„Aus dem Nichts hat es mich erwischt“Alligator schnappt sich Triathleten – der rammt ihm den Daumen ins Auge

Plötzlich schnappt der Alligator zu!
Plötzlich schnappt der Alligator zu! (Symbolbild)
picture alliance / ZUMAPRESS.com | Douglas R. Clifford

Mitten beim Ironman-Training kommt der Angriff.
Jonathan Bruney trainiert im Savannah River für einen Ironman, als ein bis zu 1,50 Meter langer Alligator seinen rechten Arm packt. Das Tier zieht den 31-Jährigen unter Wasser. Bruney fürchtet die berüchtigte Todesrolle – und weiß, dass er sich sofort wehren muss.

Jonathan Bruney rammt seinen Daumen ins Auge des Alligators

Erst glaubt Jonathan Bruney noch, gegen einen Baumstamm gestoßen zu sein. Am Sonntag (23. August) trainiert der Triathlon-Coach mit mehreren seiner Athleten im Savannah River bei North Augusta im US-Bundesstaat South Carolina. Die Gruppe will den Ablauf für den Ironman Augusta möglichst realistisch proben.

Lese-Tipp: Dreijähriger in Krokodilgehege geworfen – so geht es dem Kind jetzt

Rund 900 Meter nach dem Start und etwa 55 Meter vom Ufer entfernt passiert es. „Aus dem Nichts hat es mich erwischt“, erzählt Bruney dem US-Sender WRDW. Der Aufprall an seiner rechten Seite fühlt sich zunächst an, als hätte er seinen Ellenbogen mit voller Wucht auf einen Hallenboden geschlagen. Dann schießt ein „kalter Schmerz“ durch seinen Arm. Bruney erkennt, dass sich ein Alligator an ihm festgebissen hat. Der 31-Jährige denkt sofort an die sogenannte Todesrolle. Dabei drehen sich Alligatoren mit ihrer Beute um die eigene Achse. „Ich dachte sofort: Ich muss das von mir runterbekommen“, erinnert sich Bruney.

Dann handelt er. „Ich wusste einfach, dass man auf die Augen zielen sollte.“ Bruney greift an den Kopf des Tieres, tastet sich an der Schnauze entlang und drückt seinen Daumen in das Auge des Alligators. „Und er ließ los.“

Jonathan Bruney im Interview mit WDRW
Jonathan Bruney im Interview mit WDRW
CNN

Schwimmboje wird zum improvisierten Ersthelfer

Bruney schafft es aus dem Wasser, steht jedoch unter Schock und blutet stark aus einer tiefen Wunde am Arm. Trainingspartner Matthew Davis ist als Ersthelfer für Notfälle in der Wildnis ausgebildet und reagiert sofort. Er reißt die Schnur seiner Schwimmboje ab und bindet damit Bruneys Arm oberhalb der Wunde ab, um die starke Blutung zu stoppen. „Ich sagte zu ihm: Es wird wehtun“, erinnert sich Davis. Dann zieht er so fest zu, wie er kann. Die Blutung lässt nach.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Video-Tipp: Alligatoren wecken Anwohnerin – und liefern sich brutalen Revierkampf im Wohnzimmer!

Doch die Sportler haben ihre Handys nicht dabei. Sie klopfen zunächst an Häusern am Fluss und treffen schließlich einen Mann, der mit seinen Hunden unterwegs ist. Er setzt den Notruf ab. Im Krankenhaus zeigt sich, dass Bruney noch einmal Glück gehabt hat. Der Biss verletzt vor allem Haut und Fettgewebe, die Muskulatur bleibt weitgehend verschont. Die tiefe Wunde muss allerdings behandelt und mit zahlreichen Stichen genäht werden. „Es hätte viel schlimmer kommen können“, sagt Bruney. Sein trockenes Fazit: „Ich schätze, ich habe in der Alligator-Lotterie gewonnen.“

Jonathan Bruney will trotzdem beim Ironman starten

Ganz überraschend kommt die Begegnung mit einem Alligator für die Gruppe nicht. Bruney wusste, dass die Tiere im Savannah River vorkommen können. Kurz vor der Attacke hatte ein weiter vorne schwimmender Athlet sogar einen Alligator am Ufer entdeckt und war ihm ausgewichen. Bruney selbst bekam davon offenbar nichts mit.

Lese-Tipp: Hai attackiert Leah am Coogee Beach: Sie denkt nur an ihre kleine Tochter

Von seinem Sport abbringen lassen will sich der 31-Jährige trotzdem nicht. Drei bis vier Wochen soll er dem Wasser fernbleiben, beim Ironman Augusta möchte er aber weiterhin antreten. „Ich werde weiterhin Rennen machen. Ich werde weiterhin coachen und meiner Leidenschaft nachgehen“, sagt Bruney. Angst vor dem Fluss habe auch Trainingspartner Davis nicht. Die Attacke habe ihm allerdings einen „sehr gesunden Respekt vor dem Wasser und dem, was darin lebt“ gegeben.

Den Alligator suchten Einsatzkräfte nach dem Angriff am Ufer, fanden das Tier jedoch nicht. Die zuständige Naturschutzbehörde wurde über den Vorfall informiert.

Verwendete Quellen: WDRW