Armuts-Post polarisiert im Netz „Auch so sieht Armut in Deutschland aus” – CDU-Politiker fotografiert Bettler in Luxusjacke

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller sorgt mit einem Facebook-Post über einen Bettler für Aufsehen.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller sorgt mit einem Facebook-Post über einen Bettler für Aufsehen.
Sebastian Gollnow/dpa

Dieser Post spaltet das Netz!
Der CDU-Politiker Carsten Müller fotografiert einen Mann, der am Kölner Hauptbahnhof um Essen bettelt. Offenbar trägt dieser eine Jacke einer Luxusmarke. Zwei Dinge, die für Müller nicht zusammenpassen. „Schlag ins Gesicht für alle wirklich Bedürftigen”, kommentiert er das Foto. Im Netz entfacht er damit eine heftig geführte Debatte.

Mehr als eine Million Aufrufe und 1.500 Kommentare

Der Bundestagsabgeordnete aus dem niedersächsischen Braunschweig hat das Bild nach eigenen Angaben am Kölner Hauptbahnhof aufgenommen und es am 8. Januar gepostet. Seitdem sei der Beitrag laut Müller mehr als eine Million Mal angezeigt worden. „Damit habe ich nicht gerechnet”, sagt er jetzt der Deutschen Presse-Agentur. Mehr als 1.500 Mal wurde der Post kommentiert – teils mit Kritik, teils mit Zustimmung. Unter anderem stellten Nutzer infrage, ob der Bettler tatsächlich originale Markenkleidung trägt.

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Dieser Facebook-Post wird kontrovers diskutiert.
Dieser Facebook-Post wird kontrovers diskutiert.
Facebook/ Carsten Müller

Carsten Müller erklärt weiter, dass er mit seinem Beitrag einem „schweren Störgefühl” Ausdruck verleihen habe wollen: Für ihn sei das Bild, das der Mann abgab, unstimmig gewesen, und er sei alles andere als überzeugt davon, dass der Mensch tatsächlich hungerleidend sei. „Das hat mich schon getriggert”, sagt er zur Deutschen Presse-Agentur. In Deutschland müsse niemand Hunger leiden. Zudem habe der Mann das Angebot einer Gruppe, ihm etwas zu essen zu kaufen, abgelehnt.

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Politiker wünscht sich Durchgreifen gegen aggressive Bettler

Der CDU-Politiker berichtet weiter, er selbst habe dem Bettler kein Geld gegeben. Auf die Frage, ob er ihm auf sein Störgefühl angesprochen oder deswegen das Bahnpersonal informiert habe, sagt er: „Nein, mein Zug ist dann relativ kurzfristig danach gekommen.” Er wünsche sich aber ein konsequentes Vorgehen gegen aggressive Bettler: „Das ist ein echtes Thema, dem muss nachgegangen werden.” Nach der Hausordnung der Deutschen Bahn ist das Betteln im Bahnhof verboten.

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Müller sprach sich ferner für Bedürftigkeitsprüfungen aus, um den Missbrauch von Sozialleistungen zu verhindern. Das sei aber unabhängig vom konkreten Fall in Köln, da er nicht wisse, ob der Mann Sozialleistungen erhält. (dpa/sbo)

Verwendete Quellen: dpa