30 eröffnet, 143 dicht gemachtSo viele Apotheken schließen in Deutschland für immer

 Tobias Petri in Gladbeck ** NUR FÜR REDAKTIONELLE ZWECKE ** EDITORIAL USE ONLY **Apotheker Tobias Petri Hausarztzentrum Butendorf wird 10 Jahre alt Ein Bestandteil ist die Apotheke Petri am Mittwoch, 09. September 2026 in Gladbeck.¨ Deutschland NRW Gladbeck Copyright: ChristophxWojtyczka *** Tobias Petri in Gladbeck ** FOR EDITORIAL USE ONLY ** EDITORIAL USE ONLY ** p Pharmacist Tobias Petri The Butendorf Family Medical Center is celebrating its 10th anniversary. The Petri Pharmacy is part of the center. Wednesday, September 9, 2026, in Gladbeck, Germany, North Rhine-Westphalia, Gladbeck. Copyright ChristophxWojtyczka Copyright: ChristophxWojtyczka doc87j0y498mpy15v60ggpi ,EDITORIAL USE ONLY
"Wir haben inzwischen die niedrigste Apothekenzahl seit fast fünf Jahrzehnten", so Abda-Präsident Thomas Preis.
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Das Apothekensterben in Deutschland hält an: Wenn auch langsamer als im Vorjahreszeitraum, geht die Zahl der Apotheken zurück. Zwar zeigen sich Apotheker bereit, mehr Leistungen zu übernehmen - doch das von der Koalition beschlossene Sparpaket im Gesundheitswesen macht auch vor ihnen nicht halt.

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist weiter gesunken. Ende Juni gab es bundesweit noch 16.488 Apotheken und damit 113 weniger als zum Jahreswechsel, wie aus Daten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) hervorgeht. Der Rückgang fiel etwas kleiner aus als im ersten Halbjahr 2025 mit damals 238 Apotheken. Nun standen seit Anfang Januar 30 Neueröffnungen 143 Schließungen gegenüber. Erfasst werden jeweils Hauptapotheken und Filialen, von denen es bis zu drei geben kann.

Abda-Präsident Thomas Preis sagte: „Das Apothekensterben hat sich zwar etwas verlangsamt, hält aber weiter an. Wir haben inzwischen die niedrigste Apothekenzahl seit fast fünf Jahrzehnten.“ Nach 13 Jahren Stillstand bei der Vergütung beginne immerhin eine stufenweise Honorarerhöhung zu greifen, die die Apotheken betriebswirtschaftlich stabilisieren solle. „Ob dieser Nachholeffekt ausreicht, um das Apothekensterben aufzuhalten, wird sich noch zeigen müssen.“

Mit einer Verordnung der Bundesregierung wurde ein Fix-Bestandteil der Apotheken-Vergütung für rezeptpflichtige Medikamente zum 1. Juli von 8,35 Euro pro Packung auf 9,00 Euro erhöht. Zum 1. Januar 2027 soll eine Anhebung auf 9,50 Euro folgen. Das von der Koalition beschlossene Sparpaket für stabile Krankenkassenbeiträge mit Ausgabenbremsen im gesamten Gesundheitswesen bezieht auf der anderen Seite auch die Apotheken mit ein. Verbandspräsident Preis warnte, die Honoraranpassung drohe so zum „Strohfeuer“ zu werden.

Zugleich sollen Apotheken nach einem Gesetz der schwarz-roten Koalition künftig mehr Leistungen wie Impfungen, Vorsorge und Tests anbieten können. Preis sagte, die Apothekerinnen und Apotheker seien bereit, noch mehr Verantwortung zu übernehmen. „Dafür brauchen wir aber stabile Rahmenbedingungen und eine faire Dynamisierung des Honorars, um künftige Kostensteigerungen abzufedern.“

Die Rolle der Apotheken im Versorgungssystem ist auch Thema beim Deutschen Apothekertag, der an diesem Dienstag in München beginnt. Zur Eröffnung wird der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann erwartet.

Verwendete Quellen: nbr/dpa