Vom Täter fehlt jede SpurMysteriöser Mord im Allgäu – wer erschoss Daniel Emminger?

von Martin Eberl, Nadine Becker und Jacqueline Vetten

Ein abgelegener Hof, ein tödlicher Schuss und bis heute keine Spur vom Täter.
Daniel Emminger (33) wird auf seinem Anwesen im Allgäu erschossen – die Polizei spricht von einer „gewissen Brutalität“. Jetzt könnte ausgerechnet eine 130 Jahre alte Eiche den Ermittlern helfen.

Daniel Emminger wird auf seinem Hof im Allgäu erschossen

Daniel Emminger lebt zurückgezogen auf einem Anwesen mitten im Allgäu. Der 33-Jährige ist Selbstversorger, Angehörige beschreiben ihn als friedlich und hilfsbereit. Doch im Frühjahr wird die Idylle zum Tatort.

An Karfreitag wird Emminger tot auf seinem Anwesen entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt ist er den Ermittlungen zufolge bereits seit zwei Tagen tot. „Daniel Emminger wurde kaltblütig erschossen“, sagt Michaela Baschwitz, Leiterin der Kriminalpolizei Memmingen, im RTL-Interview. Die Auffindesituation und die Spuren am Tatort ließen auf eine „gewisse Brutalität“ schließen.

Doch wer Daniel Emminger getötet hat und warum, ist weiterhin unklar.

Lese-Tipp: Aktenzeichen XY: Wer erschoss Selbstversorger Daniel Emminger? Polizei sucht Hinweise

Mörder schießt offenbar mit mächtigem Jagdgewehr

Auch die Tatwaffe gibt den Ermittlern Rätsel auf. Nach Einschätzung der Polizei wurde der 33-Jährige mit einer Waffe erschossen, wie sie auch bei der Jagd eingesetzt wird. „Wir gehen von einer jagdüblichen Waffe aus, einem Jagdgewehr oder einer anderen Waffe, die zur Jagd verwendet wird“, erklärt Baschwitz.

Der Schuss dürfte kaum zu überhören gewesen sein. In einem geschlossenen Raum erzeuge eine solche Waffe einen „ordentlichen Knall“ und einen sehr hohen Geräuschpegel, erklärt die Kripo-Chefin. Sollte der Täter keinen Gehörschutz getragen haben, könnte der Schuss sogar Auswirkungen auf sein Gehör gehabt haben.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Daniel Emminger veranstaltet Events mit bis zu 200 Menschen

Bei der Suche nach einem Motiv nehmen die Ermittler auch Emmingers Leben auf dem Hof unter die Lupe. Der 33-Jährige war nach Polizeiangaben Vorsitzender des Vereins „Autarkia naturnah“. Dort ging es unter anderem um Selbstversorgung und Gärtnern, aber auch um spirituelle und esoterische Themen.

Auf Emmingers Anwesen fanden zudem Veranstaltungen statt – teilweise mit 150 bis 200 Teilnehmern. Solche Events könnten in der ländlichen Umgebung als störend empfunden worden sein, erklärt Baschwitz. Doch auch ein sehr persönliches Motiv sei denkbar. Beziehungen oder mögliche Affären würden ebenfalls betrachtet. Konkrete Anhaltspunkte gebe es dafür bislang allerdings nicht.

Kann eine 130 Jahre alte Eiche den Mord im Allgäu lösen?

Die bisherigen Zeugenaussagen haben die Ermittler bislang nicht zum Täter geführt. Neue Hoffnung könnte nun eine rund 130 Jahre alte Eiche bringen. Denn in der Nähe des Baumes sollen Schießübungen stattgefunden haben.

Die Kriminalpolizei untersucht ein herausgeschnittenes Stück des Baumstamms. Bei den Schießübungen könnten Projektile ihr Ziel verfehlt haben und im Holz stecken geblieben sein. Sollte eines davon zur Tatwaffe passen, könnte sich für die Ermittler eine entscheidende neue Spur ergeben.

Noch aber bleibt die wichtigste Frage unbeantwortet: Wer erschoss Daniel Emminger? Die Polizei bittet Menschen, die in der Nacht zum 1. April etwas Verdächtiges gehört oder gesehen haben, sich zu melden.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche