungeeignet sind, gibt die Polizei an Privatpersonen ab.

Wer hat das Zeug zum Polizeihund?

Die Polizei NRW züchtet seit 1988 eigene Diensthunde. Im Mittelpunkt steht der Malinois, eine Variante des Belgischen Schäferhundes. Die Tiere gelten als besonders lernfähig, belastbar, ausdauernd und arbeitsfreudig – Eigenschaften, dank derer sie sich für den Polizeidienst perfekt eignen.

Nicht jeder Welpe erfüllt allerdings die hohen Anforderungen für den späteren Einsatz. Manche der jungen Hunde sind ein wenig ängstlicher oder zurückhaltender als ihre Geschwister. Über mehrere Wochen beobachten die Ausbilder daher, wie die Tiere auf neue Situationen reagieren und ob sie den Belastungen des Dienstes gewachsen sind. Wer es nicht schafft, kann sich auf ein Leben als „Privathund“ freuen.

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ARCHIV - 16.12.2014, Nordrhein-Westfalen, Schloß Holte-Stukenbrock: Eine Polizeihündin wird von ihrem Hundeführer in Schloss Holte-Stukenbrock (Nordrhein-Westfalen) auf einer Wiese gelobt. Nicht jeder Welpe aus der landeseigenen Diensthundezucht hat das Zeug zum Polizeihund.  (zu dpa: «Wenn es zur Polizeihunde-Laufbahn nicht reicht») Foto: Caroline Seidel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ein Polizeihund muss wesensstark sein.
Caroline Seidel/dpa

Fällt ein Hund aus diesem Auswahlprozess heraus, bedeutet das nicht, dass er problematisch oder nicht liebenswert ist. Vielmehr passt sein Wesen nicht optimal zu den speziellen und sehr fordernden Aufgaben der Polizei. Die Zahl dieser Welpen ist allerdings gering. Nach Angaben der „Rheinischen Post“ werden pro Jahr nur wenige Hunde abgegeben, die Zahl liegt im einstelligen Bereich. Bei der Vermittlung an Privatpersonen sind die Tiere etwa acht Wochen alt.

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Anspruchsvolle Hunde suchen neue Besitzer

Ein „ausgemusterter“ Welpe kostet für den Käufer lediglich 600 Euro inklusive Steuern, während für Malinois aus professioneller Zucht häufig zwischen 1500 und 2500 Euro verlangt werden. Der günstige Preis sollte aber niemanden zu vorschnellen Entscheidungen verleiten: Dieselben Merkmale, die Malinois so perfekt für den Einsatz bei der Polizei machen, sorgen dafür, dass sie im privaten Alltag deutlich mehr Beschäftigung und Führung benötigen als viele andere Hunderassen. Wer glaubt, hier ein Schnäppchen zu machen, unterschätzt womöglich die besonderen Anforderungen dieser Tiere.

Der Belgische Malinois ist ein hochintelligenter, extrem aktiver und sehr loyaler Arbeitshund.
Der Belgische Malinois ist ein hochintelligenter, extrem aktiver und sehr loyaler Arbeitshund. 
RTL

Ob ein Interessent tatsächlich einen Welpen erhält, entscheidet jedoch ohnehin nicht der Geldbeutel. Die Polizei prüft sorgfältig, ob die künftigen Halter den Bedürfnissen eines Malinois gerecht werden können. Die Rasse verlangt konsequente Erziehung, geistige Auslastung und ausreichend Bewegung. Fehlen klare Strukturen oder sinnvolle Aufgaben, können die Hunde dauerhaft unter Spannung stehen und problematische Verhaltensweisen entwickeln. Deshalb eignen sie sich vor allem für Menschen mit Erfahrung im Hundesport oder in Rettungshundestaffeln.

Zuständig für die Vermittlung ist das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen (LAFP). Interessenten können sich per E-Mail an poststelle.lafp@polizei.nrw.de wenden.

Verwendete Quellen: Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de. Der stern ist Teil von RTL Deutschland.