Neue Details zum Blutbad an US-GrundschuleLehrerin wirft Handy auf Killer (16) – und stürzt sich auf ihn!

Shooting at Silver Rail Elementary School in Bend
An der Grundschule sammeln sich Blumen, Kerzen, Ballons und Stofftiere.
REUTERS, David Ryder

Polizeichef spricht von unglaublichem Heldenmut.
Drei Kinder und eine Lehrerin sterben bei dem Amoklauf an einer Grundschule im US-Bundesstaat Oregon. Doch mitten in dem tödlichen Chaos beweist eine Frau unglaublichen Mut: Eine Lehrerin wirft ihr Handy auf den bewaffneten Angreifer (16), stürzt sich auf ihn und kämpft um dessen Waffe. Jetzt enthüllt die Polizei, wie sie gemeinsam mit einem Familienvater wohl noch mehr Menschenleben rettet.

Lehrerin kämpft mit Amokläufer um seine Waffe

Es sind Sekunden, in denen es um Leben und Tod geht. Ein 16-Jähriger hat sich am Donnerstag (15. Oktober) gewaltsam Zutritt zur Silver Rail Elementary School in Bend im US-Bundesstaat Oregon verschafft. In einem Klassenzimmer für Kinder mit besonderem Förderbedarf eröffnet er das Feuer. Drei Kinder und eine Lehrerin sterben.

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Doch eine andere Lehrerin weigert sich, den Angreifer einfach gewähren zu lassen. Wie die New York Post schreibt, greift sie zu ihrem Handy und schleudert es auf den bewaffneten Jugendlichen. Dann stürzt sie sich auf ihn, bringt ihn zu Boden und versucht, ihm seine Schrotflinte zu entreißen.

„Die Lehrerin im Klassenzimmer warf ihr Handy auf den Verdächtigen, stürzte sich dann auf ihn und kämpfte darum, ihm die Schusswaffe abzunehmen“, schildert Polizeichef Mike Krantz auf einer Pressekonferenz am Freitag (16. Oktober), wie der Lokalsender KLCC berichtet. Die Frau bleibt bei dem Gerangel unverletzt. Ihren Namen haben die Ermittler bislang nicht veröffentlicht.

Polizeichef: „Das ist wahrer Heldenmut“

Als die Lehrerin mit dem Angreifer ringt, kommt ein weiterer Mann hinzu: Kaylub Giamanco (36). Der Familienvater hat selbst zwei Töchter an der Grundschule und war auf den bewaffneten Jugendlichen aufmerksam geworden. Mit einer Pistole bewaffnet folgt er dem 16-Jährigen ins Gebäude. Als er das Klassenzimmer erreicht, sieht er die Lehrerin, die noch immer mit dem Täter um dessen Waffe kämpft. Giamanco schießt auf den Jugendlichen und tötet ihn.

Polizeichef Krantz ist überzeugt, dass das Eingreifen der Lehrerin Schlimmeres verhindert hat. „Sie wurde bei diesem Vorfall nicht verletzt, aber sie hat mit ziemlicher Sicherheit weiteres Blutvergießen verhindert“, erklärt er. Besonders emotional wird der Polizeichef, als er über ihren Mut spricht: „Diese Lehrerin war bereit, sich hinzustellen und für ihre Kinder zu kämpfen. Unglaublich. Und ich denke, wir alle erkennen, dass das wahrer Heldenmut ist.“ Auch für den Familienvater findet Krantz bewegende Worte: „Wir stehen tief in Ihrer Schuld.“

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Amokläufer hatte noch 44 Schuss Munition bei sich

Wie groß die Gefahr für die Menschen in der Schule war, zeigen weitere Erkenntnisse der Ermittler. Der 16-jährige Griffin J. John II hatte nach Polizeiangaben mit einer Schrotflinte mindestens 15 Schüsse in dem Klassenzimmer abgegeben. Bei ihm beziehungsweise in seinem Rucksack finden die Beamten weitere 44 Schuss Munition.

Der Jugendliche war früher selbst Schüler der Silver Rail Elementary School. Warum er an seine ehemalige Schule zurückkehrte und dort das Feuer eröffnete, ist weiterhin unklar.

Familie der getöteten Lehrerin dankt dem mutigen Vater

Für drei Kinder im Alter von fünf, acht und elf Jahren sowie die 25-jährige Lehrerin Megan Lambert kommt jede Hilfe zu spät. Ein siebenjähriges Kind und eine weitere Lehrerin (54) werden schwer verletzt. Megan Lambert hatte sich mit ihrer Arbeit an der Grundschule einen Traum erfüllt. Ihre Familie beschreibt sie als eine Frau, die sich besonders für benachteiligte Kinder und Menschen mit besonderen Bedürfnissen einsetzte.

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„Sie liebte Silver Rail. Das war ihr Traumjob“, erklärt die Familie in einer Stellungnahme. Auch für den Mann, der den Amokläufer stoppte, finden die Angehörigen bewegende Worte. Sie wissen, dass Kaylub Giamanco selbst unter den Ereignissen leidet.

„Wir möchten, dass der Mann, der eingegriffen hat, weiß, dass wir wissen, wie schwer diese Zeit für ihn ist. Aber wir sind dankbar und halten ihn für einen Helden“, erklärt die Familie. Und weiter: „Sie haben selbstlos Ihr eigenes Leben für andere aufs Spiel gesetzt.“

Für die Familien der vier Todesopfer kann dieser Mut den Verlust nicht ungeschehen machen. Doch das beherzte Eingreifen zweier Menschen hat nach Einschätzung der Ermittler wahrscheinlich verhindert, dass noch mehr Familien um ihre Liebsten trauern müssen.

Verwendete Quellen: NY Post, KLCC